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- 02. April 2009 2 Min.
Ugandische Homo-Aktivisten werfen der Regierung und christlichen Organisationen vor, eine Hetz-Kampagne gegen Schwule zu betreiben – zuletzt haben in den Medien "Ex-Schwule" erklärt, dass sie trainiert worden seien, Kinder zur Homosexualität zu bekehren.
Die Gruppe "LGBTI Ugandans" erklärte, dass die Regierung gezielt falsche Informationen über Homosexualität verbreite und daher an der Hexenjagd gegen Schwule und Lesben schuld sei. Die Regierung hatte – ebenso wie die anglikanische Mehrheitskirche – wiederholt erklärt, dass Homosexualität "ausländische" oder "europäische Kultur" sei und nichts mit Afrika zu tun habe (queer.de berichtete).
Erst letzte Woche präsentierte der Family Life Network, eine evangelikale US-Organisation, die besonders in Afrika aktiv ist, in einem Hotel in der Hauptstadt Kampala acht ehemalige Schwule, die von Homo-Kameraden in der Kunst des Kinder-Verführens unterrichtet worden seien. Einer von ihnen erzählte seine Geschichte: George Oundo erklärte, er habe jetzt Gott gefunden und wolle nun die Welt über das geheime Vorhaben der Homosexuellen aufklären. Diese würden Schuljungen durch Geschenke und Geld gefügig machen und dann in den "homosexuellen Lebensstil" entführen. "Ich wurde 2003 in ein schwules Trainingscamp nach Nairobi geschickt", so Oundo.
Stephen Langa, Chef des Family Life Networks, zitierte außerdem aus dem "schwulen Manifest", das in der Szene weit verbreitet sei. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Satire in einer amerikanischen Homo-Zeitung aus dem Jahr 1987. Darin heißt es: "Wir werden Analverkehr mit euren Söhnen haben, dem Sinnbild eurer lächerlichen Männlichkeit, eurer flachen Träume und vulgären Lügen. Wir werden sie verführen in Schulen, Studentenwohnheimen, Fitnessclubs, Kirchengruppen, den Toiletten in Kinos, den Parlamenten, wo auch immer Männer mit Männern zusammen kommen. Eure Söhne werden unsere Lakaien werden. Wir werden sie nach unserem Antlitz formen". Langa warnt: "Das ist kein Witz. Diese Leute kümmern sich nicht darum, was ihr denkt. Sie wollen eure Kinder."
LGBTI Ugandans veröffentlichte daraufhin eine Pressemitteilung: "Wir sind Homosexuelle und können uns nicht verändern. Wir können auch nicht Heterosexuelle zu Homosexuellen machen. Wir können nicht ‚anwerben’. Wir haben das nie versucht und werden das nie tun." (dk)














