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- 19. März 2009 2 Min.
Die spanische Regierung hat am Mittwoch angekündigt, eine Million Kondome im Kampf gegen die Ausbreitung von HIV nach Afrika zu schicken.
"Kondome sind ein notwendiges Mittel in der HIV-Prävention und ein guter Schutz gegen das Virus, wie Studien bewiesen haben", erklärte das Gesundheitsministerium in einer Pressemitteilung. Die Hilfslieferung wurde nur einen Tag nach kondomkritischen Äußerungen des Papstes bekannt gegeben. Benedikt XVI hatte gesagt, Präservative würden das Aids-Problem in Afrika verschlimmern (queer.de berichtete). Das hatte zu wütenden Protesten von Aidshilfe-Organisationen in aller Welt geführt. Das spanische Gesundheitsministerium erklärte, vorrangig sei es, an die Gesundheit der afrikanischen Bevölkerung zu denken. Es nahm aber nicht direkt zur Position des Papstes Stellung.
Die sozialistische Regierung in Spanien ist wiederholt auf Konfrontationskurs zur katholischen Kirche gegangen, etwa als sie die Ehe für Schwule und Lesben gegen den erbitterten Widerstand des Vatikan öffnete. So erklärte Außenminister Miguel Ángel Moratinos vor den Wahlen 2008, der Heilige Stuhl betreibe mit seiner Einmischung in innerspanische Angelegenheiten "Terrorismus" (queer.de berichtete). Die katholische Kirche hatte sich bei den Wahlen klar auf die Seite der oppositionellen Konservativen gestellt.
Der Papst ist unterwegs auf einer siebentägigen Afrikareise, die ihn zunächst nach Kamerun und dann nach Angola führt. Ziel der Reise ist dem Vatikan zufolge, dem von Kriegen, Krankheit und Hunger gequälten Kontinent eine Botschaft der Hoffnung und Versöhnung zu bringen. (dk)














