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Die European Broadcasting Union hat die Teilnahme des georgischen Liedes "I Don’t Wanna Put In" in der aktuellen Version beim Eurovision Song Contest untersagt – aus dem Song müssen nun Putin-kritische Textstellen entfernt werden, damit er im Mai beim Moskauer Grand Prix teilnehmen darf.

Der Beitrag gewann vergangenen Monat die georgische Vorentscheidung (queer.de berichtete). Darin wird nur leicht verschlüsselt der russische Ministerpräsident Wladimir Putin kritisiert. Hintergrund: Russland hatte Georgien letztes Jahr militärisch angegriffen, nachdem die russische Minderheit im vorderasiatischen Fünf-Millionen-Einwohner-Land die Unabhängigkeit gefordert hatte.

"Politische Texte, Ansprachen oder Gesten sind nicht erlaubt", erklärte ein Sprecher der in Genf ansässigen EBU. Die russischen Organisatoren hatten nach eigenen Angaben nichts mit der Entscheidung zu tun. Noch ist unklar, ob das von Stefane & 3G interpretierte Lied nun geändert wird. Der Produzent der Gruppe erklärte, er warte noch auf die offizielle Bestätigung der EBU.

Youtube | "I Don't Wanna Put In" in der georgischen Vorausscheidung

Zum Grand-Prix-Finale am 16. Mai in Moskau wird es voraussichtlich noch weitere Kontroversen geben. Homo-Aktivisten haben bereits angekündigt, an diesem Tag den CSD in der russischen Hauptstadt abhalten zu wollen. Diese Veranstaltung ist in den vergangenen Jahren regelmäßig verboten und anschließend niedergeknüppelt worden. Der homophobe Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow hat Schwule und Lesben bereits vor Aktionen im Rahmen des Musikfestivals gewarnt (queer.de berichtete). (dk)



12 Kommentare

#1 XDAAnonym
  • 11.03.2009, 12:55h
  • Zensur um die Russen bei Laune zu halten. Ich frage mich, wieso die mitmachen dürfen ... Ich hoffe, dass es zur Demo kommt dort !!!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 FloAnonym
  • 11.03.2009, 17:44h
  • Soviel zum Thema Meinungsfreiheit in Europa. Da beschwert sich Russland einmal und schon kuscht die EBU als Veranstalter des Eurovision Song Contest.

    Stattdessen sollte man verlangen, dass die Ausrichterstadt halt die gewählten Titel auszustrahlen hat. Wem das nicht passt, der darf halt den ESC nicht ausrichten.

    Das zeigt wieder mal, dass Russland von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit noch meilenweit entfernt ist. Das zeigt aber auch, dass bei der EBU wie an so vielen anderen Stellen wirtschaftliche Interessen über Grundrechte gestellt werden (war ja in der EU bei der Aufnahme Polens auch nicht anders).

    Schon seit Lordi und dem Punktegeschacher der Ost-Connection ist das nicht mehr das, was ich unter dem Eurovision Song Contest verstehe und die aktuelle Zensur beim Grand Prix ist ein weiterer Grund, diese zur Lächerlichkeit verkommene Veranstaltung nicht mehr anzusehen.

    "Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition!!"
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#4 XDAAnonym
#6 XDAAnonym
#7 Kitzler
  • 11.03.2009, 20:14h
  • Wenn in den Regeln steht daß politische Aussagen auszuschließen sind in den Texten. Vieleicht ist es doch zu nah an einer politischen
    Aussage in dem Lied.Andererseits muss man der Band Respekt zollen dass sie sich weigert den Text zu ändern.Sie ist für ihre Aussagen opferbereit und verzichtet auf eine Teilnahme
    Sehr vorbildlich aber mit wohl schädlichen Konsequenzen für die Karriere.
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#8 sackarschwilliAnonym
#9 Lars3110
  • 12.03.2009, 14:28h
  • Antwort auf #3 von Flo
  • Es hat nichts mit Russland oder deren Verständnis von Demokratie zu tun, ausnahmsweise mal.

    Es sind nun mal die Regeln.
    Es gibt genug Beispiele in der Geschichte des Grand Prix, in denen Lieder nicht zugelassen wurden oder halt zur Änderung aufgefordert wurde.
    Das letzte Beispiel war Isreal vor 2 Jahren, es war grenzwertig.
    Für Politik gibt es genug Platz woanders.
    Ich finde, dass der ESC hier zurecht politisch neutral bleiben sollte, weil dies doch eine schöne Abwechslung zum unerfreulichen Alltag darstellt.

    Aber natürlich wird der ESC auch politisch ausgenutzt (siehe allein schon das Abstimmverhalten), aber die EBU hat hier immer wieder gegengesteuert.
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#10 xyAnonym
  • 12.03.2009, 19:14h
  • Antwort auf #9 von Lars3110
  • Kindchen, es gab mal eine Zeit, das war so vor zwanzig, dreißig, vierzig Jahren, da pfiff man auf "die Regeln". Da kuschte man nicht, perfekt dressiert, und hielt irgendwelche Vorschriften für gottgegeben und unabänderlich. Da nahm man zum Motto, wie es vorab in einem sicher mittlerweile zensierten und demnächst verbotenen Produkt hieß: "Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt!"

    Die Herrschaften aus Georgien sollten das tun, was man bei Zensur am besten tut: Selbige kenntlich machen. An der Stelle der verbotenen Wörter einfach schweigen. Es weiß ja inzwischen jeder, was da gesagt werden sollte. (So Schweigen nicht inzwischen auch schon verboten worden ist von Putin und Co., in solchen Systemen ist Jubeln ja das Mindeste, was die Obrigkeit verlangt.)

    Das hätte nicht nur etwas mit Mut zu tun, sondern auch mit Würde. Also mit etwas, von dem Schwule wenig Ahnung zu haben scheinen. Sonst würden sie dem ganzen "ESC"-Quark nicht mehr soviel Aufmerksamkeit schenken (als mutmaßlich letzte westlich der Oder).
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