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Protest gegen Rechtsruck: Paris Pride so politisch wie nie
Bild: IMAGO / Le Pictorium / Julien Mattia- 04. Oktober 2026
Bei der wegen der Hitzewelle verschobenen CSD-Demonstration in Paris sind am Samstag Zehntausende Menschen für LGBTI-Rechte auf die Straße gegangen.
Die ausgesprochen politische Pride-Parade stand im Zeichen wachsender Sorge vor dem Aufstieg der extremen Rechten, gut ein halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Zugleich herrschte eine ausgelassene Stimmung: Viele Teilnehmende schwenkten Regenbogenfahnen und trugen Blumenkränze.
Ursprünglich war der Marsch für den 27. Juni angesetzt, wurde damals aber kurzfristig abgesagt. Der Pariser Polizeipräfekt hatte die Veranstaltung wegen der Hitze per Verfügung untersagt. Inter-LGBT verkündete im August den Nachholtermin am 3. Oktober. Inter-LGBT ist der Dachverband von rund 50 Vereinen und organisiert den Pride in Paris.
Auf Plakaten der Demonstrierenden standen Sprüche gegen die rechtsextreme Partei Rassemblement National (RN) und gegen den rechten Politiker Éric Zemmour, darunter "Weniger RN, mehr Lesben" und "Mehr Liebe, weniger Zemmour". Alexandre Schon, Co-Präsident von Inter-LGBT, rief die Teilnehmenden vor Beginn dazu auf, ihre Wut in Erfolge umzuwandeln. Hetzerische und diskriminierende Rhetorik gegen trans Personen, gleichgeschlechtliche Paare und Sexarbeitende nehme zu, sagte er.
An der Spitze des Zuges liefen auch Vertreter*innen des Berliner CSD e.V. mit. Inter-LGBT hatte nach dem Anschlag als Zeichen der Solidarität mit den Opfern eine Trauerzeremonie organisiert – und die Berliner Pride-Organisator*innen dann eingeladen, die Demo am Samstag mit anzuführen. Voraus marschierten auch mehrere linke Politiker*innen, darunter Paris' sozialistischer Bürgermeister Emmanuel Grégoire, die Europaabgeordnete Manon Aubry und die Abgeordneten Sophia Chikirou und Sandrine Rousseau sowie der Chef der Partei La France insoumise, Jean-Luc Mélenchon.
Der Pariser Pride gilt als größte queere Demonstration Frankreichs. In diesem Jahr fand er zum 49. Mal statt. (cw)

















