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https://queer.de/?10247
  • 09. April 2009 50 1 Min.

Der britische Schauspieler Rupert Everett hat die Schwulenrechtsbewegung als "voll von alten Mittelklasse-Schwestern" bezeichnet und den Kampf um das Recht auf Ehe und Kinder kritisiert.

Bei "Daily Beast" erklärte der offen schwule 49-Jährige, dass schwule Väter "egozentrisch und eitel" seien. "Ich denke, die Sache mit der Leihmutterschaft ist beschissen. Das ist einfach abscheulich", so Everett. "Diese ganze Idee, dass zwei schwule Typen ihr Sperma in einen Cocktailshaker geben und irgendeine grimmige Lesbe befruchten, ist einfach seltsam."

Er selbst würde höchstens ein Pflegevater sein oder adoptieren. "Aber dass diese Idee der Vaterschaft uns schwulen Männern aufgedrängt wird, ist Blödsinn. Ehe? Babys? Macht mal 'nen Punkt. Ich will illegal sein. Ich will außerhalb des Mainstream leben."

Für die "ermüdende" Homo-Bewegung hat Everett nur Spott übrig: "Das ist Abercrombie & Fitch kombiniert mit Kinderwägen. Klar, jeder hat das Recht, das zu tun, was er will. Aber muss das sein?".

Rupert Everett ist durch Filme wie "Another Country" (1984), "Chronik eines angekündigten Todes" (1987) und "Die Hochzeit meines besten Freundes" (1997) in Hollywood erfolgreich. Allerdings bemängelte der eigensinnige Engländer, dass offen schwule Schauspieler wie er in der Traumfrabrik diskriminiert werden würden (queer.de berichtete). (dk)

#1 Liedel
  • 09.04.2009, 11:45h
  • "Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
    Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
    Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.
    Und wenngleich sie bei euch sind, gehören sie euch doch nicht. Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, doch nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen. Ihr dürft Ihrem Körper eine Wohnstatt geben, doch nicht ihren Seelen, denn diese wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht aufsuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen. Ihr könnt euch bemühen, wie sie zu sein, aber trachtet nicht danach, sie euch gleich zu machen. Denn das Leben geht weder zurück, noch verharrt es im Gestern."

    (Khalil Gibran: "Der Prophet", in: Die Prophetenbücher, hier München 2002, S.32).

    Diese wie ich finde schönen Zeilen sollte man erstmal allen Heteros mit Kindern ins Hirn meißeln... aber: diese Zeilen schwirren auch in meinem Kopf rum, hier bei Everetts treffender Aussage

    ".. dass zwei schwule Typen ihr Sperma in einen Cocktailshaker geben und irgendeine grimmige Lesbe befruchten" ...
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#2 gerdAnonym
  • 09.04.2009, 12:09h
  • Oh wie man sieht, ist das Vereinigte Königreich schon in der homopolitischen Debatte einen Schritt weiter.

    Während wir hier in Deutschland immer noch am Ausbau der Lebenspartnerschaft arbeiten (verpartnerte Beamte, Einkommenssteuergesetz,...) und das gemeinschaftliche Adoptionsrecht nichtleiblicher Kinder einfordern, sind diese Forderungen bereits im Vereinigten Königreich erfüllt. Dort wird neben der Eheöffnung im Thema Leihmutterschaft jetzt argumentiert und gestritten.

    Ich persönlich befürworte natürlich Leihmutterschaften für schwule Paare und halte die Äußerung von Rupert Everett für vollkommen daneben.
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#3 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 09.04.2009, 13:20h
  • Bei "Daily Beast" erklärte der offen schwule 49-Jährige, dass schwule Väter "egozentrisch und eitel" seien.

    Na so egozentrisch und eitel wie heterosexuelle Väter eben auch, aber denen hat das noch keiner zum Vorwurf gemacht.

    "Ich denke, die Sache mit der Leihmutterschaft ist beschissen. Das ist einfach abscheulich", so Everett. "Diese ganze Idee, dass zwei schwule Typen ihr Sperma in einen Cocktailshaker geben und irgendeine grimmige Lesbe befruchten, ist einfach seltsam."

    Es ist abscheulich und seltsam, wenn ein Mann seinen Schwanz in die Muschi einer Frau zur Zeugung eines Kindes steckt. Aber die dürfen das eben und sollten es können dürfen. Man muss es ja bei sich nicht gut finden.

    Er selbst würde höchstens ein Pflegevater sein oder adoptieren. "Aber dass diese Idee der Vaterschaft uns schwulen Männern aufgedrängt wird, ist Blödsinn. Ehe? Babys? Macht mal ´nen Punkt. Ich will illegal sein.

    Heterosexuelle Ehe und Babys in heterosexuellen Ehen sollten dann konsequenterweiser auch illegal sein.

    Ich will außerhalb des Mainstream leben."

    Kannst du ja auch.

    Für die "ermüdende" Homo-Bewegung hat Everett nur Spott übrig: "Das ist Abercrombie & Fitch kombiniert mit Kinderwägen. Klar, jeder hat das Recht, das zu tun, was er will.

    Ja, was denn jetzt? Soll es nun illegal sein oder soll jeder das Recht haben, das zu tun, was er will?

    Aber muss das sein?".

    Nein, es muss nicht sein. Es sollte sein dürfen.
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