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https://queer.de/?10245
  • 09. April 2009 15 1 Min.

Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair kritisierte in einem Interview mit dem Homomagazin "Attitude" die Homofeindlichkeit der katholischen Kirche.

Er erklärte, die Führer der Religionsgemeinschaft würden die Gefühle der meisten Katholiken nicht widerspiegeln: "Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Generationen. Wahrscheinlich gibt es diese Angst unter religiösen Anführern, Zugeständnisse in der Frage der Homosexualität zu machen, weil die Einstellungen und Ansichten sich über Zeit entwickeln. Wo, fragen sie, hört das dann auf? Man muss dann viele, viele Dinge neu bewerten". In "normalen Gemeinden" sei der Glaube nicht abhängig von "starren Einstellungen". Vielmehr müsse sich der Glaube mit der Zeit weiterentwickeln.

Der Labour-Politiker Blair war von 1997 bis 2007 Premierminister von Großbritannien und Nordirland. In seiner Regierungszeit wurden 2005 gegen den Widerstand vieler Konservativer die "Civil Partnerships" eingeführt. Anders als die deutschen Eingetragenen Lebenspartnerschaften enthält die britische Homo-Ehe praktisch alle Rechte und Pflichten wie die Hetero-Ehe. Außerdem beschloss seine Regierung umfassende Antidiskriminierungsgesetze, die von den christlichen Kirchen vehement bekämpft wurden.

Nach seinem Ausscheiden als Regierungschef konvertierte Blair zum Katholizismus (queer.de berichtete). Zuvor gehörte er, wie alle anderen Premierminister vor ihm, der anglikanischen Staatskirche an. (dk)

-w-

#1 gatopardo
  • 09.04.2009, 10:48h
  • Es bleibt trotzdem bei diesem Bush-Intimfreund und wegen der Irak-Besetzung ein gewisser Beigeschmack, wann immer man seinen Namen liest. Dass ein schliesslich intelligenter Mensch wie er ständig einer Glaubensgemeinschaft anhängen muss, befremdet ebenfalls ganz erheblich, aber dass er es nun kraft seiner Popularität wagt, gegen Scharfmacher in seiner neuen Konfession anzutreten, ist immerhin ermutigend !
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#2 xyAnonym
  • 09.04.2009, 17:27h
  • Der Typ übertrifft in seiner Peinlichkeit sogar noch einen Gerhard Schröder. Und die zitierten Äußerungen erinnern in einer entscheidenden Hinsicht an die drollige Uta Ranke-Heinemann: Man tritt in einen Verein ein, um dort herumzustänkern. Die katholische Kirche reaktionär, reformunfähig, frauen- und schwulenfeindlich? Das hatte man aber wirklich nicht vorher ahnen können!
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#3 QueenMargrethe
  • 09.04.2009, 17:35h
  • Na da kann Mr. Blair ja jetzt hoffen, dass der senile Sektenführer ihn nicht exkommuniziert... der mag nämlich Kritiker gar nicht, ganz im Gegensatz zu Holocaust-Leugnern...
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