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- 02. April 2009 2 Min.
Das europäische Parlament hat mit deutlicher Mehrheit für eine umfassende Antidiskriminierungsrichtlinie gestimmt, mit der auch die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben erreicht werden soll – die CSU ist empört.
Die Abgeordneten stimmten mit 363 gegen 266 Stimmen für die von der Kommission vorgeschlagenen Richtlinie, die Diskriminierungshierarchien abschaffen soll. Derzeit gibt es etwa im Zugang zu Dienstleistungen eine EU-Richtlinie zum Schutz aufgrund der Merkmale Rasse, Geschlecht und ethnische Herkunft. Diskriminierung etwa aufgrund von Behinderung oder der sexuellen Orientierung ist aber weiterhin erlaubt. Zwar haben viele Länder, darunter auch Deutschland, mit Gleichbehandlungsgesetzen diese Hierarchie nicht übernommen. Gerade in Osteuropa sieht die Lage aber anders aus.
"Das Europäische Parlament erteilt damit dem konservativen Lager eine empfindliche Niederlage", freut sich die Abgeordnete Lissy Gröner (SPD). Gerade in Deutschland haben CDU/CSU und FDP vehement gegen eine Abschaffung der Diskriminierungshierarchien gekämpft, da sie darin eine Bürokratisierung sahen, die der Wirtschaft schadet. Diese Ansicht sei aber "für Millionen von europäischen Diskriminierungsopfern ein Schlag ins Gesicht", kritisierte Gröner. Union und FDP wollten "Diskriminierung weiter ungestraft hinnehmen und Homosexuelle in ihren Rechten einschränken".
Bereits zuvor war es zu scharfer Kritik an der von der Kommission geplanten Richtlinie gekommen, auch aus einer Homo-Organisation: So lehnten die Lesben und Schwulen in der Union den Vorstoß aus Brüssel ab, da Diskriminierungsschutz nicht Aufgabe der EU sei (queer.de berichtete).
Am lautstärksten wehrt sich nun die CSU gegen die Richtlinie: "Ministerin von der Leyen muss dieses Bürokratiemonster im Ministerrat sofort stoppen", erklärte CSU-Europapolitiker Manfred Weber gegenüber dem "Tagesspiegel". Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist für das Thema auf europäischer Ebene zuständig. Weber erklärte, die Ehe sei in Gefahr, da die Richtlinie verlange, dass – falls ein Land gleichgeschlechtliche Gemeinschaften anerkenne – diese auch gleich behandelt werden müssten wie Ehepartner. Im deutschen Grundgesetz sei aber festgelegt, dass die Ehe eine besondere Stellung habe, so Weber. (dk)















"Union und FDP wollten "Diskriminierung weiter ungestraft hinnehmen und Homosexuelle in ihren Rechten einschränken". "
Dass Union und FDP es in Ordnung finden, im 21. Jahrhundert Menschen immer noch zu diskriminieren - noch dazu Menschen, deren einziger "Fehler" es ist, zu lieben - ist wirklich ein Skandal. Aber der noch größere Skandal ist, dass es Schwule und Lesben gibt, die solche Parteien auch noch wählen und deren Verhalten damit erst ermöglichen. Würden alle Schwulen und Lesben diese Parteien meiden, wären wir längst viel weiter.
Wie sehr muss man sich wohl selbst hassen, um solche Parteien zu wählen, die einen als Menschen 2. Klasse behandel...