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Schwule Heimatidylle
Am Waldbrunnen, 2026 (Bild: Kurt Walters)- 06. April 2026
Der Künstler Kurt Walters ist Amerikaner mit bayerischen Wurzeln, Atelier in den New Yorker Brooklyn Hights und Wahlheimat am Mondsee im Salzkammergut – im Mai sind seine Werke in München zu sehen.
Walters schafft in seinen Werken eine Traumidylle. Schon während seiner Ausbildung am California College of Arts and Crafts in Oakland (heute das renommierte CCA in San Francisco) stellte er fest, dass ihn der damals populäre Stil der aggressiven, politischen Kunst nicht inspirierte. Vielmehr entdeckte er dort seine Leidenschaft für einen klassischen Malstil. Leitmotiv vieler Werke ist eine bewusste Umdeutung traditioneller Männlichkeitsbilder.
Kurt Walters nimmt die Sehnsuchtsmotive der deutschen Romantik und der alpinen Folklore auf und modernisiert das meist konservativ besetzte Sujet der Heimatidylle an verborgenen, privaten Orten durch einen zeitgenössischen Kontext und attraktive Männer. Die antike Mythologie mit ihren vielfältigen allegorischen Bedeutungen zitiert Walters ebenso wie die Ästhetik der Neuen Sachlichkeit und homoerotische Traditionen. Sein moderner Realismus fasziniert durch ein gekonntes Spiel mit Lichtreflexen. Zudem ist Walters ein perfekter Landschaftsmaler, was die präsente Darstellung von Körperlichkeit, kombiniert mit intensivsten Blickkontakten in freier Wildbahn fast vergessen lässt.

Im Wald, 2026 (Bild: Kurt Walters)
Die Vernissage findet am Mittwoch, den 13. Mai 2026 ab 18 Uhr in der Münchener Kunstbehandlung in der Müllerstraße 40 statt. Anschließend sind die Werke dort bis zum 13. Juni zu sehen. Die Galerie ist donnerstags, freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. (cw/pm)











