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Einzelkommentar zu:
Zwei Oscars für "Milk"


#30 DragonWarrior
  • 23.02.2009, 19:47h
  • war ja klar dass die homophobie-vorwürfe wieder in den kommentaren auftauchen würden, wie schon vor zwei jahren, als brokeback mountain als nominierter bester film gegen LA CRASH unterlag, einen Film, den ich nach wie vor für den entschieden besseren Film halte, weil er mich als zuschauer von der ersten bis zur letzten sekunde fesselte und anrührte, während ich bei BROKEBACK MOUNTAIN nach 20 minuten zum ersten mal gedacht habe "könnten wir jetzt mal zur sache kommen, ich hab genug landschaft gesehen!"

    erstmal ist der Artikel selber zu korrigieren: MILK setzte sich in der Kategorie "Bestes Original-Drehbuch" nicht gegen FROST/NIXON und GLAUBENSFRAGE durch, denn die waren wie SLUMDOG MILLIONAIRE in der Kategorie "Bestes Drehbuch nach einer Vorlage" nominiert.

    niemand mit verstand für 5 cent wird den oscar für heath ledger als homophobe entscheidung gegen MILK betrachten. mal abgesehen von der schauspielerischen glanzleistung die er hingelegt hat, kann man diesen oscar getrost auch als posthume würdigung des lebenswerkes interpretieren.

    ich hätte mich auch sehr gewundert, wenn der oscar für die besten kostüme an MILK gegangen wäre, denn da sind eindeutig historische (DUCHESS) und fantasythemen deutlich den 70/80er jahren überlegen, was die vielfalt und den aufwand der kostüme angeht, die mit diesem oscar gewürdigt werden.

    welcher film nun besser geschnitten ist - hm, da müsste ich SLUMDOG MILLIONAIRE nochmal im vergleich sehen... auch ob der soundtrack von SLUMDOG nun besser ist als der von BENJAMIN BUTTON, den ich persönlich besser fand als den von MILK kann ich nicht wirklich sagen...

    ich weiß nicht wie eingeschränkt man in seiner sichtweise sein muss - oder wie sehr man verdrängen muss, dass es bei der oscarverleihung um preise für filmschaffende geht - um die vergabe der letzten drei genannten oscars an andere filme homophob zu finden...

    bleiben die oscars für die beste regie und den besten film...
    schwierig zu sagen, wenn man SLUMDOG hierzulande eigentlich noch nicht gesehen haben kann...
    von daher ist sascha's getöse erst einmal nicht mehr als ein vor-urteil, denn mit sicherheit ist es nicht die "x-te billige hetero romanze", das wird aus den rezensionen ziemlich deutlich, die international im netz zu lesen sind.
    ich enthalte mich dieser diskussion im moment, solange ich nicht offiziell vergleichen kann, was verglichen werden sollte... ;-))

    erinnert sei daran, dass die academy bereits 1984 die doku über milk mit dem oscar belohnte, erinnert sei an oscar's für BOY'S DON'T CRY, an CAPOTE, an PHILADELPHIA die oscars bekommen haben... (und daran, das die academy schon 3 (!) oscars an Harold Ashman vergeben hat für Song-Texte in Disney Produktionen 1990/92/93 - den oscar für "BEAUTY AND THE BEAST" nahm sein Partner entgegen... was das erste mal war, dass eine schwule partnerschaft im business so offen bei der verleihung thematisiert wurde.

    man kann darüber streiten, welche filme nominiert werden...

    (Das Verfahren, nach dem die Nominierung von Kandidaten sowie die anschließende Wahl ablaufen, ist genau reglementiert.
    Generell ist jeder Spielfilm (nach Definition ein Film mit einer Mindestdauer von 40 Minuten in Form einer 35- oder 70-mm-Kopie oder als 24-Bilder-Digitalkinoformat mit einer Mindestauflösung von 1280x1024 Pixeln), der in Los Angeles County mindestens sieben Tage lang in einem öffentlichen Kino gegen Entgelt zwischen dem 01. Januar und dem 31. Dezember gezeigt wurde, für die Academy Awards des darauf folgenden Jahres zugelassen.
    Zum Jahresende wird von der Academy eine Liste aller zur Wahl stehenden Filme erstellt, aus welcher in der ersten Phase die Mitglieder fünf Filme aus ihrem eigenen Aufgabenbereich nominieren. Somit wählen Schauspieler den besten Schauspieler oder Musiker die beste Filmmusik - eine Ausnahme stellt lediglich die Kategorie "bester Film" dar, für welche alle Mitglieder stimmberechtigt sind.
    Ausnahmen bestätigen die Regel - so auch hier. Bei der Kategorie "bester ausländischer Film" etwa darf jedes Land der Academy lediglich einen Film zur Nominierung vorschlagen. Dokumentar- und Kurzfilmoscars unterliegen anderen Reglementierungen bezüglich der Aufführungsdauer und des Aufführungsortes. Die Preise für die Kategorien "bestes Make-Up" und "bester animierter Spielfilm" dagegen werden nur dann verliehen, wenn nach Ermessen der Academy genügend Filme die für eine Auszeichnung in Frage kämen erschienen sind.

    Die Top 5 jeder Kategorie werden anschließend im Januar der Öffentlichkeit als Nominierte bekanntgegeben. Die Mitglieder der Academy haben nun in der zweiten Phase die Möglichkeit, die nominierten Filme anzusehen um sich ein Urteil zu bilden und aus diesen Vorschlägen jeweils bis spätestens eine Woche vor der Verleihung einen Favoriten zu wählen. Bei dieser Phase sind nun alle Mitglieder für alle Kategorien wahlberechtigt, eine Beschränkung auf das eigene Spezialgebiet gibt es hier nicht mehr.)

    insofern kann es erst einmal als ehre angesehen werden, überhaupt nominiert zu werden. und da sind 8 nominierungen sicherlich kein zeichen für homophobie. von der könnte man sprechen, wenn MILK nicht nominiert worden wäre.
    von homophobie könnte man auch sprechen, wenn die reden und der anschließende reaktionen im publikum anders gewesen wären.

    mit anderen worten: hier in dieser art von homophobie zu schreiben - zumal der vergleich mit SLUMDOG hier in deutschland noch nicht möglich ist, ist einfach mal wieder der "sascha-kick"... schade eigentlich denn so kann man sich so lächerlich machen, dass man in anderen diskussionen nicht mehr ernstgenommen wird.
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