Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?10126

Der 29-Jährige Iraner Mehdi N. könnte von Deutschland aus in seine Heimat abgeschoben werden, nachdem ein Gericht seinen Asylantrag abgelehnt hat. Das berichtet die Organisation IRanian Queer Railroad (IRQR) mit Sitz im kanadischen Toronto.

Von Norbert Blech

Dem Bericht zufolge, der aus anderen Quellen bisher nicht verifiziert werden konnte, sei Mehdi N. 2007 die Flucht aus dem Iran in die Türkei gelungen. Da er aber nicht von der Möglichkeit gewusst hätte, unter Zuhilfenahme der Vereinten Nationen Asyl zu erhalten, sei er aus Angst vor Abschiebung mit Hilfe eines Bekannten nach Deutschland geflohen. Am Flughafen habe er den Kontakt zur Polizei gesucht, um Asylantrag zu stellen.

Doch der Antrag sei vor Gericht mehrfach abgelehnt worden, zuletzt, da der Richter in einer Entscheidung "nach Augenmaß" die Homosexualität Mehdis für vorgeschoben gehalten haben soll. Der Richter habe in der Verhandlung gesagt, dass vor ihm schon viele Schwule gesessen hätten, zitiert ihn Mehdi in einem Schreiben an IRQR: "Die sahen aus wie Schwule, aber dieses Gefühl habe ich nicht über Sie". Der junge Iraner hält das für zynisch: "Im Iran war ich ständig herausgefordert, meine sexuelle Orientierung zu verleugnen. Jetzt in Deutschland ist es meine schwerste Aufgabe, diese zu beweisen".

Das Gericht versandte ein Schreiben, wonach Mehdi N. nicht als Flüchtling anerkannt werde und das Land zu verlassen habe. Damit droht dem Iraner nun Abschiebung in ein Land, in dem Schwule verhaftet, gefoltert und auch zu Tode verurteilt werden. Besonders problematisch für den 29-Jährigen: seine Homosexualität ist dort inzwischen bekannt. Der Iraner berichtete gegenüber IRQR, dass er von einem Freund und dessen Freunden vergewaltigt wurde. Davon hätten die Täter auch Filmaufnahmen gemacht und diese der Familie und Kumpeln von Mehdi zugänglich gemacht.

Europäische Kommission sieht Mitgliedsstaaten in der Pflicht

Die Organisation, die sich durch die weltweite Unterstützung schwuler Iraner einen Namen gemacht hat, bietet auf ihrer Homepage vorgefertigte Protestschreiben an das deutsche Innen- und Justizministerium sowie an die Menschenrechtsbeauftragte des Europäischen Parlaments an (s. Link u.). Erst im Februar hatte die Europäische Kommission erklärt, dass Homosexuellen, die eine begründete Angst vor Verfolgung in ihrem Heimatland haben, in der EU Asyl gewährt werden muss (queer.de berichtete).

Die Staaten seien aufgrund von EU-Richtlinien aus den Jahren 2004 und 2005 in der "Pflicht", auch die noch nicht bindende EU-Grundrechtecharta sei so zu interpretieren. Das Europaparlement hatte sich zum Jahreswechsel auch in den Fall des 20-jährigen Iraners Mehdi Kazemi eingeschaltet, der aus den Niederlanden abgeschoben worden war und nach langem Hin und Her Asyl in Großbritannien erhielt (queer.de berichtete).



88 Kommentare

#1 mezzoAnonym
  • 13.03.2009, 16:53h
  • Soso Herr Richter.......Wie sehen denn Schwule aus, wenn ich mal fragen darf??????????
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SmartiSaar
#3 Diz!Anonym
#4 Tim_ChrisProfil
  • 13.03.2009, 17:23hBremen
  • Antwort auf #1 von mezzo
  • DAS habe ich mich auch gefragt. Der Herr Richter muss ja ein mächtiges Gaydar haben, dass er Schwule derart nach Aussehen einordnen kann. Für einen heterosexuellen Richter - ich gehe mal von aus, dass er das ist, denn sonst würde er nicht so einen Spruch bringen - wäre das schon sehr ungewöhnlich.

    Die Begründung ist einfach lächerlich und das Urteil reine Willkür
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Mister_Jackpot
  • 13.03.2009, 17:38h
  • Protestmail ist raus.....hab auch noch was in deutscher Sprache persönlich hinzugefügt! Bin mal gespannt, ob überhaupt irgendeine Reaktion kommt...

    Tja und was soll man zu dem Richter nur sagen...ich will gar nicht wissen was der sich unter einem "typischen" Schwulen vorstellt. Es ist kaum zu glauben, aber es gibt doch wirklich heutzutage schwule Männer, die durchaus sehr männlich sind und sich von Heteros nicht unterscheiden lassen....und sowas wie dieser Richter hat ein Jura Studium erfolgreich absolviert?...unglaublich....
  • Antworten » | Direktlink »
#6 gelderlanderEhemaliges Profil
#7 RabaukeAnonym
  • 13.03.2009, 17:49h
  • Ohhhhh Du armes Deutschland. Wenn man sowas liest, schäme ich mich, Deutscher zu sein. Was für Knalltüten sitzen eigentlich in unseren Gerichten??
    Man müsste solche Richter absetzen und überhaupt, alles neu gliedern. Wie damals nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland die "Neulehrer". Hier müssten mal die jungen Juristinnen und Jristen ran. Stattdessen drücken sich "alte" Knacker, mit Ansichten aus den 70ern auf Richterstühlen herum und verstecken sich hinter der ach so unpareiisch und gerechten Justizia. Alle in einen Sack und Knüppel druff, man erwischt garantiert immer die , den Richtigen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 AxelBerlinAnonym
  • 13.03.2009, 17:52h
  • Antwort auf #6 von gelderlander
  • du tätest besser, das land anzuprangern, in welchem homosexuelle verfolgt werden und zwar dies nicht nur von seiten des staates, sondern, wie im bericht zu lesen, von mitbürgern, aufgrund einer lynchjustiz.
    wenn es dir hier nicht passt, dann gehe bitte in den iran, erzähl´dort, dass du schwul bist und von den menschenrechtsverletzungen in der "brd" gegenüber homosexuellen.
    ich denke, unser staat ist im stande, solche probleme zu lösen und benötigt dafür keine polemik der grössten menschenrechtsverletzer, im 20 jahrhundert in mitteleuropa.
    das schreib dir mal hinter die löffel, wenn du mit deiner linken politik ernst genommen werden magst.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 XDAAnonym
  • 13.03.2009, 19:01h
  • Wär er mit Fummel und Federboa hingegangen hätte er wie ein schwuler wohl ausgesehen. Wie soll er denn beweisen, dass er schwul ist ... im Zweifel für den Angeklagten.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 gelderlanderEhemaliges Profil