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Ein Regenbogenschal für den Papst
- 26. November 2014,

Die lesbische Vizepräsidentin des Europaparlaments Ulrike Lunacek hat Papst Franziskus am Dienstag bei seinem Besuch in Straßburg einen Regenbogenschal überreicht.
Die österreichische Grünen-Politikerin erklärte dem freundlich lächelnden Kirchenoberhaupt auf Spanisch, dass der Schal, der von indigenen Frauen in Ecuador gewebt wurde, ein Symbol sowohl für die indigenen Völker in den Anden, für Lesben und Schwule sowie für den Frieden sei.
Vor der Übergabe trug Ulrike Lunacek den Schal schon einmal Probe:

Zudem überreichte die Vizepräsidentin dem Papst einen Brief (PDF). Darin zeigten sich die Grünen beunruhigt über die Haltung der katholischen Kirche zu Frauen, insbesondere in Hinblick auf ihre persönlichen und Fortpflanzungs-Rechte sowie auf ihre Rolle in der Kirche. "Wir sind auch ernsthaft beunruhigt über die fortgesetzte Verurteilung der Homosexualität, aber ermutigt durch einige ihrer persönlichen Aussagen zu diesem sensiblen Thema", schrieben die Fraktionschefs Rebecca Harms und Philippe Lamberts. Außerdem kritisierten die Grünen die mangelnde Aufklärung von Verbrechen des sexuellen Missbrauchs durch Geistliche.
Der Papst selbst ging in seiner Rede vor dem Europaparlament nicht direkt auf das Thema Homosexualität ein, betonte aber mehrfach den Wert "fruchtbarer Familien". Franziskus kritisierte darüber hinaus die europäische Flüchtlingspolitik und forderte zur Rückbesinnung auf Menschenwürde und Solidarität auf. Außerdem sprach das Kirchenüberhaupt über den Hunger in der Welt.
Jede Fraktion hatte das Recht, Besucher zur Papst-Rede in das Plenum einzuladen – bei den Grünen waren es nach Angaben von Lunacek gezielt Vertreter aus den Bereichen LGBT-Rechte, Migration, Minderheiten und Flüchtlinge. (cw)










