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- 05. April 2009 2 Min.
Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin ist am Wochenende erneut beschädigt worden.
Die Verglasung des Sichtfensters ist von bislang unbekannten Tätern zerkratzt worden, stellten Mitarbeiter des Wachschutzes am Sonntagmorgen fest. Durch das an einer Stele angebrachte Sichtfenster können Besucher eine Videosequenz mit zwei sich küssenden Männern sehen. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat bereits seine Ermittlungen aufgenommen, da ein politischer Hintergrund der Tat nicht ausgeschlossen werden kann.
Das ist bereits die dritte Attacke auf das Mahnmal innerhalb von acht Monaten: Im August 2008 schlugen Unbekannte das Fenster ein (queer.de berichtete), im Dezember wurde ein Stein auf das Glas geworfen, so dass dieses splitterte (queer.de berichtete). Auch hier fehlt bislang von den Tätern jede Spur.
Homo-Aktivisten verurteilten den Anschlag: "Jede Schändung eines Gedenkortes für Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt, gefoltert und ermordet wurden, ist eine zutiefst abscheuliche Tat", erklärte der Lesben- und Schwulenverband. "Die wiederholten Anschläge auf das Denkmal zeigen: Homosexuellenfeindlichkeit ist nach wie vor stark verbreitet. Allein der Anblick eines Kusses zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts kann massive Gewalt hervorrufen." Das sei auch die "bittere Alltagserfahrung vieler Schwuler und Lesben". Der LSVD forderte die Bundesregierung auf, einen Nationalen Aktionsplan gegen Homophobie vorzulegen. Der Verband lobte dabei das Land Berlin, das vor einem Monat ein 26-Punkte-Papier im Kampf gegen Homophobie beschlossen hat (queer.de berichtete).
Das 2008 errichtete Mahnmal soll an die Verfolgung von Schwulen und Lesben in der Nazi-Zeit erinnern. Es wird geschätzt, dass die Nationalsozialisten 100.000 schwule Männer polizeilich erfassten, rund 50.000 wurden nach Paragraf 175 verurteilt. Etwa 10.000 schwule Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt und zum Teil bestialisch gefoltert. Viele von ihnen wurden ermordet. (dk)












