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Schwule Kunst im Arbeiter- und Bauernstaat
- 30. Juni 2026
Jürgen Wittdorf, Männerakt stehend, 1970Die Ausstellung "Queere Kunst in der DDR" geht in Berlin zu Ende – und zum Abschluss erhalten Besucher*innen die Gelegenheit, zwei der Hauptfiguren dieser Schau näher kennenzulernen.
An vier ausgewählten Terminen lädt die Galerie Newman dazu ein, mehr über das Schaffen und Wirken von Jochen Hass (1917-2000) und Jürgen Wittdorf (1932-2018) zu erfahren, begleitet von dem Kunsthistoriker Dr. Andreas Sternweiler. Der Mitbegründer des Schwulen Museums kannte beide Künstler persönlich und begleitete sie über viele Jahre.
Die Malereien, Stillleben, Figuren und Abstraktionen von Jochen Hass stehen für eine Tradition der Moderne, die in der DDR nicht öffentlich gezeigt werden durfte und lange Zeit nur im Privaten zirkulierte.

Jochen Hass, Zeremonienmeister, 1951
Jürgen Wittdorf hingegen erlangte mit seinen Zyklen zu Jugend und Sport auch offiziellen Erfolg – wobei die queeren Bezüge seiner Arbeiten meist unbeachtet blieben. Gezeigt und zum Verkauf angeboten werden Werke beider Künstler, die bisher noch nicht öffentlich präsentiert wurden.
Die Führungen finden statt am 1. Juli (18-19 Uhr), 4. Juli (16-17 Uhr), 8. Juli (18-19 Uhr) sowie 11. Juli (16-19 Uhr). "Bei einem Glas Sekt und in entspannter Atmosphäre erhalten Sie persönliche Einblicke aus erster Hand", heißt es in der Ankündigung der Galerie. Die Zahl der Teilnehmer*innen ist auf jeweils 20 Personen pro Termin begrenzt. Tickets sind sind online erhältlich.
Normalerweise kostet der Eintritt 15 Euro – alle Leser*innen von queer.de können jedoch mit dem Voucher-Code WITTDORFHASS15 kostenlos teilnehmen.

Galerist Isah Oral (l.) und Dr. Andreas Sternweiler (Bild: Galerie Newman)
Darüber hinaus werden im zweiten Raum der Galerie 30 ausgewählte Werke queerer Künstler*innen gezeigt – von Malerei über Fotografie bis hin zu Skulptur. Online bietet die Galerie mittlerweile über 2.000 Werke von 150 Künstler*innen an.
Die Galerie Newman in der Kalckreuthstraße 14 – mitten im Berliner Regenbogenkiez – hat sich als vitale Plattform für zeitgenössische Kunst etabliert. Mit einem klaren Fokus auf die Schnittstellen von queerer Identität, Körperlichkeit, Erotik und politischer Haltung bietet sie Raum für Künstler*innen, deren Arbeiten im öffentlichen Raum oft tabuisiert werden. (cw)
Links zum Thema:
» Tickets für die vier Führungen
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