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Queere Chronistin der Dunkelheit
Bild: Johanna Jackie Baier- 08. März 2026
In der Essener Galerie polychrom ist am Samstagabend die Ausstellung "Standing on the Corner" der trans Foto- und Filmkünstlerin Johanna Jackie Baier eröffnet worden.
Gezeigt werden radikale Stadtansichten, Street Photography sowie Film- und Videoarbeiten der international bekannten Künstlerin.
Baier, die heute in Berlin lebt, verbindet mit der Fotostadt Essen wichtige Stationen ihrer künstlerischen Laufbahn. In den 1970er und 1980er Jahren nahm sie dort an Filmseminaren des Filmpädagogen Hartmut W. Redottée teil und arbeitete unter anderem als Regieassistentin für Regisseure wie Michael Lentz und Adolf Winkelmann.
Die vielfach ausgezeichnete Fotografin und Filmemacherin wurde 2016 in die Deutsche Fotografische Akademie berufen. Ihr Werk gilt als besonders intensiv und persönlich, häufig bewegt es sich thematisch im Nachtleben und in sogenannten Randmilieus. "Baiers vor mehr als 30 Jahren neu gewählte Identität als Transsexuelle eröffneten ihr in Verbindung mit beeindruckender Bildkraft Einblicke in eine bis heute verborgene, tabuisierte Welt", heißt es in einer Presseerklärung der Galerie polychrom. Die Akademie bezeichnete Baier einmal als "Chronistin der Dunkelheit".
Begleitend zur Ausstellung wird am Montag (9. März) im Essener Kino Astra/Luna ihr Dokumentarfilm "Julia" aus dem Jahr 2013 gezeigt, der einst beim Filmfestival von Venedig präsentiert wurde. Zum Abschluss der Ausstellung ist am 18. April eine Finissage mit der Vorführung des Films "Frühstück für Feinde" geplant. Geöffnet ist die Galerie polychrom (Herwarthstraße 59, 45138 Essen) jeweils samstags von 15 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung. (cw)











