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Ein Geschenk des Kronprinzen für den schwulen Freund
Bild: Lempertz / KPM- 20. April 2026
Das Auktionshaus Lempertz versteigert eine monumentale Porzellanvase aus dem Besitz des preußischen Adels mit hohem queer-historischen Wert.
Das rund 1895 gefertigte Einzelstück der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin gilt als außergewöhnliches Kunstwerk und war ein Geschenk des späteren Kaisers Wilhelm II. an seinen Vertrauten Philipp zu Eulenburg.
Die Freundschaft zwischen Wilhelm und Eulenburg entwickelte sich seit den 1880er Jahren und wurde von Zeitgenoss*innen als besonders eng beschrieben. Gerüchte über eine sexuelle Beziehung sowie der homoerotische "Liebenberger Kreis" führten Anfang des 20. Jahrhunderts zur Harden-Eulenburg-Affäre, einem der größten Skandale des Kaiserreichs. Eulenburg wurde dabei 1907 von dem Journalistien Maximilian Harden als schwul geoutet. Wilhelm musste sich daraufhin öffentlich von seinem Freund distanzieren.
Die reich verzierte Vase mit plastischen Naturmotiven – darunter ein auffälliger Leguan – zeigt zugleich das hohe handwerkliche Niveau der Berliner Porzellanproduktion jener Zeit. Entworfen wurde sie von Alexander Kips. Heute steht sie als kunsthistorisches Objekt ebenso im Fokus wie als Zeugnis einer politisch brisanten Freundschaft am Kaiserhof.
Die 116 Zentimeter hohe, in hellen Pastellfarben glasierte und vergoldete Prunkvase blieb nach dem Skandal zunächst im Besitz der Familie Eulenburg. Am 25. April 2026 ist sie nun mit einem Schätzpreis zwischen 300.000 und 450.000 Euro in Berlin zur Versteigerung aufgerufen. Gebote können online abgegeben werden. (cw)











