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Dieses Gemälde ist der Trump-Regierung zu "woke"
Bild: United States Embassy / Permant Art Collection- 26. August 2026
Das US-Außenministerium will ein Gemälde des schwulen Künstlers Kehinde Wiley verkaufen. Das Werk war zuvor von Vertreter*innen der Regierung von Präsident Donald Trump als "woke" gebrandmarkt und aus der US-Botschaft in der Dominikanischen Republik entfernt worden.
Das Werk mit dem Titel "Young Artists After Siamesas 1960" zeigt vier Modelle vor einem floralen Hintergrund – zwei sitzende Männer und zwei stehende Frauen. Wiley hatte zwei Jahre lang die Arbeiten der dominikanischen Künstler*innen Celeste Woss y Gil und Gilberto Hernández Ortega erforscht, bevor er das Bild gemeinsam mit Kunststudierenden vor Ort fertigstellte. In Auftrag gegeben wurde es 2013 im Rahmen des Programms "Art in Embassies" – finanziert aus Steuergeldern.
Wiley war 2018 international bekannt geworden, als er das offizielle Porträt des früheren Präsidenten Barack Obama malte, das heute in der National Portrait Gallery hängt. Er war damit der erste Schwarze und zugleich der erste offen queere Künstler, der ein US-Präsidentenporträt schuf – ein Umstand, der in der damaligen Berichterstattung zunächst kaum Erwähnung fand.
Anfang August ließ die US-Botschafterin in der Dominikanischen Republik, Leah Campos, das Gemälde abhängen und dokumentierte dies in einem Video in sozialen Netzwerken. Dazu erklärte sie, man wende sich von "globalistischen und woken Ideologien" ab. Erin Scavino, seit vergangenem Jahr Direktorin von "Art in Embassies", bezeichnete das Werk in einem Podcast-Interview als "sehr woke" und "ästhetisch furchterregend" und verwies dabei auf Wileys Verbindung zu Obama.
Eine Sprecherin des Außenministeriums begründete die Entfernung offiziell nicht mit dem Bildinhalt, sondern mit einem Interview, das Wiley 2023 dem "Guardian" gegeben hatte. Darin hatte der Künstler eines seiner Werke zur biblischen Szene von Judith und Holofernes als Anspielung auf ein "Kill Whitey"-Motiv beschrieben. Zudem verwies das Ministerium auf einen gegen Wiley anhängigen Vorwurf sexueller Übergriffe, den der Künstler zurückweist. Für "ein Individuum mit derart gewaltverherrlichenden und rassistischen Äußerungen und Darstellungen" sei im "America First"-Außenministerium kein Platz, hieß es.
Das Ministerium teilte mit, es kläre derzeit mit Rechtsvertreter*innen, ob ein Verkauf des Gemäldes überhaupt zulässig sei. Sollte dies der Fall sein, sei dies das erklärte Ziel. Ein Präzedenzfall für den Verkauf eines Botschaftskunstwerks existiert bislang nicht, wie Virginia Shore der "New York Times" sagte. Shore hatte das Werk als damalige Kuratorin des Programms in Auftrag gegeben und widersprach der Einordnung als "woke" deutlich.
Wileys Kunst gilt als Neuinterpretation klassischer europäischer Porträtmalerei mit Schwarzen und queeren Sujets. Kehinde Wiley und sein Galerist äußerten sich bislang nicht zu dem aktuellen Streit. (cw)
















