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In Berlin werden ab kommende Woche LSVD-Plakate ausgehängt, auf denen küssende hetero- oder homosexuelle Pärchen gezeigt werden. Darunter steht in deutscher, türkischer und arabischer Sprache: "Liebe verdient Respekt".

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stellt die neue Plakatkampagne des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg am kommenden Dienstag vor. Bislang gibt es drei Motive von küssenden Pärchen in der U-Bahn – einem lesbischen, einem schwulen und einem heterosexuellen. Darüber hinaus wird die Internetseite www.zeig-respekt.de beworben, auf der weitergehende Informationen zum Thema Homosexualität zu finden sind.

Gestartet wird mit 160 Großflächen, bis Ende 2009 werden über 250 weitere Flächen plakatiert. Darüber hinaus wurden an alle 464 weiterführen Schulen in Berlin Plakate im Format A2 verteilt. Auch in Jugendzentren und Behörden werden die insgesamt 21.000 Plakate aufgehängt. Schwerpunkt der Kampagne sind soziale Brennpunkte wie Nord-Neukölln und Moabit-West.

Hintergrund der Kampagne ist die besonders unter Jugendlichen weit verbreitete Homophobie. In jüngster Zeit häuften sich Übergriffe auf Schwule und Lesben. Auch auf das "Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen" wurden seit seiner Einweihung im Mai 2008 zwei Anschläge verübt. Dazu hat auch der Berliner Senat ein 26-Punkte-Programm beschlossen, mit dem die Homofeindlichkeit unter Jugendlichen bekämpft werden soll (queer.de berichtete).

"Dass ein Kuss zwischen zwei Menschen Hass und Gewalt hervorruft, ist traurig und nicht zu verstehen", erklärte dazu Wowereit in der "Berliner Stimme". "Leider ereigneten sich in den vergangenen Monaten zahlreiche homophobe Hassverbrechen. Offenheit und Toleranz in der Gesellschaft müssen mit allen rechtstaatlichen Mitteln verteidigt werden."

Hinter der Plakataktion steht ein gesellschaftliches Bündnis, dem neben städtischen Behörden auch Menschenrechts-, Homo- und Migrantenorganisationen angehören. So gehört etwa der Fußballverein Türkiyemspor Berlin, der Verein Iranischer Flüchtlinge in Berlin e.V. und der interkulturelle Mädchentreffpunkt Dünja zu den Unterstützern.

Finanziert wird die Kampagne durch das Programm "Soziale Stadt" der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die Koschwitz Plakat GmbH hat einen Großteil der Werbeflächen gesponsert. (pm/dk)



15 Kommentare

#1 Tim_ChrisProfil
  • 12.03.2009, 18:28hBremen
  • Gute Aktion, die hoffentlich nicht nur auf Berlin beschränkt bleibt. Und natürlich hoffe ich, dass neben der Plakataktion das Ganze auch in vielen Diskussionen thematisiert wird. Denn das eine ist ohne das andere nur eine verpatzte Chance.
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#2 gelderlanderEhemaliges Profil
#3 SteffiAnonym
#4 The RisingAnonym
  • 12.03.2009, 23:21h
  • Na ja, zwei von drei Plakaten zeigen das, was man sowieso rund um die Uhr auf allen Kanälen sieht, und nur eines zeigt das, was in dieser Gesellschaft wirklich auf massive Gewalt und Ausgrenzung stößt. Werden da wieder einmal falsche Akzente gesetzt?

    Passend dazu folgende Meldung:

    "Schulen benachteiligen Jungen massiv

    Das Schulsystem produziert haufenweise Verlierer - die Mehrheit ist männlich. Schon im Kindergarten werden Mädchen deutlich bevorzugt, auch in der Schule müssen Jungs um Aufmerksamkeit und gute Noten kämpfen."

    www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,612997,00.html

    Und neulich hatten wir ja in einem anderen Thread schon festgestellt, dass die gefühlte sexuelle Freiheit unter männlichen Jugendlichen seit den 70er Jahren deutlich abgenommen hat(gleichgeschlechtliche Erfahrungen minus 40 bis minus 50% seit 1980 und minus 75% seit 1970; bei jungen Frauen hingegen allein in den letzten 15 Jahren plus 100%; Anteil aktuell bei Jungen auf historischem Tiefstand von 6% versus 13% bei Mädchen). Irgendwie schreit das danach, insbesondere jungen Männern endlich neue Räume zu eröffnen, in denen sie sich frei von Gewalt, gesellschaftlichen Zwängen und Leistungsdruck (ein nicht unwesentlicher Teil davon kommt von der heteronormativen Rund-um-die-Uhr-Beschallung) entfalten und entdecken können.
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#5 Katrin
  • 12.03.2009, 23:41h
  • Im Fernsehen läuft grad eine Werbung, wo man sich im Vorstand bei der 08-15 Bank fragt ob man Fähnchen vergeben soll oder wirklichen Gegenwert erzeugen soll. Mit dieser Aktion ist es genau so: Man haut Steuer- und Spendengeld raus um Toleranz vorzutäuschen, die man selbst garnicht hat.

    Der erste Schritt gegen Gewalt ist die vollständige Gleichstellung von Homopärchen!! Danach können Plakate geklebt werden. Hier tritt die SPD mit Phrasen in den Wahlkampf ein und bereitet sich auf ein Bündniss mit der PDS vor. Dies hat mit Homorechten wenig zu tun. Die SPD sollte mal klar Stellung beziehen. In der jetzigen Stellung diskriminiert sie Gleichgeschlechtliche wo sie kann.
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#6 SmartiSaar
  • 13.03.2009, 07:41h
  • Tolle Plakate, gute Aktion, schade nur das es sich mal wieder um eine regionale Aktion handelt.

    Vor zig Jahren hatte der LSVD auch mal so ne Aktion hier im Saarland gestartet (anfang der 90er).

    Bleibt nur die Frage ob es auch die erhoffte Wirkung zeigt, wir werden sehen.
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#7 The RisingAnonym
  • 13.03.2009, 10:51h
  • Antwort auf #5 von Katrin
  • "Der erste Schritt gegen Gewalt ist die vollständige Gleichstellung von Homo-Pärchen"

    Also, erstens bin ich nicht für die vollständige Gleichstellung von "Homo-Pärchen", sondern für die vollständige Gleichstellung von JEDEM Menschen in dieser Gesellschaft. Und die wird es nicht geben, solange eine mittelalterliche, heteronormative Form des Zusammenlebens privilegiert, alle anderen Lebensweisen hingegen diskriminiert werden! Dass das jemandem, der das Wort "Gleichberechtigung" in den Mund nimmt, nicht einleuchtet (und das sind - Stichwort "Ameisen" - ja viele), ist ebenso grotesk wie erschreckend.

    Und zweitens bezweifle ich, dass es an der Lebenswirklichkeit junger Menschen, die im Alltag deutscher Klassenzimmer und Schulhöfe und Gruppendynamiken massiver, vor allem psychischer homophober und heteronormativer Gewalt ausgesetzt sind, irgend etwas ändert, wenn "Homo-Pärchen" endlich gleichgestellt im kleinbürgerlichen Sinne sind. Das ist nämlich genau der Irrglaube, der uns in die aktuelle Situation, mit einem Weniger an gefühlter sexueller Freiheit gerade bei jungen Männern und mit einer Zunahme von Homophobie unter jungen Menschen allgemein katapultiert hat.

    Also, meine Lieben, neue Ideen und neue Konzepte sind gefragt, die freilich erst einmal die grundlegende Infragestellung der eigenen "Logik" und des eigenen Handelns erfordern!
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#8 sajoAnonym
#9 derfAnonym
#10 Benedictus
  • 13.03.2009, 15:17h
  • Ich denke, die einzigen Plakate dieser Aktion, die nicht beschmiert, verhöhnt, verunstaltet oder zerissen werden, werden diejenigen sein, in denen sich die Lesben knutschen.
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