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https://queer.de/?10014
  • 16. Februar 2009 38 2 Min.

Der Berliner CSD hat mitgeteilt, dass es in der Hauptstadt keine CSD-Charta wie in Köln gebe werde. Es gebe dafür "keine Veranlassung".

"Auch Provokation muss im Rahmen der Demonstrationsfreiheit möglich sein. Schwule und Lesben in Berlin sind eben sehr unterschiedlich, und das ist auch gut so", erklärte Robert Kastl, Geschäftsführer des Berliner CSD. Die Veranstalter reagieren damit auf Anfragen, ob sich der Berliner Christopher-Street-Day auch eine Charta geben solle.

Keinesfalls werde in der Hauptstadt eine "Sittenpolizei" eingeführt werden, die "unmoralisches oder respektloses Verhalten" fotografiere und an den Pranger stelle.

Der Cologne Pride hatte zuvor eine Charta verabschiedet, in dem die Organisatoren unter anderem "maßlose Provokation" untersagten und die Helfer dazu anhielten, "verbotenes Verhalten" den Behörden zu melden (queer.de berichtete).

"Gesetze sind ausreichend"

"Weder von Seiten des Berliner CSD e.V. noch der Berliner Polizei, die für die öffentliche Ordnung verantwortlich ist, besteht in dieser Frage Handlungsbedarf. Die geltenden Gesetze und Bestimmungen sind vollkommen ausreichend und in der Praxis bestehen hier praktisch keine Probleme", erklärte Kastl weiter.

Die Veranstaltung sei kein rechtsfreier Raum. Daher seien strafrechtliche Handlungen – wie öffentlicher Sex – ohne zusätzliche "Reglementierung" bereits jetzt verboten. Außerdem gelte für Wagenleiter, Fahrer und Ordner schon jetzt ein generelles Alkohol- und Drogenverbot, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Der Hauptstadt-CSD sei unverändert seinen Ursprüngen verpflichtet, und bleibe daher eine politische Demo, in dessen Rahmen politische Meinungsäußerung auch provokant und pointiert dargestellt werden müsse. Es sei wichtig, "ernste" Themen wie etwa die Gewalt gegen Schwule in die breite Öffentlichkeit zu transportieren.

Der CSD Berlin findet dieses Jahr am 27. Juni statt, beim Cologne Pride kommt am 5. Juli die CSD-Charta erstmalig zur Anwendung. (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Wie stehst Du zur Kölner CSD-Charta?
    Ergebnis der Umfrage
-w-

#1 TechnoRocka
  • 16.02.2009, 22:36h
  • also ich hab mir jetzt mal die charta des klust von deren page gezogen und durchgelesen. in meinen augen ist diese charta vollkommen überflüssig, da darin nur noch mal die allgemein gültigen gesetze stehen, wie zum beispiel kein sex in der öffendlichkeit oder keine verbreitung jugendgefährdender schriften. und der paragraph mit dem gewissen maß an freizügigkeit ist vollkommen nichtssagend. was ist denn bitte ein gewisses maß? und was ist schon provokant freizügig? wenn man auf bären steht sieht man halt auch gerne nen bären in chaps, wenn man auf twinks steht nen knackigen jungen boy mit möglichst wenig an....

    wie schon eine der antwortmöglichkeiten in der umfrage sagt, ist die charta in meinen augen papierverschwendung.
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#2 SaschaEhemaliges Profil
  • 16.02.2009, 22:59h
  • Antwort auf #1 von TechnoRocka
  • Umso mehr muss der Geist, der hinter dieser "Charta" steht, offengelegt und verurteilt werden, nämlich ein reaktionärer und gefährlicher, der Mitgliedern der Community ihre individuelle Freiheit und Mündigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, abspricht und gleichzeitig zum Denunziantentum anstachelt. Und das alles nur, um bei der selbsternannten Mehrheitsgesellschaft im Sinne vorauseilenden Gehorsams um Pseudo-Anerkennung zu heischen. Dabei ist es doch eben diese Dominanzgesellschaft, die sich in immer aggressiverer Manier immer und überall mit ihrer (Hetero-)Sexualität in Szene setzt. Jede "abweichende" Sexualität soll aber weiterhin (oder noch mehr als bisher) aus dem öffentlichen Leben und Raum ausgeschlossen werden, und das auch noch mit tatkräftiger Unterstützung von ebenso selbsternannten Deutungsautoritäten und Sittenwächtern unserer "Community".
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#3 AnjoAnonym
  • 17.02.2009, 00:56h
  • Ist doch quatsch. Köln ist ne Sache für sich. In der Vergangenheit gab es immer Verletzungen gegen geltendes Recht. Z.B. Sex in der Öffentlichkeit. Die Charta unterstreicht nur noch mal das Sittenwidrige und Strafbare, eben um Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Das sie damit in einigen Punkten allerdings größere Unklarheiten schafft ist ein Paradoxon in sich.
    Die Charta wurde von den Medien und voallem von queer.de viel zu aufgebauscht und negativ erfasst. Sie sollte eigentlich nicht nötig sein, traurig, dass sie es wohl doch ist und im Grunde genommen trotzdem unsinnig, weil sie nur geltendes Recht noch mal auf Papier bannt, extra für den CSD. Sie ist also harmlos für den durchschnittsCSDbesucher ;) Und auch die Freikörperkulutur wird nciht zu kurz kommen. Denke ich. Die Charte stellt einfach nur klar, dass der CSD kein Freischein für sexuelle Ausschweifungen und übermäßigen Drogenkonsum bedeutet und hat für Köln wohl traurigerweise eine wirkliche Berechtigung.

    Und oh ja wir wollen ja bloß nicht normal sein, uns wie heteros benehmen, deshalb müssen wir in der öffentlichkeit poppen dürfen^^ähm sowas lese ich hier in ähnlucher form öfter und mir ist das als schwuler ziemlich peinlich wie intolerant, "unmündig" und engstirnig viele meiner Mithomos sind.
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