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Der ostafrikanische Staat Burundi hat das Verbot von Homosexualität in letzter Sekunde abgewendet.

Nachdem die Nationalversammlung einem Strafrechtsreform-Paket inklusive des ausdrücklichen Homo-Verbots einstimmig zugestimmt hatte (queer.de berichtete), lehnte der Senat nun die Kriminalisierung von gleichgeschlechtlicher Liebe ab. Dem Entwurf zufolge sollten Schwule und Lesben mit zwei Jahren Haft bedroht werden. Nach Angaben des Senatspräsidenten Gervais Rufyikiri stimmten von 43 Senatoren 36 gegen den umstrittenen Teil des Gesetzespaketes, das die Lage der Menschenrechte verbessern sollte. Alle anderen Teile der Reform – etwa ein Verbot von Todesstrafe und Folter – nahm der Senat jedoch an.

Das Land wurde wegen des geplanten Homo-Verbotes von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert. Präsident Pierre Nkurunziza hatte bereits im Vorfeld erklärt, er wolle der Kriminalisierung zustimmen, wenn beide Kammern des Parlaments sie verabschiedeten. Nach Angaben von Senatoren, die anonym bleiben wollen, übte der Stab des Präsidenten vor der Abstimmung Druck auf die Volksvertreter aus, die Gesetzespassage beizubehalten, wie lokale Medien berichten. Justizminister Jean-Bosco Ndikumana zeigte sich jedoch nach der Ablehnung erleichtert.

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Das geänderte Gesetz geht nun zurück an die Nationalversammlung. Sollte es dort keine Mehrheit finden, muss ein Vermittlungsausschuss einen gemeinsamen Entwurf erarbeiten. Dieser muss dann von Präsident Pierre Nkurunziza unterschrieben werden, um Gesetzeskraft zu erhalten.

Bereits jetzt ist die Homo-Ehe in dem überwiegend katholischen Neun-Millionen-Einwohner-Land verboten. Außerdem gibt es "Moralgesetze", die auch auf homosexuelles Verhalten angewendet werden können. (dk)

-w-

#1 NicoAnonym
  • 18.02.2009, 14:14h
  • "in dem überwiegend katholischen Neun-Millionen-Einwohner-Land"

    Wieder mal ist Religion im Spiel!
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#2 tobiAnonym
  • 18.02.2009, 19:56h
  • Antwort auf #1 von Nico
  • @nico
    bloß weil einzelne journalisten immer mal wieder vermeintliche informationen zur meinungsmache in ihre artikel streuen, heißt das noch lange nicht, dass überwiegend katholisch bevölkerte länder homophober sind. wenn man sich das extrem homophobe überwiegend evangelische baltikum anschaut und es unfairerweise mit dem homophilen überwiegend katholischen spanien vergleichen würde, käme ein genauso schäbiger schuh heraus. was afrika angeht, ist es leider traurige realität, dass gerade das evangelisch-anglikanische und das muslimische afrika bis auf wenige ausnahmen ebenso homophob ist, wie der katholische teil. vielleicht sollte man die gründe für schwulenhass nicht immer auf den nebenkriegsschauplätzen der religionen suchen, sondern armut, korruption und schlechte ausbildung in diesen ländern bekämpfen.
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#3 Glaube ist PrivatsacheAnonym
  • 18.02.2009, 21:56h
  • Antwort auf #2 von tobi
  • Meine Meinung: Religion - egal welche - ist organisierte Massen-Gehirnwäsche. Kein Mensch braucht Religion! Jede(r) muss GLAUBEN dürfen, das tue ich selbst auch. Aber jede (!) Religion schafft Regeln und übt über ihre "irdischen Vertreter" mehr oder weniger offensichtlich (moralischen) Druck auf seine Anhänger aus. Die Verbreitung von Angst (z.B. davor, ein schlechter Gläubiger zu sein) war schon immer ein beliebtes Mittel der Einschüchterung. Nutzen tat und tut dies den Religionsführern (häufig eng verwoben oder auch konkurrierend mit den weltlichen Machthabern). Es geht um die Macht, Menschen steuern zu können, um sonst nichts.

    Glaube: Ja, selbstverständlich.
    Religion und Kirche: Nein. Sie nehmen den Glaubenden das Denken ab und machen sie letztlich zu Marionetten.
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