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  • 01. April 2009 51 2 Min.

Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung kam in einem soeben zu Ende gegangenen Seminar zu dem Ergebnis, dass Kapitalismus und eine weniger fundamentalistische Interpretation der Religion die Menschenrechte Homosexueller begünstigt.

In Gummersbach erklärte Dr. Wolfgang Boger (Liberales Institut) beim Seminar "Menschenrechte von Homosexuellen oder Lifestyle Homosexualität?", es gebe einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Freiheit und Rechten für Homosexuelle. In einer empirischen Länderanalyse habe er nachgewiesen, dass Marktwirtschaft zwar kein Garant, aber eine notwendige Bedingung für die Gleichstellung Homosexueller sei. Nur ein einziges Land mit geringer wirtschaftlicher Freiheit hat positive Rechte für Homosexuelle geschaffen (Argentinien). Umgekehrt werde insbesondere in einer modernen Ökonomie, in der Kreativität eine besondere Rolle spielt, eine tolerante und weltoffene Gesellschaft zum Standortfaktor, wie Dr. Daniel Dettling (Berlinpolis) in seinem Vortrag betonte.

Die besonders schlechte Menschenrechtssituation für Schwule in Afrika begründete Nigel Crawhall aus Südafrika mit der Tatsache, dass außerhalb der Städte vielfach nicht kapitalistisches, sondern traditionell agrarisches Wirtschaften vorherrscht. Diese Gesellschaften bräuchten die heterosexuelle Reproduktion als Grundpfeiler des Arbeitskräftebedarfs der Familien. Er empfahl den Lesben und Schwulen in Afrika, ihre Situation über Lobbying bei den Vereinten Nationen zu verbessern – so, wie es andere Minderheiten (etwa indigene Völker) in Afrika bereits getan hätten.

Im Fokus stand außerdem die Entwicklung in Deutschland. Der Historiker Andreas Pretzel von der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft erläuterte insbesondere die dunklen 50er Jahre mit ihrer Schwulenverfolgung. Nicht zuletzt der Einfluss katholischer Vorfeldorganisationen und der Wunsch nach Sitte und Moral nach dem Nationalsozialismus habe die massive strafrechtliche Verfolgung Homosexueller ausgelöst.

Auf die Rolle der Religionen ging der evangelische Theologe Jürgen Wandel (Zeitschrift "Zeitzeichen") ein. Wandel skizzierte den unterschiedlichen Umgang der evangelischen Landeskirchen mit eingetragenen Lebenspartnerschaften und betonte, dass die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre einer Revolution gleiche vor dem Hintergrund der 200-jährigen homophoben Tradition der evangelischen Kirche.

Die Seminar fand vom 27. bis 29. März in Gummersbach statt und wurde von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zusammen mit der Initiative Queer Nations veranstaltet. Mitinitiator war der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch. (pm/dk)

-w-

#1 SamuelAnonym
  • 01.04.2009, 10:33h
  • Der Zusammenhang zwischen Marktwirtschaft (Kapitalismus), liberaler Demokratie, Menschenrechten und Freiheit ist so offensichtlich, dass nur Linke ihn nicht kapieren.
    Aber die kapieren ja auch sonst nichts.
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#2 The RisingAnonym
  • 01.04.2009, 10:36h
  • Muss man wirklich jedes plumpe Machwerk neoliberaler Propaganda kommentieren? Die verheerende wirtschaftliche und soziale Bilanz der alten, überkommenen FDP-Ideologie spricht doch für sich, wenn sie auch überwiegend von Rot-Grün und CDU/CSU umgesetzt wurde.
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#3 ManuAnonym
  • 01.04.2009, 10:59h
  • Akzeptanz wird durch Bildung und soziale Sicherheit erreicht, also nicht durch Neoliberales Denken bzw. Wirtschaften.
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