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"Faschist oder Fetischist?" gewinnt ersten Folsom Art Award
- 11. September 2026
Bild: Franziska Kramer + Timo SchulzDie Collage "Faschist oder Fetischist?" von Franziska Kramer und Timo Schulz hat den neu gegründeten Folsom Art Award der Berliner Galerie Newman gewonnen.
Ausgangspunkt des Werkes ist ein "Spiegel"-Titelbild vom August 2026, das den AfD-Politiker Ulrich Siegmund als "gefährlichsten Mann Deutschlands" bezeichnete. Kramer und Schulz übertragen dessen Bildsprache in einen fetischistischen Kontext und stellen zwei Formen von Macht gegenüber: einen maskierten Körper, dessen Macht auf Konsens beruht, und einen unmaskierten Politiker, hinter dessen bürgerlichem Auftreten ein Programm der Ausgrenzung steht. Die Maske werde damit nicht zum Symbol der Bedrohung, sondern zum Ausdruck einer selbstbestimmten und einvernehmlichen Praxis, heißt es in einer Pressemitteilung zur Preisverleihung.
"Das Werk ist provokant und fordert zur Auseinandersetzung heraus", sagte Isah Oral, Gründer und Geschäftsführer der Galerie Newman. "Entscheidend war für die Jury jedoch nicht allein seine Zuspitzung, sondern die Frage, die es aufwirft: Warum werden queere und fetischistische Ausdrucksformen häufig als bedrohlich wahrgenommen, während menschenfeindliche politische Positionen hinter einem bürgerlichen Auftreten normalisiert werden?" Mit der Auszeichnung wolle man ein deutliches Zeichen für Freiheit, Selbstbestimmung und demokratische Werte setzen.
Ausgestellt wird die Arbeit "Faschist oder Fetischist?" noch bis zum 13. September 2026 in der Galerie Newman im Rahmen von Folsom Europe, dem Straßenfest der europäischen Fetisch- und Leder-Community. Eine kuratierte Auswahl weiterer Einreichungen eröffnet unterschiedliche Perspektiven auf Fetisch, Körper, Identität, Sexualität und gesellschaftliche Freiheit. Die Galerie befindet sich in der Kalckreuthstraße 14 mitten im Berliner Regenbogenkiez.

Blick in die Galerie Newman (Bild: Isah Oral)
Der Folsom Art Award, initiiert von der Galerie Newman in Kooperation mit Folsom Europe e.V., geht nach seiner Premiere nun in die zweite Runde: Ab sofort können Künstler*innen ihre Arbeiten für die Ausgabe 2027 einreichen. Der internationale Kunstpreis widmet sich künstlerischen Positionen im Fetisch-Kontext und verbindet zeitgenössische Kunst mit den Perspektiven einer internationalen Fetisch- und Leder-Community.
Eingereicht werden können Arbeiten aus unterschiedlichen Disziplinen wie Malerei, Fotografie, Skulptur und Mixed Media; eine Fachjury wählt die überzeugendsten Positionen aus. Die prämierten Werke werden anschließend in der Galerie Newman ausgestellt, öffentlich beworben und zum Verkauf angeboten – ergänzend macht ein Onlineshop ausgewählte Originale und limitierte Editionen auch einem internationalen Publikum zugänglich. (cw)










