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Pionier queerer Sichtbarkeit

Amsterdam Historisch Museum, Rightly Wrong, 1989 © Erwin Olaf / Courtesy: Galerie Ron Mandos – Amsterdam
  • 24. Juni 2026

Die Berliner Galerie f3 zeigt mit "Erwin Olaf – Muses" eine umfassende Werkschau der Porträts des niederländischen Fotografen.

Erwin Olaf (1959-2023) war ein Ausnahmekünstler, dessen fotografisches Werk nicht nur ästhetisch brilliert, sondern stets auch gesellschaftlich provoziert, bewegt und sensibilisiert. Nach seiner bahnbrechenden Ausstellung im Amsterdamer Stedelijk Museum zeigt f3 – freiraum für fotografie die erste große Ausstellung des Fotografen in Berlin.

"Erwin Olaf – Muses" widmet sich ganz den Porträts des Künstlers, einem zentralen, aber oft übersehenen Aspekt seines Œuvres. Im Fokus stehen intime, direkte, schonungslose und zugleich stilisierte Studien des Menschen, seiner Sehnsüchte, Identitäten und Maskierungen. Die Präsentation verzichtet bewusst auf Olafs große theatralische Inszenierungen und opulente Szenerien und lenkt die Konzentration auf das Gesicht seiner Protagonist*innen als Spiegel der Persönlichkeit, als Bühne für Emotion, Verletzlichkeit, Stolz und Widerstand.

Im Zentrum der Schau stehen Erwin Olafs frühe Schwarzweiß-Porträts – roh, direkt und von subversiver Energie. Als Pionier queerer Sichtbarkeit gab er bereits in den 1970er und 1980er Jahren denjenigen ein Gesicht, die aus der Öffentlichkeit ausgeschlossen waren. In Zeiten von HIV-Stigmatisierung und konservativer Moral entwarf Olaf ein neues queeres Selbstbild. Auch sich selbst setzte Erwin Olaf regelmäßig fotografisch in Szene, nicht aus Eitelkeit, sondern als künstlerischen Akt der Selbstvergewisserung. Seine Selbstporträts sind Maskenspiele und Reflexionen über Alter, Sexualität, Krankheit und Vergänglichkeit.

Die Ausstellung wird am Freitag, den 26. Juni 2026 um 19 Uhr eröffnet und ist anschließend bis zum 6. September im f3 – freiraum für fotografie (Prinzessinnenstraße 30/1. Hof, 10969 Berlin-Kreuzberg) zu sehen. Eine ausführliche Würdigung folgt. (cw/pm)


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