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  • 17. Februar 2009, noch kein Kommentar

Sie gehörten zu den Top-Stars des legendären Labels: Smokey Robinson & The Miracles, die Four Tops und die Temptations. Neue Compilations lassen ihre Hits Revue passieren. Wir stellen sie vor.

Von Jan Gebauer

Grundsätzlich gab und gibt es schon genug starke Compilations aus dem Hause Motown, aber anlässlich des 50. Geburtstags des Soul-Labels ist es wohl kaum verwunderlich, dass die großen Stars der alten Tage noch einmal mit neuen Veröffentlichungen gefeiert werden. Unveröffentlichte Songs gibt es zwar nicht, dafür aber die alten Hits in bester Klangqualität. Der Titel lautet jeweils "The Definitive Collection". Queer.de stellt drei Veröffentlichungen aus der Reihe vor:

Four Tops

Sicherlich eine der "tragischsten" Veröffentlichungen der "Definitive Collection"-Reihe, denn bis auf Abdul Fakir sind die anderen drei Originalstimmen der Four Tops auf ewig verstummt. Erst im letzten Jahr verstarb der ehemalige Lead-Sänger Levi Stubbs mit 72 Jahren an Krebs. Fakir zieht seitdem mit anderen Sängern durch die Lande, um die alten Songs in Erinnerung zu halten. Die Four Tops nahmen zwischen 1963 und 1972 Platten für Motown auf. Klassiker wie "I Can't Help Myself", "It's the Same Old Song" (1965), "Reach Out, I'll Be There" (1966), "Standing in the Shadows of Love", "Bernadette" (1967) oder "If I Were a Carpenter" (1968) etablierten die Gruppe schnell neben den Temptations und den Miracles an der Spitze der männlichen Motown-Gruppen. 1990 wurden sie für ihre Werke in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen. Auch in den folgenden Jahren spielten sie stets in der Urbesetzung – insgesamt rund 45 Jahre – ein Novum im schnelllebigen Musikgeschäft. 1997 verstarb Lawrence Payton, 2005 folgte ihm Renaldo Benson. 2009 wurde die Gruppe schließlich mit dem Grammy für das Lebenswerk ausgezeichnet.

Temptations

Wer kennt nicht Evergreens wie "My Girl" (1965) oder "Papa Was a Rollin' Stone" (1972), die noch heute so manche Soul-Party in Schwung bringen, wenn sie dem DJ nicht zu sehr zum Hals heraushängen? Andere, ebenso starke Hits hatte die Band genug: Über 50 alleine in den US-Pop-Charts. Die Temptations prägten zwischen 1961 und 2004 über 40 Jahre lang die Motown-Geschichte (zwischen 1977 und 1980 wechselten sie erfolglos zu Atlantic). Und wie die Four Tops mussten auch die Temptations viele Schicksalsschläge hinnehmen: Zwei der besten Soul-Stimmen aller Zeiten, David Ruffin und Eddie Kendricks, verließen die Band vorzeitig und probierten sich erfolgreich solo. Kaum über 50 Jahre alt, verstarben beide viel zu früh. Von den Original-Mitgliedern lebt nur noch Otis Williams, der noch heute mit wechselnder Besetzung die Temptations am Leben erhält. Auf "Definitive Collection" vereinen sich zwei Welten: Der anfänglich zuckersüße klassische Motown-Soulpop und der spätere, aufwendig produzierte psychedelische Funk- und Soul-Mix. Damit verschafften sie dem Label problemlos den Sprung in die 70er Jahre.

Smokey Robinson & The Miracles

Smokey Robinson, der Mann mit der Samtstimme, gehörte zur Elite in der straff organisierten Label-Kompanie. Kein Wunder, war er doch ein alter Kumpel von Label-Boss Berry Gordy. Der setzte ihn zwischen 1961 und 1988 gleich als Vizepräsident des Unternehmens ein. Nur Diana Ross und die Supremes standen in er Gunst Gordys höher, da sie allen Motown-Acts kommerziell überlegen waren. Überhaupt kann man Robinson und die Miracles als männliche Pendants zu Ross und den Supremes bezeichnen. Robinson war das Aushängeschild der Band und wie bei den Supremes wurde sein Name ab 1967 gesondert vor den Gruppennamen gestellt. Im Gegensatz zu Ross war er allerdings nicht nur ein gesangliches und entertainerisches Talent, sondern auch ein kompositorisches. So gehen fast alle auf "Definitive Collection" enthaltenen Top-Hits der Band auf sein Konto – sowie zahlreiche andere Motown-Klassiker wie "My Girl" (Temptations), "My Guy" (Mary Wells) oder "Ain't That Peculiar" (Marvin Gaye). Mit seinen Miracles hatte er ab 1960 rund 40 Chartseinträge in den USA. 1972 startete er seine höchst erfolgreiche Solo-Karriere, die ihm auch noch einmal über 40 Hits einbrachte. Seit 20 Jahren führt er ein Leben als lebende Legende. Nur in Deutschland wollte ihm – außer dem Überklassiker "The Tears of a Clown" (1970, Platz 19) – nie ein größerer Erfolg gelingen.

"The Definitive Collection" gibt es auch von Gladys Knight & The Pips, Diana Ross & The Supremes, Mary Wells und vielen anderen.

17. Februar 2009