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- 01. April 2009 2 Min.
Beim Volksentscheid um die Zukunft des Ethik- und Religionsunterrichts in Berlin haben sich die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) für die Initiative "Pro Reli" ausgesprochen – und wenden sich damit gegen den LSVD, der "Pro Ethik" unterstützt.
"Als Lesben und Schwule in der Union ist uns die freie Entfaltung der Persönlichkeit ein hohes Gut, erklärte der Berliner LSU-Chef Eike Alexander Letocha. "Dem Volksbegehren geht es vor allem um die Wahlfreiheit von Eltern und Schülern. Wer hier von Wahlzwang" (Initiative Pro Ethik) spricht, hat ein merkwürdiges Freiheitsverständnis. Wahlzwang gab es in Deutschland zu anderen Zeiten und die wünscht sich niemand zurück".
Die Berliner Wähler entscheiden am 26. April darüber, ob das 2006 von der rot-roten Koalition eingeführte Pflichtfach "Ethik" wieder abgeschafft werden soll. Derzeit müssen alle Berliner Schüler (ab der siebten Klasse) Ethik belegen und können zusätzlich und freiwillig noch Religionsunterricht belegen. Der Lesben- und Schwulenverband hat sich für Ethik ausgesprochen, da Informationsveranstaltungen zu Homosexualität fast ausschließlich im Ethik-Unterricht stattfänden und eine Auseinandersetzung mit dem Thema wegen der steigenden Zahl an homophoben Übergriffen durch Jugendliche wichtig sei (queer.de berichtete).
Die Gruppe "Pro Reli" will ebenso wie die LSU allerdings erreichen, dass Ethik-Unterricht nur noch von solchen Schülern besucht werden muss, die keinen konfessionellen Religionsunterricht wählen. Die jetzige Regelung benachteilige religiöse Schüler, ist die LSU überzeugt: "Es kann nicht sein, dass sie diesen zusätzlich zum Ethikunterricht außerhalb der regulären Schulzeit besuchen müssen", erklärte Letocha.
Pro-Reli-Chef Christoph Lehmann freute sich über die Unterstützung der konservativen Schwulen und Lesben: "Das zeigt, dass wir für Toleranz stehen", so Lehmann. Seine Gruppe hatte mit Unterstützung der Kirche im vergangenen Jahr genügend Unterschriften gesammelt, um einen Volksentscheid zum Pflichtfach Ethik herbeizuführen. Am 26. April können die Berliner das Pflichtfach damit wieder zu Fall bringen. Notwendig ist eine Mehrheit aller abgegebenen Stimmen sowie ein Viertel aller Wahlberechtigten (ca. 600.000 Stimmen). (dk)















da ist eine Handvoll Leute in der CDU, die offenbar ein Problem mit sich selbst haben, weil sie zwar ihre Homosexualität nicht unterdrücken können, aber doch so gerne akzeptierte Konservative wären...
Das Problem ist nur: in der CDU sind sie halt nicht gleichberechtigt. Also was machen sie: sie passen sich an und verleugnen sich bis zur Selbstaufgabe. Sie finden für alles, was die CDU und die Kirche Schwulen und Lesben antut immer wieder irgendwelche Gründe, warum das wohl doch ganz gut sein könnte.
Aber egal, wie sehr sie sich auch anpassen und den Homohassers die Füße küsssen: sie werden doch in ihrer Partei nichts verändern.
Wäre deren Situation nicht so traurig, könnte man sich über soviel Speichelleckerei nur amüsieren...