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- 15. Februar 2009 2 Min.
Priester Gerhard Maria Wagner hat auf das Amt des Linzer Weihbischofs verzichtet.
Zuvor hatte es massive Proteste gegen die Ernennung des ultrakonservativen 54-Jährigen gegeben. Wagner hat in Interviews die "Heilung" von Homosexuellen propagiert und erklärt, dass "unmoralische" Handlungen wie Homo-Veranstaltungen Naturkatastrophen auslösen würden (queer.de berichtete).
Am Sonntagabend gab der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz völlig überraschend den Rückzug Wagners bekannt. In einer kurzen Pressemitteilung erklärte Wagner: "Angesichts der heftigen Kritik bin ich im Gebet und nach Rücksprache mit dem Diözesanbischof zu dem Entschluss gekommen, den Heiligen Vater in Rom um Rücknahme meiner Ernennung zum Weihbischof von Linz zu bitten." Nach Angaben der amtlichen katholischen Nachrichtenagentur Kathpress hat der Heilige Stuhl die Bitte erfüllt. Am Montag soll in Wien ein Krisentreffen der österreichischen Diözesanbischöfe stattfinden.
Die Ernennung Wagners hatte zu einem Proteststurm von liberalen Katholiken in Österreich geführt. Auch die Zahl der Kirchenaustritte stieg sprunghaft an, ebenso wie die Übertritte zur evangelischen Kirche. Die Personalie reiht sich ein in eine Reihe von umstrittenen Entscheidungen Papst Benedikts XVI, der schon mit der Rehabilitierung vom Holocaust-Leugner Bischof Williamson für Verstimmung gesorgt hatte.
Die These Wagners, dass Homosexuelle psychisch krank sind, hat nur wenige Fürsprecher in der Alpenrepublik gefunden. So hat der Feldkircher Bischof Elmar Fischer am Mittwoch erklärt, Schwule und Lesben müssten wie Alkoholiker behandelt werden (queer.de berichtete). Einen Tag später entschuldigte er sich für diese Aussage (queer.de berichtete).
Zehn Prozent halten Schwule und Lesben für krank
Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts OGM zufolge stimmen zehn Prozent der Österreicher der These zu, dass gleichgeschlechtliche Neigungen wie eine Krankheit therapierbar seien. 85 Prozent der Befragten glauben nicht an das Krankheitsbild Homosexualität, fünf Prozent wollten sich nicht äußern. (dk)














