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Männlichkeiten jenseits der Klischees
Amanda van Hesteren, I Want to Go Higher (still), 2023, © Amanda van Hesteren, Courtesy of the artist- 03. September 2026
Das Kunstmuseum St.Gallen zeigt ab 3. Oktober 2026 die Gruppenausstellung "Beyond the Manosphere. Masculinities Today", die zuvor bereits im Stedelijk Museum Amsterdam zu sehen war.
Die von Melanie Bühler kuratierte Schau versammelt Werke von 36 Künstler*innen aus mehreren Jahrzehnten und nimmt den Begriff der frauenfeindlichen "Manosphere" zum Ausgangspunkt, um ihn kritisch zu hinterfragen: Statt die dominante, patriarchale Männlichkeit zu bestätigen, geht es um deren Vielfalt, Brüche und Widersprüche – von Macht und Gewalt bis zu Verletzlichkeit, Begehren und Zärtlichkeit.
Zu den gezeigten Positionen zählen unter anderem Sara Sadik, Salman Toor, Sven Gex sowie Mike Kelley und Paul McCarthy. So erzählt Sadik in einem Film, der in der Welt eines Videospiels spielt, eine Liebesgeschichte aus der Perspektive eines Uber-Fahrers der maghrebinischen Diaspora in Marseille, während Kelley und McCarthy in ihrer Arbeit Trauma mit missbräuchlichen Mustern männlicher Dominanz verknüpfen, die von Vätern an ihre Söhne weitergegeben werden. Auch aktuelle politische Bezüge fließen ein: John Millers neoklassizistische Kitsch-Ruinen etwa rufen Assoziationen zu Donald Trumps architektonischen Ambitionen hervor.
In einem Gespräch im Katalog zur Ausstellung betont Judith Butler, dass es unterschiedlichste Formen von Männlichkeit brauche, damit überhaupt über sie debattiert werden könne – schwule und trans Männer sowie butchige Lesben hätten die bloße Definition des Mannseins immer wieder herausgefordert und ihre Männlichkeit oft mit progressiven Freiheitsbewegungen verbunden.
"Beyond the Manosphere. Masculinities Today" ist vom 3. Oktober 2026 bis 24. Januar 2027 im Kunstmuseum St.Gallen zu sehen. (cw)










