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Küssende Frauen sorgen für Fußball-Furore

Bild: Daniel Shaked / FK Austria Wien
  • 12. September 2026

Zwei sich küssende Frauen auf dem neuen "Kunsttrikot" des österreichischen Bundesligisten FK Austria Wien sorgen aktuell international für Aufsehen.

Anlass ist das dritte Trikot der Austria für die Saison 2026/27. Es ist von Gustav Klimts berühmtem Gemälde "Der Kuss" inspiriert, das seit 1908 in der Wiener Sammlung des Belvedere hängt. In der dazugehörigen Werbekampagne zeigt der Verein mehrere sich küssende Paare im karminroten Dress – darunter auch das lesbische Paar. Genau diese Bilder haben international für Aufsehen gesorgt: Sowohl die deutsche "Bild" als auch die britische "Daily Mail" berichteten über die Kampagne, letztere bezeichnete die Trikot-Präsentation als eine der auffälligsten des Fußballjahres.

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Beim Verein selbst spricht man offen davon, dass die Reaktionen einkalkuliert waren. Kampagnenverantwortlicher Julian Uhlig sagte dem "Standard", man habe gewusst, "ein bisschen provozieren" zu können. Die Botschaft dahinter sei simpel: Liebe solle bei der Austria unabhängig davon willkommen sein, wen man liebt oder küsst.

Auf die Frage, warum die Kampagne auf ein Frauenpaar statt auf zwei Männer setzt, verwies Uhlig darauf, dass auch Letzteres möglich gewesen wäre, man sich aber schnell auf die gezeigten Paare geeinigt habe. Der Hintergrund: Männliche Fußballprofis, die offen homosexuell leben, sind im Profifußball nach wie vor eine Seltenheit – lesbische Sichtbarkeit im Frauenfußball gilt gesellschaftlich vielerorts als leichter akzeptiert.

Kommerziell ist die Aktion jedenfalls ein Erfolg: Die ersten 1.000 limitierten Trikot-Boxen zum Preis von 129,90 Euro waren binnen weniger Stunden vergriffen, 400 nachgereichte Trikots ohne Box ebenfalls sofort ausverkauft. Mittlerweile wird nachproduziert. Getragen wurde das Dress bereits im Cup-Spiel gegen Traiskirchen, ein Einsatz in der Ligaphase der Frauen-Champions-League gilt als möglich.

Nicht jede Reaktion sei positiv ausgefallen, räumte Uhlig ein: Mit wachsender Reichweite habe man auch Kommentare "unter der Gürtellinie" moderieren müssen. An der Kernbotschaft wolle man aber festhalten. (cw)


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