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Die Wiener Agentur der Europäischen Union für Grundrechte hat in einem neuen Bericht bemängelt, dass Diskriminierung, Belästigung und Gewalt gegen Schwule und Lesben in der "gesamten EU weit verbreitet" sei.

Die Behörde fordert die politischen Entscheidungsträger auf, die Rechtsvorschriften über die Gleichbehandlung weiter zu verbessern und für eine ordnungsgemäße Erfassung der Vorfälle Sorge zu tragen. Insbesondere in Osteuropa sind Veranstaltungen wie der Christopher Street Day entweder verboten oder könnten aufgrund gewaltbereiter Proteste nur unter Polizeischutz stattfinden. In Bezug auf Deutschland kritisiert der Bericht Benachteiligungen von Homosexuellen auf dem Arbeitsmarkt.

Morten Kjaerum, Direktor der Grundrechteagentur, beklagt "Diskriminierung, Mobbing und Belästigung" von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen in der Union: "In einigen Ländern gab es körperliche und sogar tödliche Angriffe. In einer EU, die sich ihrer Grundsätze der Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung rühmt, sind dies alarmierende Signale", so Kjaerum. Er fordert die Regierungen in der EU auf, die Erfassung von Hassdelikten zu verbessern und die Polizeibeamten entsprechend zu schulen. "Darüber hinaus sind Kampagnen erforderlich, um die gesamte Bevölkerung über Vielfalt und Nichtdiskriminierung aufzuklären, da Fälle von Diskriminierung nur dann gemeldet werden, wenn die Menschen die geltenden Gesetze kennen."

Positiv hätten sich die Antidiskriminierungsvorschriften der EU auf die Lage in vielen Ländern ausgewirkt. Allerdings sei der gesetzliche Schutz vor Diskriminierung "nach wie vor lückenhaft".

Nach Veröffentlichung des Berichtes erneuerten die Grünen im Bundestag ihre Forderung nach einen Nationalen Aktionsplan gegen Homophobie. "Die Politik ist auf allen Ebenen gefordert, in Bund, Ländern und Kommunen", erklärte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck. Insgesamt gebe es zu wenig Bemühungen, Homophobie zu bekämpfen.

Der 160-seitige Bericht der Agentur, der bisher nur auf Englisch veröffentlicht wurde, befasst sich mit der sozialen Lage von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in der EU. Bereits letztes Jahr wurde ein Bericht über die politische Lage herausgegeben (queer.de berichtete). Auch darin wurden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, mehr für die Gleichberechtigung von Homosexuellen zu tun. (dk)



32 Kommentare

#1 SmartiSaar
  • 31.03.2009, 15:40h
  • "Bereits letztes Jahr wurde ein Bericht über die politische Lage herausgegeben. Auch darin wurden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, mehr für die Gleichberechtigung von Homosexuellen zu tun."

    Ich bin ja mal gespannt wie viele Berichte es noch braucht bis sich endlich mal grundlegend was tut.
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#2 stephan
  • 31.03.2009, 16:56h
  • Antwort auf #1 von SmartiSaar
  • Solange die EU Staaten umfasst, die in Sachen Homosexualität nur wenig von der Auffassung der Nazis abweichen und solange es Religionsvertretern erlaubt ist, nach Belieben gegen Homosexuelle zu hetzen, können abertausend Berichte geschrieben werden, die absolut nichts bewirken!
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#3 HannibalEhemaliges Profil
  • 31.03.2009, 17:16h
  • Antwort auf #2 von stephan
  • Solange es noch armselige, geistig minderbemittelte Menschen gibt, die an das Geschwätz der kath., evangelikalen oder muslimieschen Sekten glauben, wird es auch weiterhin Homophobie geben.
    Einziges Mittel dagegen: Religion verbieten und unter Todesstrafe stellen!
    Als abschreckendes Exempel schlage ich vor: Pope auf den Scheiterhaufen! Solche Maßnahmen wurden von seinem Verein schliesslich jahrhundertelang praktiziert. Sollte ihm also vertraut sein!
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#4 nino89
  • 31.03.2009, 17:55h
  • Armes Europa. Dabei dachte ich, dass wir den Faschismus in seinen verschiedenen Formen endlich überwunden hätten...
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#5 alexander
  • 31.03.2009, 19:10h
  • # 4. nino
    ich dachte auch mal, dass faschistoide verhaltensweisen keinen nährboden mehr in europa finden, sah ja vor jahrzehnten mal annähernd so aus.
    das scheusslichste an dieser sache ist, dass ausgerechnet die so oft zitierten "christlichen werte" das grundübel darstellen.
    die kirche und die konservativen strömungen, also auch die "c" parteien, sind in der hauptsache dafür verantwortlich, hatten wir alles schon mal !!!
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#6 RoggeAnonym
  • 31.03.2009, 20:01h
  • @Hannibal und Alexander

    In der gesamten Bibel taucht das Wort Homosexualität nirgendwo auf...weder bei Mose noch bei Paulus im Römerbrief 1 - wer sich ernsthaft mit den verschiedensten bibl. Schriften aus ganz unterschiedlichen Zeitepochen und deren historischen Hintergründen beschäftigt, der weiß, das Homosexualität keine Sünde ist, sondern eine von Gott gegebene Begabung zu Lieben ist.

    Herzliche Grüße von einem schwulen Christen.
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#7 HannibalEhemaliges Profil
  • 31.03.2009, 20:57h
  • Antwort auf #6 von Rogge
  • "In der gesamten Bibel taucht das Wort Homosexualität nirgendwo auf.."

    Kann es auch nicht! Weil das Wort "Homosexualität" wurde erst von Magnus Hirschfeld zu Beginn des 20. Jh. erfunden, du Nase! In der BIbel wird es aber umschrieben! Und hier wieder mein beliebter Satz: Erst denken, dann reden!
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#8 HannibalEhemaliges Profil
#9 semmelAnonym
#10 Katrin
  • 31.03.2009, 21:32h
  • Antwort auf #8 von Hannibal
  • Hi Hannibal,

    jetzt sei mal nicht so abwertend dem Alten Testament gegenüber. Das ist ein Kulturerbe aus 1000 und Einer Nacht. Ein paar Halbnomaden haben im Sinai 500 bis 600 v. Chr. ihre Gedanken zur Weltlage aufgeschrieben und noch heute wird es heiliger als die Grimmschen Märchen von Bene und den Seinen gehandelt, obwohl die Grimms viel aktueller an der Neuzeit agieren. "Schieb die Oma in den Ofen vers. schieb den Schwulen in den Ofen". Beim neuen Testament gehts erst richtig rund. Dreihundert Jahre nach Chr. geschrieben fühlt es noch den Hauch der Reality Show und erhebt die Fantasie in die Wirklichkeit.
    Nee, das ist alles nicht Wert zur rektalen Verarbeitung. Der Arsch hat besseres verdient.
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