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Menstruation als Macht
Bild: Lena Ures- 17. Juni 2026
Die neue Ausstellung "Blut ohne Gewalt" in der Berliner Galerie Newman zeigt 38 künstlerische Positionen, die Menstruationsblut nicht als Schamobjekt inszenieren, sondern als kraftvolles Zeichen von Transformation, Stärke und Selbstermächtigung begreifen.
Blut wird kulturell fast ausschließlich mit Verletzung, Krieg, Schmerz oder Tod verbunden. Menstruationsblut hingegen ist das einzige Blut, das fließt, ohne dass eine Verletzung vorausgeht — kein Opfer, kein Täter, kein Bruch der Haut. Dennoch wird es gesellschaftlich als unrein und versteckenswert degradiert. "Blut ohne Gewalt" bricht mit dieser Umkehrung und stellt ihr eine neue Perspektive entgegen: Menstruation als Ursprung des Lebens, als Kraft und als Macht.
Die versammelten Werke untersuchen Scham, Körperpolitik, Zyklus, Intimität und gesellschaftliche Zuschreibungen. Sie stellen Fragen, die über die Galerie hinausweisen: Warum wird natürliches Blut stärker tabuisiert als gewaltsames? Wie konnte aus einer grundlegenden Voraussetzung für Leben ein Objekt des Ekels gemacht werden?

M(Other) Period (Bild: Anna Clarks)
Die Ausstellung des Kollektivs Menstruationsmassaker verbindet Kunst und Aktivismus und eröffnet neue feministische Perspektiven auf Körper, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Normen. Sie schafft einen Raum, in dem festgefahrene Zuschreibungen aufgebrochen und neu gedacht werden.
"Blut ohne Gewalt" ist noch bis zum 19. Juni 2026 in der Galerie Newman zu sehen. Am Abschlusstag stehen Performances, DJ-Sets und Live-Sessions auf dem Programm. Ein offener Online-Katalog mit über 100 Beteiligten erweitert das Projekt digital.
Die Galerie Newman in der Kalckreuthstraße 14 – mitten im Berliner Regenbogenkiez – hat sich als vitale Plattform für zeitgenössische Kunst etabliert. Mit einem klaren Fokus auf die Schnittstellen von queerer Identität, Körperlichkeit, Erotik und politischer Haltung bietet sie Raum für Künstler*innen, deren Arbeiten im öffentlichen Raum oft tabuisiert werden. (cw)










