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Berlin hat eine Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße
- 17. Dezember 2013,

Berlin hat eine Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße. Am Dienstag wurde ein Teil der Einemstraße am Nollendorfplatz nach dem Vorkämpfer für Homo-Rechte umbenannt. Um den anderen Teil wird noch gestritten.
Die Hausnummern 1-12, die im Bezirk Tempelhof-Schöneberg liegen, tragen jetzt den neuen Straßennamen, während der Rest, der im Bezirk Mitte liegt, sich vorerst weiter mit dem Namen Einem schmücken muss. Grund für die Verzögerung der Umbenennung: Mehrere Bewohner von Mitte hatten eine Beschwerde gegen die bereits beschlossene Umbenennung eingereicht, weil Straßennamen eigentlich bevorzugt an Frauen vergeben werden sollen.
Karl von Einem war von 1903 bis 1909 preußischer Kriegsminister und forderte während dieser Zeit die Vernichtung von homosexuellen Männern. Er gilt auch als Wegbereiter des Dritten Reiches.
Die Initiative zur Umbenennung der Einemstraße wurde bereits im Januar 2010 von den Szeneaktivisten Dirk Siegfried und Gerhard Hoffmann gestartet. Nach einem einstimmigen Beschluss des Bezirks Tempelhof-Schöneberg hatte der LSVD in einer Resolution den Bezirk Mitte aufgefordert, ihm zu folgen, was im Juni dieses Jahres gegen die Stimmen der CDU erfolgte.

Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) war der erste bekannte Vorkämpfer für die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen. Bereits 1867 forderte Ulrichs auf dem Deutschen Juristentag die Abschaffung antihomosexueller Gesetze, was damals noch tumultartige Szenen auslöste.
Er war damit auch ein Wegbereiter von Magnus Hirschfeld (1868-1935), an den in Berlin bereits seit 2008 ein Weg erinnert: Das Magnus-Hirschfeld-Ufer, schräg gegenüber dem Kanzleramt. In der Ecke stand einst sein Insitut für Sexualwissenschaft.

Bilder: Jörg Steinert, Norbert Blech











