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  • 11. März 2009 12 1 Min.

Die European Broadcasting Union hat die Teilnahme des georgischen Liedes "I Don’t Wanna Put In" in der aktuellen Version beim Eurovision Song Contest untersagt – aus dem Song müssen nun Putin-kritische Textstellen entfernt werden, damit er im Mai beim Moskauer Grand Prix teilnehmen darf.

Der Beitrag gewann vergangenen Monat die georgische Vorentscheidung (queer.de berichtete). Darin wird nur leicht verschlüsselt der russische Ministerpräsident Wladimir Putin kritisiert. Hintergrund: Russland hatte Georgien letztes Jahr militärisch angegriffen, nachdem die russische Minderheit im vorderasiatischen Fünf-Millionen-Einwohner-Land die Unabhängigkeit gefordert hatte.

"Politische Texte, Ansprachen oder Gesten sind nicht erlaubt", erklärte ein Sprecher der in Genf ansässigen EBU. Die russischen Organisatoren hatten nach eigenen Angaben nichts mit der Entscheidung zu tun. Noch ist unklar, ob das von Stefane & 3G interpretierte Lied nun geändert wird. Der Produzent der Gruppe erklärte, er warte noch auf die offizielle Bestätigung der EBU.

Youtube | "I Don't Wanna Put In" in der georgischen Vorausscheidung

Zum Grand-Prix-Finale am 16. Mai in Moskau wird es voraussichtlich noch weitere Kontroversen geben. Homo-Aktivisten haben bereits angekündigt, an diesem Tag den CSD in der russischen Hauptstadt abhalten zu wollen. Diese Veranstaltung ist in den vergangenen Jahren regelmäßig verboten und anschließend niedergeknüppelt worden. Der homophobe Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow hat Schwule und Lesben bereits vor Aktionen im Rahmen des Musikfestivals gewarnt (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 XDAAnonym
  • 11.03.2009, 12:55h
  • Zensur um die Russen bei Laune zu halten. Ich frage mich, wieso die mitmachen dürfen ... Ich hoffe, dass es zur Demo kommt dort !!!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 11.03.2009, 16:57h
  • Das Urteil der EBU überrascht mich nicht.
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#3 FloAnonym
  • 11.03.2009, 17:44h
  • Soviel zum Thema Meinungsfreiheit in Europa. Da beschwert sich Russland einmal und schon kuscht die EBU als Veranstalter des Eurovision Song Contest.

    Stattdessen sollte man verlangen, dass die Ausrichterstadt halt die gewählten Titel auszustrahlen hat. Wem das nicht passt, der darf halt den ESC nicht ausrichten.

    Das zeigt wieder mal, dass Russland von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit noch meilenweit entfernt ist. Das zeigt aber auch, dass bei der EBU wie an so vielen anderen Stellen wirtschaftliche Interessen über Grundrechte gestellt werden (war ja in der EU bei der Aufnahme Polens auch nicht anders).

    Schon seit Lordi und dem Punktegeschacher der Ost-Connection ist das nicht mehr das, was ich unter dem Eurovision Song Contest verstehe und die aktuelle Zensur beim Grand Prix ist ein weiterer Grund, diese zur Lächerlichkeit verkommene Veranstaltung nicht mehr anzusehen.

    "Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition!!"
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