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- 26. Februar 2009 2 Min.
Schwulenaktivist Rosa von Praunheim beschreibt im neuen Interviewbuch "Skandal", warum seine Outings Anfang der 1990er Jahre richtig waren – und beklagt, dass Schwule heutzutage Spießer sind.
"Ich wusste, was ich tat. Mit Biolek und Kerkeling habe ich keine hilflosen Wesen geoutet, sondern Sympathieträger, beliebte Narren der Gesellschaft, die niemand so leicht steinigen konnte", erklärte der 66-jährige von Praunheim auf die Frage, ob Outings nicht ein Verstoß gegen die Privatsphäre sind. "Wer wie Kerkeling und Biolek berühmt ist und zu einer Gruppe gehört, die diskriminiert, gemobbt und verprügelt wird, hat kein Privatleben im herkömmlichen Sinn. Sein Privatleben ist immer politisch". Daher sei es eine "Pflicht, an die Öffentlichkeit zu gehen".
Von Praunheim hatte 1991 in der RTL-Sendung "Der heiße Stuhl" Alfred Biolek, Hape Kerkeling und fälschlicherweise Götz George als schwul geoutet und damit eine öffentliche Debatte ausgelöst. Dabei musste er auch einiges einstecken: "Ich war Freiwild: Einige Medien haben Berufsverbot für mich gefordert, andere zur Jagd auf mich aufgerufen und meine Adresse abgedruckt. Die Medien lieben den Verrat, aber sie bestrafen den Verräter." Er habe aber mit dieser Aktion verändert, wie Medien über Schwule berichten, ist sich der Regisseur sicher: "Vorher tauchten Schwule meist nur im Zusammenhang mit Drogen, Mord und Aids-Tod auf; Stars mussten eine Vorzeige-Verlobte präsentieren. Als Folge von meinem Outing waren Schwule plötzlich normal und wurden wohlwollend dargestellt."
Praunheim: Schwule sind auch konservativ
In dem Interview bedauert von Praunheim auch, dass Schwule sich inzwischen der heterosexuellen Welt anpassten, weil sie "ein Stück vom Kuchen abbekommen" haben: "Natürlich habe ich gehofft, dass wir das starre System konservativer Moral aufbrechen und durch ein offeneres, menschlicheres, demokratischeres ersetzen können. Dass wir zeigen können, dass es mehr Möglichkeiten des Zusammenlebens gibt als die bürgerliche Kleinfamilie. Aber wie bei so vielen Revolutionen war es nur eine Illusion. Ein paar Jahre lang herrschte Aufbruchstimmung, danach war alles wieder genauso spießig wie zuvor".
Im Buch "Skandal. Die Macht der öffentlichen Empörung" geben 30 Menschen, die Medien-Skandale eingeleitet haben, Auskunft über ihre Motive, Ziele und Hoffnungen. Darunter sind neben von Praunheim etwa Ex-Terrorist Peter-Jürgen Boock, der wortgewandte "Spiegel"-Autor Henryk M. Broder oder die jahrelang gefangen gehaltene Natascha Kampusch. Das Buch ist im Halem-Verlag erschienen. (dk)
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der utopie fehlt als grundlage die ökonomische analyse.
so etwas ist für alle prinzipiell nur in einem
sozialen u n d demokratischen rechtsstaat
möglich.
die gründe kennt jeder oder wird sie demnächst
für sich entdecken.
natürlich ist die utopie nach einen sozialen und demokratischen rollback, dem neoliberalen, wie er tausendfach belegt, stattgefunden hat,
heute weiter entfernt, als zum zeitpunkt des damals denkbaren.
in israel freut sich die community, trotz der erfolgreichen wahl für die blutrausch-parteien des gaza-massakers, über den zweiten offen schwulen abgeordneten:
"Meretz won three seats in the 2009 Israeli elections on February 10, 2099, election,[3] making Horowitz the second openly gay Knesset member in Israeli history. The first, Uzi Even, also was a member of Meretz.[4] On February 16, he announced a plan to bring to the Knesset a bill that would allow marriages or civil unions between two partners regardless of their religion, ethnic background, or gender.[5].."
en.wikipedia.org/wiki/Nitzan_Horowitzhttp://www.aibai.cn/inf
o/open.php?id=19113
ich sehe das heute dort als fortschritt.
den fortschritt hier, sehe ich in der verteidigung
des szialen und demokratischen rechtsstaates
und die erkämpfung eines real existiereden kapitalismus mit menschlichen anlitz.
zur zeit haben wir fratze und klassenkampf von oben.