https://queer.de/b?5382
Ralf König holt sich den "kuriosen" Orden ab
Bild: Land NRW / Mark Hermenau- 25. August 2026
Der schwule Comiczeichner Ralf König und weitere 15 Persönlichkeiten sind zum 80. Geburtstag Nordrhein-Westfalens mit dem Verdienstorden des bevölkerungsreichsten Bundeslands ausgezeichnet worden.
Wie die Staatskanzlei in Düsseldorf mitteilte, erhielten die Geehrten ihre Auszeichnungen am Montag für ihre herausragenden Leistungen für das Land und seine Menschen. Die Verdienstorden wurden von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) persönlich überreicht.
"Ralf König hat als Autor und Comiczeichner mit seinen gesellschaftskritischen Cartoons Debatten über Sexualität, Religion, Politik und Rollenbilder angestoßen", hieß es zur Ehrung in einer Mitteilung der Staatskanzlei (queer.de berichtete). "Seit den 1980er Jahren hat er mit seinen Comics zur sexuellen Aufklärung beigetragen und Tabus aufgebrochen. Mit seinem Engagement für Kunstfreiheit und Menschenrechte hat er zudem gesellschaftliche Verantwortung übernommen."
Ralf König, geboren 1960 in Soest, zählt zu den bekanntesten Comiczeichner*innen Deutschlands und gilt als Pionier der schwulen Comic-Szene. Mit Werken wie "Der bewegte Mann" und "Kondom des Grauens" erlangte er ab den 1980er Jahren große Bekanntheit und brachte queeres Leben mit Witz und Selbstironie in den Mainstream. Seine Arbeiten wurden mehrfach verfilmt und ausgezeichnet, unter anderem 2014 mit dem Max-und-Moritz-Preis für sein Lebenswerk.
König selbst fand die Auszeichnung "etwas kurios": "Da hat man vor 4 Jahrzehnten den Filzstift genommen und testosteronbesoffene Pimmelmännchen gekritzelt und nun sowas!", schrieb der Comiczeichner nach der Bekanntgabe der Preisträger*innen auf Facebook. "Derweil bin ich eher wie ein Anfänger mit meinen verfluchten Nibelungen zugange, da hilft auch keine Ehrung weiter, aber klar... geehrt bin ich trotzdem und fahre dann Montag mal nach Düsseldorf."
Von Ministerpräsident Wüst mit einem Orden ausgezeichnet wurde auch der Präsident des Comitees Düsseldorfer Carneval Lothar Hörning, weil er im Jahr 2000 die KG Regenbogen e.V. mitgegründet und den Düsseldorfer Karneval um ein starkes Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz bereichert habe. Weitere Preisträger*innen waren unter anderem die Schauspielerin Veronica Ferres, der frühere SPD-Bundesvorsitzende, Vizekanzler sowie Bundes- und Landesminister Franz Müntefering, der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Thomas Sternberg und die ehemalige Grünen-Landtagsfraktionschefin Monika Düker.
Der Landesverdienstorden wurde 1986 anlässlich des 40. Landesgeburtstags gestiftet. Er wird an Bürger*innen verliehen, die außerordentliche Verdienste für Nordrhein-Westfalen und seine Menschen erworben haben. Träger*innen können maximal 2.500 lebende Persönlichkeiten sein. Bereits Anfang Juni hatte Ministerpräsident Wüst 15 Promis und Aktivist*innen für ihr queeres Engagement ausgezeichnet (queer.de berichtete). (mize/dpa)
















