Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?10018
  • 17. Februar 2009 14 2 Min.

Der sozialistische Ministerpräsident Portugals vollführt eine Kehrtwende: Er setze sich nun für die Öffnung der Ehe ein, erklärte José Sócrates. Die katholische Kirche reagierte prompt.

Sócrates hat auf einer Parteiveranstaltung vor 300 Zuhörern erklärt, er würde sich nach einem Wahlsieg im Herbst für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben einsetzen. Noch im letzten Jahr hatten seine Sozialisten einen Antrag der oppositionellen Grünen und des Linksblocks für die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Eherecht abgelehnt (queer.de berichtete). Er hatte damals argumentiert, dass die Homo-Ehe nicht im Regierungsprogramm stehe und seine Partei keine "Befehle" von der Opposition entgegen nehmen würde.

Homo-Gruppen begrüßten den Sinneswandel von Sócrates. Das sei ein "positiver Schritt", erklärte António Serzedelo, Chef von Opus Gay. Es sei besonders außergewöhnlich, dass sich der Ministerpräsident in einer Zeit der Wirtschaftskrise für Gleichberechtigung einsetze, da in Krisenzeiten Minderheitenrechte schnell vergessen werden, so Serzedelo.

Erschrocken reagierte die katholische Kirche. Sie forderte alle Christen im Land auf, nicht für eine homofreundliche Partei zu stimmen. Die portugiesische Gesellschaft werde von der Homo-Ehe "bedroht", erklärte Kirchensprecher Manual Morujão in einer offiziellen Stellungnahme.

Ein Sprecher der Sozialisten sagte, die Reaktion der Kirche sei erwartet worden. "Wir müssen uns aber für Gerechtigkeit einsetzen, da Portugal nach wie vor Defizite bei der Gleichberechtigung aufweist. Auch gleichgeschlechtliche Paare verdienen gleiche Rechte", erklärte Vitalino Canas.

In Portugal gibt es derzeit eine Art Eingetragene Lebenspartnerschaft ("faktische Partnerschaft" oder "uniões de facto"), die sowohl gleich- als auch verschiedengeschlechtliche Paare eingehen können und die weniger Rechte als die Ehe beinhaltet. Das einzige Nachbarland Spanien hat dagegen schon 2005 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet.

Die Partido Socialista regiert derzeit mit absoluter Mehrheit. Sie muss sich im September wieder den Wählern stellen. (dk)

-w-

#1 alexander
  • 17.02.2009, 12:57h
  • wunderbar, portugal richtet sich nach seinem nachbarn, wo es gut funktioniert !
    die brd braucht ihren deutschen dickkopf und natürlich die besseren "wege"! am deutschen wesen " muss" die welt genesen !
  • Direktlink »
#2 Tim_Chris
  • 17.02.2009, 13:22hBremen
  • "Die portugiesische Gesellschaft werde von der Homo-Ehe "bedroht", erklärte Kirchensprecher Manual Morujão in einer offiziellen Stellungnahme."

    Ich frage mich, wie die Kirche immer wieder auf solchen Schwachsinn kommt. Was genau sollen schwule und lesbische Paare denn in einer Gesellschaft bedrohen, wenn sie gleichberechtigt sind? Womit? Worauf begründet sich diese kirchliche Behauptung? Wo sind die Beweise dafür, dass irgendwo dort, wo Homosexuelle gleichberechtigt sind die Gesellschaft in irgendeiner Weise Schaden genommen hätte?
  • Direktlink »
#3 seb1983
  • 17.02.2009, 13:32h
  • Antwort auf #2 von Tim_Chris
  • Das kam doch so sicher wie die Nachricht dass morgen die Sonne wieder aufgeht...

    Die Öffnung der Ehe wäre immerhin mal ein minimaler Lichtblick in der portugiesischen Politik. In allen anderen Bereichen haben sie es nämlich schlicht und einfach versaut.
    Wirtschaft, Bildung, Soziales, Portugal ist der große Verlierer in der EU, trotz Primus Spanien direkt um die Ecke.
  • Direktlink »