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Die weltbekannte kanadische Autorin Margaret Atwood ("Der Report der Magd") hat ihre Teilnahme am internationalen Literaturfestival in Dubai abgesagt, weil dort ein Roman wegen einer schwulen Figur verboten wurde.

Zuvor hatten die Organisatoren des ersten "Emirates Airline International Festival of Literature" die britische Autorin Geraldine Bedell ausgeladen, nachdem deren Buch "The Gulf Between Us" nicht mehr in Dubai verkauft werden darf.

In dem Roman – der zunächst mit Spannung in der Region erwartet worden war, da er im Nahen Osten spielt – ist eine Nebenfigur schwul. Festivalchefin Isobel Abulhoul erklärte die Ausladung gegenüber den Lokalmedien: "Ich will nicht, dass man sich an das erste derartige Festival nur wegen eines kontroversen Buches erinnert", so Abulhoul. "Wenn wir das Buch vorstellen würden und ein Journalist bekommt Wind davon, dann hätte das ernste politische Konsequenzen". Das Buch spielt während des Golfkrieges, die umstrittene Figur ist ein schwuler Scheich, der einen britischen Freund hat.

Margaret Atwood sagte wegen des Verbotes ihre Teilnahme ab. Sie erklärte in einem offenen Brief an Abulhoul, dass sie als Vize-Präsidentin der Schriftstellervereinigung PEN nicht auf ein Festival gehen könne, bei dem zensiert werde.

Abulhoul hat die Absage bedauert und darauf hingewiesen, dass Dubai wegen des Festivals nicht seine "sozialen Normen, seine Kultur oder seine Gesetze" ändern werde: "Unser Bestreben war es, durch das Festival den Unterschied zwischen Ost und West zu überbrücken." (dk)

-w-

#1 JonasAnonym
  • 20.02.2009, 15:12h
  • "Abulhoul hat die Absage bedauert und darauf hingewiesen, dass Dubai wegen des Festivals nicht seine "sozialen Normen, seine Kultur oder seine Gesetze" ändern werde: "Unser Bestreben war es, durch das Festival den Unterschied zwischen Ost und West zu überbrücken."

    Das wird aber nicht gelingen, wenn man Bücher zensiert!

    Ich bin froh, dass es noch aufrechte Menschen gibt, die in solchen Fällen absagen und das nicht durch ihre Anwesenheit unterstützen.
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#2 alexander
  • 20.02.2009, 15:50h
  • dubai auf dem weg in die schöne neue welt ohne zelt und kamel !
    diese kapitalistische grossbaustelle versucht mit allen mitteln wichtige ereignisse (events) an sich zu ziehen. dubai muss doch keine sozialen normen oder gesetze ändern !
    sie sollten einfach die finger davon lassen und warten bis sie, oder die zeit reif ist ?
    sollen sie doch "festefallen" wie sie wollen, wenn keiner kommt !
    bislang hat dubai keinen allzu grossen ruf, was kultur und intellekt angeht, will aber, trotz seiner sebstverschuldeten normen, den unterschied zwischen orient und okzident überbrücken ??? gerade diese "normen" gilt es zu überbrücken !
    die arroganz und der glaube, mit kohle lässt sich alles "überbrücken", wird sich in bälde furchtbar rächen !!!
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#3 Mirror
  • 20.02.2009, 16:03h
  • Antwort auf #1 von Jonas
  • Da stimme ich Dir zu. Eine Frau mit Charakter.
    Wieso sollte der nichtislamische Teil des Festivals
    seine Normen denn ändern,nur weil die nicht wahr haben wollen, was nicht wahr sein darf.

    Abulhoul : "Unser Bestreben war es, durch das Festival den Unterschied zwischen Ost und West zu überbrücken."

    Aha ,eine vom Osten gebaute Brücke zum literarischen Westen ,mit eingebauter Sprengladung.
    Zensur wird da als Brücke deklariert.Der eine darf auf der sicheren Seite seiner Brücke mit zensierter Kultur beharren und die anderen
    sollen bitte die ihre Aufgeben oder darauf verzichten.Nicht das Buch und die ausgeladene Schriftstellerin sind der Konfliktstoff sondern dieser verbirgt sich hinter der Begründung der Ausladung.
    Sollen die doch ein Koranfestival veranstalten.Da bleibt alles in ihrer sozialen Kultur und Norm.
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