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- 09. März 2009 2 Min.
Die indische Vier-Millionen-Einwohner-Stadt Chennai will öffentliche Toiletten für Transsexuelle einführen – nicht jede ist glücklich darüber.
Das soll ein erster Schritt zur Anerkennung von Mann-zu-Frau-Transsexuellen sein, die auf dem Subkontinent meist als Hijras bezeichnet werden, meldet die Nachrichtenagentur AP. Stadtrat Rajesh Lakhoni erklärte, das Pilotprojekt könne auch in anderen Städten übernommen werden, wenn die Öffentlichkeit es annimmt. In ganz Indien soll es Schätzungen zufolge 500.000 Mann-zu-Frau-Transsexuelle geben.
Unter den Hijras ist die neue Regelung umstritten. So lehnt die Thamilnadu Aravanigal Association, eine Organisation sexueller Minderheiten, die Trans-Toiletten ab, weil diese eine neue Art der Diskriminierung darstellten. "Wir wollen als Frauen anerkannt werden. In unserem Herzen sind wir Frauen", erklärte Aasha Bharati, die Vorsitzende der THAA.
Dagegen sprach sich Rose Venkatesan, die erste transsexuelle TV-Moderatorin, für die Idee aus: "Es gibt ein großes Problem, weil nicht jede eine Geschlechtsanpassung durchgeführt hat", so Venkatesan. "Heute ist so etwas notwendig, aber langfristig gesehen sollten wir auf eine Gesellschaft hinarbeiten, in der jeder die selben Toiletten benutzt."
In Indien hat das Leben zwischen den Geschlechtern eine lange Tradition. Die Hijras werden oft als "das dritte Geschlecht" bezeichnet. Sie tragen traditionelle Saris, geben sich feminin, nehmen Frauennamen an und bilden praktisch eine eigene Kaste in der komplizierten Hierarchie der indischen Gesellschaft. Diese geht ambivalent mit der Minderheit um: Häufig werden Hijras aufgrund ihrer Andersartigkeit verachtet, doch viele Menschen glauben an deren besondere Kraft, die es ihnen ermöglicht, Neugeborene, Ehen oder auch Häuser zu segnen.
Oft werden Hijras jedoch in die illegale Prostitution gedrängt. Die Zahl der HIV-Infektionen ist unter ihnen besonders hoch. Ehen zwischen Hijras und Männern werden in der Regel akzeptiert. Um zu einer vollwertigen Hijra zu werden, unterziehen sich viele einer Kastration, die oft unter katastrophalen hygienischen Bedingungen durchgeführt wird und bei der viele sterben.
Moderne, finanziell besser gestellte Transsexuelle lassen sich häufig im Ausland operieren. Sie lehnen es aber ab, zum dritten Geschlecht gezählt zu werden, sondern leben als Frauen in Indien relativ integriert. (dk)














Eine beachtliche Anzahl an FtM. Bei einer so hohen Quote werde ich dann doch etwas stutzig und frage mich, ob nicht in vielen Fällen die Transsexualität nur vorgeschoben ist, um der Diskriminierung und Ausgrenzung auf Grund von Homosexualität zu entgehen. Die Quote der Schwulen müsste dann dementsprechend weitaus geringer ausfallen, als die Schätzungen in anderen Ländern ergeben.
Ich will nichts falsches sagen, aber ich hörte mal für Deutschland Zahlen zwischen ca. 1500 bis 3000 Transsexuellen und damit sind sowohl Frau zu Mann (Transfrauen), als auch Mann zu Frau (Transmänner) gemeint, die sich in angleichenden Behandlungen befinden oder diese bereits schon abgeschlossen haben.
Was die Trannytoilette betrifft: während des Passings wäre so etwas "manchmal" ganz hilfreich, wenn man auf kein Örtchen wirklich passt und überall mit Zweifeln im Blick angestarrt wird. Danach ist es aber meist quatsch, da Transsexuelle in der Regel einfach in ihrem Geschlecht angesehen und in diesem vollständig akzeptiert werden möchten. Ohne wenn und aber.