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Schwule Götter des Alltags
Bild: Robert C. Rore- 06. August 2026
Unter dem Motto "Verlassener Olymp" präsentiert die Münchener Galerie Kunstbehandlung ab Ende des Monats die mittlerweile 28. Jahresausstellung des Malers Robert C. Rore.
Rore hat Freude am Göttermotiv und arbeitet gleichzeitig an der Entzauberung der Männer-Mythen. Wenn der Olymp verlassen ist, wo sind die Götter dann hin? Die Bilder des schwulen Münchner Malers geben die Antwort: Sie sind mitten unter uns. Sie sitzen im Jogginganzug in der Küche, liegen auf der Couch oder machen Pause am Bergsee. Während der Olymp in der Kunstgeschichte als der Ort makelloser, ewiger Jugend konstruiert wurde, deutet der verlassene Olymp hin auf eine Welt, in der Unnahbarkeit und Mythos Platz gemacht haben für echte, verletzliche und menschliche Körper.
Robert C. Rore zitiert kunsthistorische Motive wie das der unzähligen männlichen Gefährten und Geliebten der Götter oder das der von den Göttern geschlagenen Helden. Er zeigt dabei friedliche, aber einsame Szenerien, wenn ein Protagonist beispielsweise nachdenklich oder entspannt im Gegenlicht sitzt.
Die Figuren des Künstlers wirken dabei oft berührbar, gleichzeitig in sich gekehrt. Im "verlassenen Olymp" herrscht genau diese Atmosphäre: Der Lärm der Welt und das Getöse der Heldenmythen sind verstummt, übrig bleibt der nackte, ruhige Moment. Rore zeigt eine Männlichkeit, die kein Podest und keine Rüstung mehr braucht. Wo einst die Unsterblichen thronten, regiert heute das Menschliche. Im "verlassenen Olymp" zeigen sich Rores Männergestalten befreit vom Ballast der großen Heldenpose — als Götter des Alltags, intim, echt und souverän in ihrer Nahbarkeit.

Bild: Robert C. Rore
Die Ausstellung ist vom 27. August bis 2. Oktober 2026 in der Münchener Kunstbehandlung in der Müllerstraße 40 zu sehen. Die Galerie ist donnerstags, freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. (cw/pm)











