Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?5324

CSD München: Ein Kuss mit Botschaft

Bild: IMAGO / Wolfgang Maria Weber
  • 28. Juni 2026

Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) führte am Samstag als Schirmherr erstmals die CSD-Demonstration an – und küsste zu Beginn seinen Partner Sebastian Müller.

Zusammen mit dem schwulen First Couple feierten trotz großer Hitze weit über 200.000 Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt. Laut Polizei und Veranstalter*innen nahmen über 200 Gruppen und rund 30.000 Personen an der Politparade teil, 200.000 schauten der Parade vom Straßenrand aus zu. Der CSD München stand in diesem Jahr unter dem Motto "Unsere Vielfalt. Unsere Stärke".

Größere Zwischenfälle wegen der Hitze habe es nicht gegeben, sagte Conrad Breyer vom CSD München. Trotz der hohen Temperaturen sei die Stimmung sehr gut und respektvoll gewesen, sagte er. "Da haben alle aufeinander geachtet." Die Veranstalter*innen hatten wegen der außergewöhnlich hohen Temperaturen unter anderem Trinkwasserspender und Wassersprühstationen aufgestellt. Die Polizei empfahl allen Zuschauer*innen, nach schattigen Plätzen zu suchen, um die Parade zu verfolgen.

"Happy Pride", wünschte aus der Staatskanzlei auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. "Zum Christopher Street Day in München wehen wieder Regenbogenflaggen bei uns", schrieb der CSU-Politiker auf der Plattform X. "Bayern ist weltoffen und tolerant. Im Freistaat kann jeder leben und lieben, wie er möchte – das ist die Liberalitas Bavariae. Alle sollen in Freiheit ihr Glück finden."

/ Markus_Soeder
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Einen nahezu wortgleichen Post hatte Söder im vergangenen Jahr abgesetzt (queer.de berichtete).

Dominik Krause ist erst seit Mai Oberbürgermeister von München. Bereits im März hatte der Grünen-Politiker nach nach seinem Wahlsieg seinen Partner spontan auf der Bühne geküsst (queer.de berichtete). Fotos des Moments wurden in vielen Medien veröffentlicht.

Die Reaktionen seien nicht nur positiv gewesen, sagte Krause vor wenigen Tagen in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Bezahlartikel). "Plötzlich wurde gefragt, ob es angemessen gewesen sei, dass wir uns geküsst haben". Das habe ihn überrascht, und er habe nachgeschaut: "Mein Amtsvorgänger Dieter Reiter hatte vor zwölf Jahren seine Frau geküsst, Friedrich Merz auch, als er als Parteivorsitzender der CDU wiedergewählt wurde. Aber bei mir war es auf einmal ein Thema."

Dass die Kussfotos in der queeren Community gefeiert wurde, kann Krause jedoch nachvollziehen. "Ich vermute, weil sie als Symbol gesehen wurden", meinte der Oberbürgermeister. "Viele Menschen sind frustriert über den Rechtsruck in Deutschland. Darüber, dass viele Dinge, die lange erkämpft worden sind, wieder zur Disposition stehen – für die queere Community, aber auch für andere Gruppen, die angefeindet werden. Für die war dieses Bild ein Hoffnungsschimmer, dass es auch wieder in die andere Richtung gehen könnte."

Vor diesem Hintergrund ist wohl auch der CSD-Kuss zu verstehen. (mize/dpa)


-w-
-w-


Newsletter
  • Unsere Newsletter halten Dich News aus der queeren Welt sowie über anstehende Termine auf dem Laufenden.