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- 31. März 2009 1 Min.
Eine britische Homo-Gruppe von Exil-Irakern erklärte, dass der Irak die Hinrichtung von schwulen Männern wegen deren sexueller Orientierung angeordnet hat.
"Wir haben Informationen erhalten, dass Mitglieder unserer Community, die verhaftet wurden, auf ihre Hinrichtung warten. Ihnen wird Homosexualität zur Last gelegt", so Ali Hili von der Gruppe "Iraqi-LGBT". Er erklärte ferner, dass seine Organisation im Irak verboten sei. "Durch Razzien der irakischen Polizei und des Innenministeriums haben wir 17 Mitglieder seit 2005 verloren. Sie sind spurlos verschwunden."
Nach Informationen von Iraqi-LGBT fängt das Regime gerade an, insgesamt 128 zum Tode verurteilte Gefangene hinzurichten. Jede Woche würden 20 Urteile vollstreckt. Zuvor seien die Verurteilten gefoltert worden. Im letzten Jahr habe es 285 Hinrichtungen gegeben. Die Todesstrafe wurde von der irakischen Regierung 2004 wieder eingeführt, nachdem sie von der amerikanischen Besatzungsmacht ein Jahr zuvor außer Kraft gesetzt worden war.
Aus dem Irak gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Berichte von Homo-Exekutionen. Die Regierung hat das aber stets dementiert (queer.de berichtete). Mehrere Homo-Gruppen berichteten von "sexuellen Säuberungen", die von schiitischen Milizen durchgeführt worden seien (queer.de berichtete).
Im November wurde ein Journalist im kurdisch dominierten Nordirak zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil er einen Bericht über Homosexualität in einer Zeitung veröffentlicht hat (queer.de berichtete). Nach internationalen Protesten wurde er vom Präsidenten der Provinz begnadigt (queer.de berichtete). (dk)














