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- 12. März 2009 2 Min.
In Berlin werden ab kommende Woche LSVD-Plakate ausgehängt, auf denen küssende hetero- oder homosexuelle Pärchen gezeigt werden. Darunter steht in deutscher, türkischer und arabischer Sprache: "Liebe verdient Respekt".
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stellt die neue Plakatkampagne des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg am kommenden Dienstag vor. Bislang gibt es drei Motive von küssenden Pärchen in der U-Bahn – einem lesbischen, einem schwulen und einem heterosexuellen. Darüber hinaus wird die Internetseite www.zeig-respekt.de beworben, auf der weitergehende Informationen zum Thema Homosexualität zu finden sind.
Gestartet wird mit 160 Großflächen, bis Ende 2009 werden über 250 weitere Flächen plakatiert. Darüber hinaus wurden an alle 464 weiterführen Schulen in Berlin Plakate im Format A2 verteilt. Auch in Jugendzentren und Behörden werden die insgesamt 21.000 Plakate aufgehängt. Schwerpunkt der Kampagne sind soziale Brennpunkte wie Nord-Neukölln und Moabit-West.
Hintergrund der Kampagne ist die besonders unter Jugendlichen weit verbreitete Homophobie. In jüngster Zeit häuften sich Übergriffe auf Schwule und Lesben. Auch auf das "Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen" wurden seit seiner Einweihung im Mai 2008 zwei Anschläge verübt. Dazu hat auch der Berliner Senat ein 26-Punkte-Programm beschlossen, mit dem die Homofeindlichkeit unter Jugendlichen bekämpft werden soll (queer.de berichtete).
"Dass ein Kuss zwischen zwei Menschen Hass und Gewalt hervorruft, ist traurig und nicht zu verstehen", erklärte dazu Wowereit in der "Berliner Stimme". "Leider ereigneten sich in den vergangenen Monaten zahlreiche homophobe Hassverbrechen. Offenheit und Toleranz in der Gesellschaft müssen mit allen rechtstaatlichen Mitteln verteidigt werden."
Hinter der Plakataktion steht ein gesellschaftliches Bündnis, dem neben städtischen Behörden auch Menschenrechts-, Homo- und Migrantenorganisationen angehören. So gehört etwa der Fußballverein Türkiyemspor Berlin, der Verein Iranischer Flüchtlinge in Berlin e.V. und der interkulturelle Mädchentreffpunkt Dünja zu den Unterstützern.
Finanziert wird die Kampagne durch das Programm "Soziale Stadt" der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die Koschwitz Plakat GmbH hat einen Großteil der Werbeflächen gesponsert. (pm/dk)













