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"Leonce und Lena" auf queer
Bild: Tonne / Armbruster- 28. April 2026
In Reutlingen bringt Regisseurin Annette Müller am 30. April eine queere Version von Georg Büchners Klassiker "Leonce und Lena" zur Premiere.
"Aber warum schlägt man einen Nagel durch zwei Hände, die sich nicht suchten?" Diese durchaus berechtigte Frage stellt Prinzessin Lena vom Reich Pipi anlässlich ihrer vom Vater geplanten Vermählung mit Leonce, dem Prinzen vom Reich Popo. Dieser versucht ebenso, der Zwangsheirat zu entgehen. Lena flieht mit ihrer geliebten Gouvernante, Leonce mit seinem Freund Valerio. Dabei treffen sie sich, ohne einander zu erkennen...
Was Leonce und Lena umtreibt, sind fast 200 Jahre später im Kern noch immer dieselben Sorgen der jungen Generation westlicher Prägung: stereotypische Geschlechterrollen, Frustration und Langeweile, aber auch Sinnsuche und die zeitlose Frage nach der menschlichen Natur. Was damals die Suche nach Zerstreuung auf der Flucht nach Italien, scheint heute innere Migration zu sein.
Auf diese Parallelen hin befragt die Inszenierung Georg Büchners gesellschaftskritischen Komödienklassiker. Sie stellt die beiden queeren Paare in den Mittelpunkt eines Stückes über den Eskapismus einer Generation, die sich gegen die Borniertheit gesellschaftlicher Konventionen zur Wehr setzt und einen poetischen Versuch der Selbstbehauptung wagt.
Premiere feiert der "Büchnertrümmer für 4 Stimmen unter 30" am Donnerstag, den 30. April 2026 um 20 Uhr im Theater Reutlingen Die Tonne (Tonne 1, Theaterbau, Jahnstraße 6). Bis zum 14. Juni gibt es zahlreiche weitere Vorstellungen. (cw/pm)











