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- 09. April 2009 1 Min.
Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair kritisierte in einem Interview mit dem Homomagazin "Attitude" die Homofeindlichkeit der katholischen Kirche.
Er erklärte, die Führer der Religionsgemeinschaft würden die Gefühle der meisten Katholiken nicht widerspiegeln: "Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Generationen. Wahrscheinlich gibt es diese Angst unter religiösen Anführern, Zugeständnisse in der Frage der Homosexualität zu machen, weil die Einstellungen und Ansichten sich über Zeit entwickeln. Wo, fragen sie, hört das dann auf? Man muss dann viele, viele Dinge neu bewerten". In "normalen Gemeinden" sei der Glaube nicht abhängig von "starren Einstellungen". Vielmehr müsse sich der Glaube mit der Zeit weiterentwickeln.
Der Labour-Politiker Blair war von 1997 bis 2007 Premierminister von Großbritannien und Nordirland. In seiner Regierungszeit wurden 2005 gegen den Widerstand vieler Konservativer die "Civil Partnerships" eingeführt. Anders als die deutschen Eingetragenen Lebenspartnerschaften enthält die britische Homo-Ehe praktisch alle Rechte und Pflichten wie die Hetero-Ehe. Außerdem beschloss seine Regierung umfassende Antidiskriminierungsgesetze, die von den christlichen Kirchen vehement bekämpft wurden.
Nach seinem Ausscheiden als Regierungschef konvertierte Blair zum Katholizismus (queer.de berichtete). Zuvor gehörte er, wie alle anderen Premierminister vor ihm, der anglikanischen Staatskirche an. (dk)














