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- 27. März 2009 2 Min.
Einer im britischen Fachmagazin "BMC Psychiatry" veröffentlichten Umfrage zufolge hat einer von sechs Psychotherapeuten auf der Insel versucht, Homosexuelle zu Heterosexuellen umzupolen.
Wissenschaftler des University College London haben für die Studie insgesamt 1.400 Therapeuten befragt. Das Ergebnis: 17 Prozent von ihnen haben in ihrer beruflichen Laufbahn bereits versucht, schwule oder lesbische Gefühle von Patienten zu "reduzieren", die dies wünschten. Die Therapie bestand meist im Verabreichen von Elektroschocks, wenn der Patient ein schwul-lesbisches Bild betrachtete. Die meisten der Umpolungsversuche wurden in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts durchgeführt. Heute würden immer noch vier Prozent der Psychotherapeuten versuchen, Homosexuelle zu "heilen", wenn diese das wünschten.
Studienleiter Michael King zeigte sich überrascht und entsetzt über die Zahlen: "Ich hätte nicht gedacht, dass heute noch eine Zahl von Psychotherapeuten diese Praxis weiterführen. Dabei gibt es praktisch keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass eine solche Behandlung wirksam ist. Sie kann eher Schaden anrichten", so King. Vor allem jüngere Leute würden sich an Therapeuten wenden, wenn sie im das Internet von den angeblichen Erfolgsaussichten einer solchen Therapie hörten.
Die Wissenschaftler interviewten auch Psychotherapeuten, die diese Praxis noch fortführten. Manche rechtfertigten die Umpolungsversuche mit dem christlichen Glauben: "Wenn jemand einen starken Glauben hat, hat er Angst, er könnte Gott verlieren und das Leben sei wertlos, wenn er sich nicht ändert", sagte ein Befragter. Ein anderer erklärte schlicht: "Die physische Vereinigung von Homosexuellen ist schädlich für den Körper und der Hauptgrund für Aids/HIV in diesem Land. Außerdem ist das pervers". (dk)














