https://queer.de/b?5236
Eine Regenbogenfamilie anno 1804
- 03. April 2026
Bild: (cc) Dguendel/wikipediaDas Gemälde "Selbstbildnis mit der Pflegetochter Lina Gröger und dem Maler Heinrich Jakob Aldenrath" von Friedrich Carl Gröger zählt zu den raren Werken aus dem frühen 19. Jahrhundert, das eine Regenbogenfamilie zeigt.
Auf das bedeutsame Kunstwerk, entstanden um 1804, machte die Hamburger Kunsthalle am Donnerstag in ihrem Newsletter aufmerksam. Geschaffen hat es der profilierte, in Lübeck und Hamburg tätige Porträt- und Miniaturmaler Friedrich Carl Gröger. Auf einem Stuhl sitzend, dreht er sich im Bild gerade zu uns um. Vor ihm stehend ist der Künstler Heinrich Jakob Aldenrath zu sehen, der das auf der Staffelei befindliche, jedoch unserem Blick entzogene Bild betrachtet.
Neun Jahre jünger als Gröger, war er zunächst dessen Schüler und Mitarbeiter gewesen, wurde dann dessen Lebensgefährte und begründete 1803 mit ihm ein gemeinsames Atelier. Bei dem ungefähr dreijährigen Mädchen, das sich zwischen den Männern und dem Gemälde befindet, handelt es sich um Lina Gröger, die uneheliche Tochter von Grögers jüngerem Bruder Johann Conrad, die als Pflegekind bei den beiden schwulen Künstlern aufwuchs.
Das Gemälde wird am 15. April 2026 in der Reihe "Werk der Woche" in der Hamburger Kunsthalle vorgestellt und ist dort aktuell in der Ausstellung "For your eyes only. Miniaturen der Romantik" zu sehen. (cw/pm)
















