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Queere Perspektiven auf die Natur
- 22. März 2026
Bachelors (Foto: Savannah Rose)Die neue Ausstellung "Queer Nature Photography Awards" im Naturmuseum Südtirol zeigt die Vielfalt von Natur, hinterfragt Vorstellungen von Geschlecht und Normalität – und sorgt für Streit in der Landesregierung.
"Was wir als 'natürlich' betrachten, ist oft vielfältiger, als wir denken", fasst Museumsdirektor David Gruber den Grundgedanken zusammen. Die Ausstellung verknüpft Biodiversität und gesellschaftliche Vielfalt miteinander und ist noch bis zum 30. Juni 2026 im Naturmuseum Südtirol in Bozen, anschließend vom 1. Juli bis 31. August im Planetarium Südtirol in Gummer zu sehen.
Die international kuratierte Schau vereint zehn preisgekrönte Fotografien von acht Künstler*innen aus aller Welt (siehe unten verlinkte Galerie). Die Arbeiten zeigen, wie vielfältig Verhaltensweisen, Fortpflanzungsstrategien und soziale Beziehungen im Tierreich sein können: von langfristigen Partnerschaften unter Delfinen über gleichgeschlechtliche Interaktionen bei Säugetieren bis hin zu flexiblen Geschlechterrollen bei wirbellosen Tieren.
Damit macht die Ausstellung sichtbar, dass Vielfalt kein Ausnahmefall, sondern ein grundlegendes Prinzip der Natur ist. Gleichzeitig eröffnet sie einen Zugang zu Fragen, die auch gesellschaftlich relevant sind: Wie entstehen Normen? Was gilt als "natürlich"? Und wie gehen wir mit Vielfalt um? "Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zu einer offenen, inklusiven Gesellschaft. Sie zeigt, dass Natur keine starren Kategorien kennt und lädt dazu ein, Vielfalt als Bereicherung wahrzunehmen – sowohl im ökologischen als auch im sozialen Kontext.", so Gruber.
Initiiert wurden die Awards von der gemeinnützigen Narwhal Rainbow Alliance, die sich für den Schutz der Biodiversität und für gesellschaftliche Diversität engagiert. Mit dem Projekt möchte die Organisation die oft übersehene Verbindung zwischen queeren Perspektiven und Naturbeobachtung stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.
In der Südtiroler Landesregierung sorgte die Ausstellung bereits für heftigen Streit. Landesrat Marco Galateo von der extrem rechten Partei Fratelli d'Italia, zuständig u.a. für Bildung und Kultur, ermpörte sich über eine "woke Ideologie", die die Wissenschaft für politische Zwecke missbrauche. Museen dürften nicht zu "ideologischen Bühnen" werden, sondern müssten Orte neutraler Wissensvermittlung bleiben, forderte Galateo.
Widerspruch kam prompt von Museums-Landesrat Philipp Achammer. "Die Wissenschaft ist frei und bleibt frei", betonte Achammer. Politische Eingriffe in die Museumsautonomie seien unzulässig, so der Politiker der christdemokratischen Südtiroler Volkspartei. (cw)
Links zum Thema:
» Homepage des Naturmuseums Südtirol
















