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CSD Dresden trotzt Regen und Streit um Versammlungsstatus

Bild: IMAGO / Sylvio Dittrich
  • 07. Juni 2026

Nach juristischen Streitigkeiten haben am Samstag Tausende Menschen in Dresden einen erfolgreichen Christopher Street Day gefeiert.

"Es verlief alles störungsfrei", berichtete ein Polizeisprecher. Am Samstagnachmittag hatte es allerdings noch eine Demonstration aus dem rechten Spektrum gegeben. Diese startet aber erst nach dem CSD-Umzug und wurde von Gegenprotesten begleitet.

Einer der Teilnehmer der Versammlung des rechten Spektrums zeigte den Hitlergruß, wie die Polizei mitteilte. Gegen den 56-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Ansonsten sei es zu keinerlei Konfrontation zwischen den beiden Gruppen gekommen. Rund 200 Polizist*innen waren im Einsatz.

Das bunte und laute Treiben des CSD-Umzuges fand bei anfangs leicht regnerischen, aber sommerlich warmen Wetter statt. Veranstalter*innen und Polizei sprachen von jeweils Tausenden Teilnehmenden.

Im Vorfeld hatte es einen wochenlangen Streit um die Einstufung des CSD gegeben. Die Landesdirektion hatte entschieden, dass lediglich der Umzug eine Versammlung sei, nicht aber das mehrtägige Straßenfest (queer.de berichtete). Dieses wurde als kommerzielle Veranstaltung bewertet. Die Veranstalter*innen hätten in diesem Fall unter anderem die Kosten für Sicherheit und Reinigung tragen müssen.

Nach einer Beschwerde des CSD-Vereins stufte dann jedoch das Sächsische Oberverwaltungsgericht das gesamte Fest als Versammlung ein (queer.de berichtete). Der Versammlungsfreiheit komme ein hoher Stellenwert zu, hieß es zur Begründung. Die Veranstaltung sei auch in den vergangenen Jahren als Versammlung durchgeführt worden.

Der CSD sei nie einfach nur Unterhaltung gewesen, hatte Ronald Zenker, Vorstandssprecher des CSD Dresden, betont. "Pride beginnt mit Protest, mit Sichtbarkeit und mit dem Einsatz für gleiche Rechte und gesellschaftliche Teilhabe." In einer Zeit, in der queere Menschen wieder verstärkt Anfeindungen erlebten, bleibe der CSD ein Ort für Demokratie, Solidarität und eine offene Gesellschaft.

Der CSD erinnert an die Aufstände der queeren Community in der Christopher Street in New York City (USA) von 1969 und steht für die Sichtbarmachung und Gleichstellung queerer Menschen. In den letzten Jahren gab es vermehrt Gegendemonstrationen und Störversuche aus der rechten Szene (queer.de berichtete).

Die deutschlandweite CSD-Saison 2026 begann bereits am 11. April in Angermünde (queer.de berichtete). Den Abschluss bilden Emmendingen, Herzogenaurach, Kaiserlautern, Landshut und Stendal am 26. September. Alle CSD-Termine 2026 gibt es hier. (cw/dpa)


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