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Kommentare zu:
Zwei Oscars für "Milk"


#31 SaschaEhemaliges Profil
  • 23.02.2009, 20:03h
  • Antwort auf #28 von Samuel
  • Dann interpretierst du Kinseys Ergebnisse falsch und ordnest sie vor allem nicht richtig und kritisch in den gesellschaftlichen Kontext ein, in dem er seine Studien durchgeführt hat... Die für eine heteronormative Gesellschaft eigentlich "revolutionäre" Feststellung war nämlich der eindeutige empirische Beleg dafür, dass die von dir behauptete "heterosexuelle" Mehrheit in Wahrheit keine heterosexuelle Mehrheit ist, sondern eine Mehrheit, die mehrheitlich sehr wohl homosexuell empfindet, dass also die Mehrheit der Männer entgegen deiner Behauptung sehr wohl auf Männer steht! Und das war und ist unter den herrschenden Bedingungen durchaus bemerkenswert! Aber offenbar bist du im Jahr 2009 noch nicht einmal da angekommen, wo Kinsey (dessen Studien natürlich auch große Schwächen aufwiesen, vor allem in der nicht erfolgten, kritischen soziologischen Bewertung der Ergebnisse) schon vor einem halben Jahrhundert war!

    Deine letzte Frage wird übringens durch Millionen von Coming-Out-Biographien beantwortet. Der eine benötigt eben nur ein paar Jahre, der andere Jahrzehnte und wieder andere schaffen es niemals, sich von der heterosexuellen Zwangskultur zu befreien, in die wir alle erst einmal hineingezwängt werden. Daher sind deine "Quantifizierungsversuche" und dein demonstratives Festklammern an den von dir internalisierten, vermeintlich natürlichen Mehrheits-Minderheits-Positionen ebenso unsinnig wie reaktionär!
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#32 SamuelAnonym
#34 SaschaEhemaliges Profil
  • 23.02.2009, 21:10h
  • Antwort auf #32 von Samuel
  • Weißt du, deine persönliche Interpretation (z.B. der Ergebnisse von Kinseys Untersuchungen) überlasse ich dir selbst. Diese Diskussion ist nicht zielführend, da letztlich irrelevant. Worauf es ankommt, ist die Vision von der Gesellschaft, in der wir leben wollen. Und für mich ist das eine, in der KEINE irgendwie geartete Zwangssexualisierung, keine "Normierung" sexueller Identitäten, keine Diskriminierung und Sanktionierung von angeblich abweichenden Identitäten stattfindet, sondern in der sich jeder Mensch frei von gesellschaftlich vermittelten Ängsten und Zwängen selbstbestimmt entdecken und ausleben kann. Dann werden sich die von dir so vehement - offensichtlich als Ablenkungsmanöver - vorgebrachten Fragen von alleine beantworten und erledigen.
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#35 DragonWarrior
  • 23.02.2009, 21:22h
  • @ sascha

    "Die für eine heteronormative Gesellschaft eigentlich "revolutionäre" Feststellung war nämlich der eindeutige empirische Beleg dafür, dass die von dir behauptete "heterosexuelle" Mehrheit in Wahrheit keine heterosexuelle Mehrheit ist, sondern eine Mehrheit, die mehrheitlich sehr wohl homosexuell empfindet, dass also die Mehrheit der Männer entgegen deiner Behauptung sehr wohl auf Männer steht!"

    so hat kinsey das nie behauptet, denn es fehlt zumindest das wort "auch" vor "auf männer" oder "homosexuell empfindet"...

    und da bröckelt dann eine mehrheit sehr schnell...

    du kannst nicht einfach kinseys kategorien 1-6 zu einer homosexuellen mehrheit umdeuten...

    de.wikipedia.org/wiki/Kinsey-Skala

    hier eine zusammenfassung der ergebnisse von kinsey nach

    www.marianne-kauer.ch/abq/literatur/seminararbeit_lauper_gen
    iets.pdf


    "37% der untersuchten Männer (alles Weisse) haben wenigstens eine reale homosexuelle Erfahrung bis zum Orgasmus zwischen Jugendzeit und hohem Alter
    30% der untersuchten Männer haben zumindest einzelne homosexuelle Erlebnisse oder Reaktionen (Werte 1-6) über eine Periode von mindestens drei Jahren zwischen dem Alter von 16 und 55 Jahren
    25% der untersuchten Männer haben mehr als einzelne homosexuelle Erlebnisse oder Reaktionen (Wert 2-6) über eine Periode von mindestens drei Jahren zwischen dem Alter von 16 und 55 Jahren
    18% der untersuchten Männer haben mindestens genau so viele homosexuelle wie heterosexuelle Erlebnisse oder Reaktionen (Werte 3-6) über eine Periode von mindestens drei Jahren zwischen dem Alter von 16 und 55 Jahren
    10% der untersuchten Männer sind mehr oder weniger ausschliesslich homosexuell in ihrem Verhalten (Werte 5 oder 6) über eine Periode von mindestens drei Jahren zwischen dem Alter von 16 und 55 Jahren
    4% der untersuchten Männer sind ausschliesslich homosexuell in ihrem Verhalten nach Beginn der
    Pubertät.

    Da nur 50% der untersuchten männlichen Population ausschliesslich heterosexuell und nur 4% ausschliesslich homosexuell in ihrem Verhalten zu sein schienen, schloss Kinsey daraus, dass sich 46% der untersuchten männlichen Population als Erwachsene sowohl heterosexuell als auch homosexuell betätigt oder auf Personen beiderlei Geschlechts reagiert haben."

    es ist klar, das kinsey's studie methodische schwächen aufwies, aber das erlaubt nicht eine komplette uminterpretation seiner ergebnisse

    "Kinsey hat es einmal so ausgedrückt, dass es falsch sei, „zwischen zwei deutlich verschiedenen Gruppen, Heterosexuellen und Homosexuellen, zu unterscheiden. Man kann die Welt nicht in Schafe und Ziegen einteilen. Nicht alle Dinge sind schwarz oder weiß . . . Die Natur kennt keine scharfen Einteilungen. Nur der Mensch erfindet Kategorien und versucht, die Wirklichkeit in verschiedene Schubfächer zu zwingen. Alles Leben ist in jeder Hinsicht ein Kontinuum. Je früher wir dies im Hinblick auf das menschliche Sexualverhalten lernen, um so eher werden wir die Wahrheit über die Sexualität begreifen."

    Kinsey führte weiter aus, welche Folgerungen dieser neue Ansatz nahelegt: „Man könnte über diese Dinge wesentlich präziser nachdenken, wenn Menschen nicht als heterosexuell oder homosexuell bezeichnet würden, sondern als Individuen mit einer bestimmten Anzahl heterosexueller Erfahrungen und einer bestimmten Anzahl homosexueller Erfahrungen. Statt diese Begriffe als Hauptwörter zu verwenden, mit denen Personen bezeichnet werden, oder als Adjektive, die Menschen beschreiben, sollten sie eher dazu verwandt werden, die Form der sexuellen Beziehung oder die Stimuli, auf die ein Mensch erotisch reagiert, zu charakterisieren."

    Diese Feststellung trifft den Sachverhalt genau, weil das „Problem Homosexualität" zumindest zum Teil durch die Gedankenlosigkeit und die sprachliche Schlamperei derer verursacht wird, die über sie sprechen. Um nur ein Beispiel zu geben: In der Armee, im Gefängnis, in psychiatrischen Anstalten werden Menschen manchmal als „Homosexuelle" etikettiert, wenn man feststellt, dass sie eine einzelne homosexuelle Erfahrung gemacht haben. Denjenigen, die solche Etiketten vergeben, fällt es jedoch nicht auf, dass auch jeder Mensch mit nur einer einzelnen heterosexuellen Erfahrung als „Heterosexueller" bezeichnet werden müsste, würde man sich dieser Logik anschließen.

    www2.hu-berlin.de/sexology/ATLAS_DE/html/homosexueller_gesch
    lechtsverke.html#TOP
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#36 gerdAnonym
  • 23.02.2009, 21:25h
  • Interessant finde ich an den zwei Oscars für den Film Milk übrigens den Oscar-Sieg des Drehbuchautors Dustin Lance Black.

    *
    de.wikipedia.org/wiki/Dustin_Lance_Black

    Sean Penn als bester Hauptdarsteller ist bereits den meisten Filmenthusiasten ausreichend bekannt; aber die Biographie und die Arbeiten von Dustin Lance Black habe ich erst mit dem Oscarsieg erstmals zur Kenntnis genommen.

    Gewünscht hätte ich mir als dritten Oscar den Sieg in der Kategorie:Regie für Gus Van Sant, der meines Erachtens mittlerweile aufgrund seiner Arbeiten einen Oscar verdient gehabt hätte.
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#37 ein besorgter MitleserAnonym
  • 23.02.2009, 21:32h
  • Oh Mann, da gewinnt dieser extrem attraktive, smarte, junge Drehbuchschreiber, inclusive Sean Penn, den Oscar, hält eine bewegende Rede und diese neidische, penetrante, chronisch unge****te virtuelle Vollzeitchwuchtel "Sascha" hat wieder einmal nichts besseres im Sinn, als den gesamten Comment mit Gewalt an sich zu reißen,bloß um wieder einmal ihr eindimensionales egozentrisches Geschnatter zu inszenieren?!

    ICH GLAU-BE ES EINFACH NICHT!
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#38 SamuelAnonym
#39 Mirror
  • 23.02.2009, 22:54h
  • Ojeh,
    ich lass euch dann mal im beginnenden Seminarraum allein,einschließlich aller sich in ausführlichen und objektiven Auswertungen aufopfernden Interpretationskünstler Kinsey s Studien
    Helau Alaaf
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#40 SaschaEhemaliges Profil
  • 24.02.2009, 00:00h
  • Antwort auf #35 von DragonWarrior
  • Ach, @Dragon Warrior, du hättest dir deinen Aktionismus sparen können, denn ich kenne die Kinsey-Reports sehr genau - und weiß daher auch, dass viele der Thesen, die du hier breittrittst (insbesondere die angesichts deiner persönlichen "Weiterentwicklung" bei dir wohl sehr beliebte These einer angeblich weitverbreiteten, originär "bisexuellen" Orientierung") durch zahlreiche jüngere Studien recht deutlich widerlegt wird. Mir ging es auch ganz und gar nicht um die nach aktuellem Forschungsstand völlig unzulänglichen Interpretationen Kinseys, sondern lediglich darum, auf die Tatsache hinzuweisen, dass dieser schon vor einem halben Jahrhundert das Märchen von der unumstößlichen, "naturgegebenen" heterosexuellen Mehrheit sehr deutlich ins Wanken gebracht hat. Und dass wir, insbesondere als schwule Community, im 21. Jahrhundert nicht hinter diese Minimalerkenntnis zurückfallen sollten!
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