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Kommentare zu:
Aids-Hilfe verurteilt Verhaftung von No-Angels-Sängerin


#1 AntifoAnonym
#2 Mister_Jackpot
  • 15.04.2009, 10:32h
  • Klar und weil einer einem sagt er/sie sei gesundheitlich "in Ordnung" springt man mit demjenigen ins Bett und vögelt ohne Gummi. Das heisst doch übersetzt nur, dass er sowieso auch ohne Gummi vögeln wollte...selbst Schuld...falls das so überhaupt stimmt, was der da erzählt! Ich begrüsse eindeutig die Einlassungen der AIDS Hilfe zu diesem Thema, die von einer drohenden Stigmatisierung HIV Positiver durch die Justiz spricht. Und es zeigt, dass es in Deutschland mit geheuchelter Toleranz nicht wit her ist. Eins ist klar.....durch so einen Fall werden sich in Zukunft noch weniger Leute testen lassen, denn wenn man nichts von seiner Infektion weiss macht man sich auch nicht strafbar....auch eine fatale Folge des Fehlverhaltens der deutschen Öffentlichkeit/Politik/Justiz. Ich hoffe mal sie wird freigesprochen und dieses Gesetz wird endlich überarbeitet, da es HIV Positive Menschen unter Generalverdacht stellt ohne die Verantwortung der negativen Sexualpartner mit einzubeziehen. Wäre vielleicht sogar ein fall für das BVG oder den europäischen Gerichtshof! Die Zigarettenindustrie kann schliesslich hierzulande auch nicht verklagt werden, weil jemand durch Zigaretten Lungenkrebs bekommen kann....wie gesagt: jeder ist selbst für die eigene Gesundheit verantwortlich....Punkt...
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#3 Sebastian123
  • 15.04.2009, 10:42h
  • Antwort auf #2 von Mister_Jackpot
  • Sehe ich genau so...

    Ich bin in erster Instanz immer für mich selber verantwortlich, wenn ich Wert auf sicheren Sex lege, dann benutze ich einen Gummi.

    Dann bin ich natürlich auch für meinen Sexualpartner verantwortlich. Ich selber könnte ja auch positiv sein und ihn anstecken. Also auch da, nur mit Gummi!

    Wer es anders macht, ist selber Schuld. Meiner Meinung nach nur eine Masche Kohle zu machen!
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#4 predigerAnonym
  • 15.04.2009, 12:28h
  • >"(...) Nadja Benaissa, die angeblich Sex-Partner bewusst mit dem HI-Virus infiziert hat."

    wie wäre es denn gewesen, das wort "bewusst" hier gleich durch "hinterhältig" oder wenigstens durch "absichtlich" zu ersetzen. dann hätte vielleicht der eine oder andere leser gemerkt, wie verzerrt die bilder sind, die die medien hier mal wieder bereitwillig transportieren.

    die menschen scheinen nach dem bild des skrupellosen "hiv-killers" ja geradezu zu lechzen.

    ist ja auch viel spannender, sich in selbstgerechtem grusel über fiktive monster zu ergehen statt sich mal auf die etwas unbequemere und langweiligere wirklichkeit einzulassen, in der zu ungeschütztem sex immer (mindestens) ZWEI menschen gehören, die BEIDE verantwortung tragen.
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#5 Tim_ChrisProfil
  • 15.04.2009, 12:52hBremen
  • Antwort auf #4 von prediger
  • "statt sich mal auf die etwas unbequemere und langweiligere wirklichkeit einzulassen, in der zu ungeschütztem sex immer (mindestens) ZWEI menschen gehören, die BEIDE verantwortung tragen."

    Japp, aber das geht ja auch nicht, denn Schuld haben doch immer die anderen, vor allem die sowieso schon Stigmatisierten. In diesem Falle wundert es ja schon fast, dass nicht noch unterstellt wird, sie hätte sich das Virus ja zuvor selbst "bewusst geholt". Denn wer so verantwortungslos ist, das Virus bewusst weiter zu geben, der muss doch auch einfach so verantwortungslos sein, sich bewusst damit zu infizieren.

    Was die Justiz hier treibt entbehrt jeglicher Verantwortung und Vernunft. Wie @X_Moon schon schreibt: "durch so einen Fall werden sich in Zukunft noch weniger Leute testen lassen, denn wenn man nichts von seiner Infektion weiss macht man sich auch nicht strafbar....auch eine fatale Folge des Fehlverhaltens der deutschen Öffentlichkeit/Politik/Justiz."
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#6 QueenMargrethe
  • 15.04.2009, 15:07h
  • Sucht man die Schuld einzig und allein nur bei einem der beiden Partner, macht man es sich sehr einfach. Und die Medien tragen in diesem und jedem anderen Fall zu einer Stigmatisierung Positiver bei, wenn sie so einseitig und auch noch falsch (RTL hat es nicht mal geschafft sich über den nach deutschem vorliegenden Straftatbestand zu informieren...) berichten.
    Allerdings muss man doch auch sagen, dass wenn diese Typen schon so leichtfertig mit ihrer Gesundheit umgehen, wenigstens Frau Benaissa auf ein Gummi hätte bestehen können. Auch zum selbstschutz, sie wusste ja auch nicht ob einer der typen positiv ist, und einen neuen noch resistenteren Stamm muss man ja nun auch nicht gerade haben...
    So hätte sie über das Virus schweigen, sich und andere schützen können und alles wäre "gut" gewesen...
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#7 RabaukeAnonym
  • 15.04.2009, 15:30h
  • Die öffentliche Bekanntmachung, daß Nadja an HIV infiziert ist, ist die eine Schande. Das sich eine Justitz erlaubt, Datenschutzrellevante Angaben zu einer bislang unschuldigen Person heraus zu geben, grenzt an einen Skandal!!!! § 1. Grundgesetz:" Die Würde des Menschen ist unantastbar." Offensichtlich nur auf dem Papier!? Dieser Staat "darf "trangsalieren, denunzieren und verunglimpfen. Ich habe, aus eigener Erfahrung diesen ach so "gerechten" Staat erleben" dürfen". Ich war die ganze Zeit unschuldig und habe dies auch immer beteuert. Am Ende war es auch so. Hunderte von Euro Anwaltgebühren, einige Tausend Euro Schaden an meiner Firma. Wer jetzt denkt, mir wurde etwas ersetzt oder erstattet, geschweige denn eine Entschuldigung????? Fehlanzeige!!!!! "Der Staat hat immer Recht." Wie im Fall Nadja.......es ist nix erwiesen, bewiesen. Fast wie im Mittelalter. Da reichte der blanke Verdacht, die Nachbarin könnte eine "Hexe" sein.....und ab damit auf den Scheiterhaufen. Ich könnte sowas von Kotzen!
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#8 manon
  • 15.04.2009, 16:22h
  • Antwort auf #2 von Mister_Jackpot
  • stimme Dir da vollkommen zu, sollte sie vielleicht die Lümmeltüte noch zum einsteigen bereithalten? Ehrlich gestanden verstehe ich das alles nicht, denn kein Mensch macht so einen Aufstand, wenn es um Infektionen mit dem für Gebärmutterhalskrebs verantwortlichen Virus geht, der wie bekannt, auch sehr häufig tötlich endet. Das dieser durch Geschlechtsverkehr übertragen wird und bei 60% aller Frauen zwischen 16-24 Jahren nachweisbar ist führt nicht dazu, das die vögelnden Hetero-Männer inhaftiert werden.
    Mittlerweile dürfte auch jeder wissen, dass die Sängerin positiv ist, wer mag da noch Wiederholung unterstellen. Das Verwerflichste ist allerdings was man dem Kind damit antut, darüber mag ich nicht nachdenken, denn ob in Schule oder Umfeld dürfte jetzt der Teufel los sein.
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#9 bananasEhemaliges Profil
  • 15.04.2009, 18:50h
  • Vielleicht gibts viele rote Punkte. Aber ich meine, wenn wir jetzt in Holland wären und nicht in Deutschland, wäre das ein perfekt gemachte "Anti-AIDS-Werbekampagne". Schock um aufzurütteln.
    Ich glaube nämlich, was hier abläuft ist ja schon eine öffentliche Hinrichtung.
    Ausserdem macht ja Lucy von den "NoAngels" auch gerade eine "Anti-AIDS-Kampagne".
    Ich wünsche mir, ich habe Recht.....
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#10 XDAAnonym
  • 15.04.2009, 20:03h
  • Antwort auf #9 von bananas
  • Wenn Nadja und die No Angels und wir alle in Holland wären, dann hätte in der Tat RTL NL gestern im Verlauf des Abends verkündet, dass dies eine Werbeaktion war; aber: leider ist die hessische Justiz nicht die PR Abteilung von RTL NL und die Welt ist ungerecht, so dass Nadja wohl HIV+ ist, wohl auch leichtfertig damit umgegangen ist, und wohl deshalb wegen Körperverletzung bestraft werden wird; was dann nur die logische und richtige Schlußfolgerung ist.
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#11 Peter FührerAnonym
  • 15.04.2009, 20:17h
  • Es ist schon Richtig, dass man in als erstes für sich selber verantwortlich ist, daher bin ich dafür, dass alle vier wegen Dummheit bestraft werden.
    Die Sängerin, das sie Ungeschützten Sex gegen besseren Wissen zugelassen hat.
    Und die Herren, weil sie Ungeschützten Sexwollten.
    Was erwarten die eigentlich? Wenn ich Ungeschützt häufig wechselnden Verkehr habe, hebe ich schnell nicht nur HIV am Backen.
    Es geht mir um die Verantwortung, die man für sich und für andere Übernimmt. HIV, Hepatitis usw. sind keine Erkältung, wo man ein paar Medikamente einnimmt und alles wird wieder gut.
    Diese Erkrankungen verändern das Leben, auch wenn die Krankheiten heute schon mit Medikamenten im Griff gehalten werden kann, verändert diese das eigene Leben nicht zum Guten. Ich habe Beruflich auch mit positiven zu tun und deren Leben währe ohne Krankheit lebenswerter. Die Menschen erbrechen schneller als sie essen können, von den anderen Nebenwirkungen wollen wir mal besser schweigen.
    Natürlich können und sollen positive Menschen auch weiterhin Sex haben, aber mit Verantwortung für sich und andere, also geschützt.
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#12 Dennis
  • 15.04.2009, 21:37h
  • Von Ausnahmen abgesehen läßt die Art und Weise der Berichterstattung sehr zu wünschen übrig - um es gemäßigt auszudrücken.

    Was jedoch dem größten Teil der publizierten Medien gemein ist, ist der Tenor - die Grundhaltung in der nicht wenige Artikel geschrieben sind. Federführend und stellvertretend für diese ist - wie könnte es anders sein die Bild Zeitung. In ihren Andeutungen liegt mehr verborgen als auf den ersten Blick ersichtlich.

    Jede Berichterstattung trägt zur Meinungsbildung bei - jeder Artikel schafft ein bestimmtes Klima in der Gesellschaft. Dieser Tatsache ist sich der Verantwortliche Redakteur der Bild Zeitung - der Springer Presse bewußt - diese Tatsache ist sich jeder Journalist der für die Bildzeitung oder eines ähnlichen Boulvard Blättchens schreibt bewußt.

    Da fragt z.b. ein Redakteur aus der Video Redaktion der Bild Zeitung mit einer seriös wirkenden Stimme:

    Wußten ihre Kolleginnen von ihrer HIV Krankheit? Wußten Sie das sie trotz HIV ungeschützen Sex hatte?

    Was ist mit dieser Frage beabsichtigt? Was impliziert diese Frage? Welche Forderungen könnten mit einer solchen Fragen verbunden werden? Meldepflicht für alle HIV Positiven? Wo hätte man uns gerne - In einem Internierungslager? Lebenslanges Sexverbot aller HIV Positiven? Oder sollen wir einen roten Sticker sichtbar auf der Kleidung aufgenäht tragen: “HIV+”? Wenn ihr Kenntnis von einem HIV Positiven habt - benutzt das Bürgertelefon und informiert das Gesundheitsamt?

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren das eine Entstigmatisierung von HIV - von HIV Positiven gesellschaftlich nicht gewünscht ist. Der Tenor solcher Berichterstattung wirkt den Bemühungen der Deutschen Aids Hilfe Berlin sowie aller örtlichen und regionalen Aids Hilfen in Deutschland HIV Positive zu entstigmatisieren und entkriminalisieren entgegen. Entsprechend hat sich auch die Deutsche Aids Hilfe in Berlin in einer Pressemitteilung dazu geäußert.

    Das einerseits erschreckende und andererseits aufschlußreiche an dieser Art Berichterstattung sind die Reaktionen. Das erschreckende und zugleich aufschlußreiche ist der Tenor - die Haltung der meisten Schreiber in vielen Foren wie Hiv in der Gesellschaft wahrgenommen wird. Würden wir nicht das jahr 2009 schreiben so könnte man meinen wir hätten 1985 oder würden im Mittelalter zur Zeit der Inquisition leben. So tragisch diese Reaktionen sind, sie sind nicht nur ein Offenbarungseid der Gesellschaft - sondern sie zeigen auf das und welcher Handlungsbedarf besteht.

    Den Bemühungen Stigma, Diskriminierung, Kriminalisierung und Instrumentalisierung von HIV Positiven durch die Gesellschaft entgegenzutreten wurde durch diese Art der Vorgehensweise insbesondere der Berichterstattung “voll vor den Koffer gekotzt”. Das Persönlichkeitsrecht wurde dem “Öffentlichen Interesse” geopfert. Ein Verhalten das in diesem Fall die Würde des Einzelnen zu tiefst verletzt und diese mit Füßen tritt.

    Viele HIV Positive werden es sich jetzt zweimal überlegen inwieweit und wem gegenüber sie sich outen werden. Und es wird nicht wenige geben die den Gang zum Test scheuen werden, die gar nicht wissen wollen ob sie HIV + sein könnten.

    Dies scheint den Wenigsten hier auf Queer.de klar sein.
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#13 anonymusAnonym
  • 15.04.2009, 23:17h
  • Meine Meinung ist diese:
    Wenn die Sängerin von ihrer Infektion wußte und sie dem Typen erzählt hatte daß mit ihr gesundheitlich alles in Ordnung wäre -obwohl dem nicht so war- dann hat sie ihn bewußt angelogen und trägt zwei Drittel der Schuld auf sich. Der Typ - naiv, wahrscheinlich notgeil und vieleicht nicht mehr ganz nüchtern, trägt ein Drittel der Schuld.
    Mehr Verantwortung trägt immer der/die jenige die mehr wissen -und wenn sie von ihrer Infektion
    w i s s e n, dann wissen sie m e h r, als der /die andere. Jemanden dann anzulügen heißt auch, ihm/ ihr bewußt eine Information zu versagen auf Grund derer er/sie dann frei wählen kann ob sie das Risiko eingehen wollen.
    Ich selbst bin hiv positiv und informiere meine Sexpartner im Voraus. Das gleiche würde ich mir auch von meinen Sexpartnern wünschen im Hinblick auf Hep C, auf Syph. oder Tripper ...
    Leider isses hip und politisch korrekt wenn die Schuld und Verantwortung und das Fingerzeigen immer möglichst schnell beim anderen gesucht wird
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#14 Benedictus
  • 16.04.2009, 08:08h
  • Antwort auf #13 von anonymus
  • Ok Anonymous,

    spielen wir die Situation mal durch: Sagen wir mal Du wärst schwul. Du hast einen super geilen Typen in der Disko aufgerissen, einen Typen wie den hast Du nicht alle Tage, nein nicht die üblichen Gayromeo-Schabraken, bei denen vielleicht eine Sache stimmt und Du Dir den Rest schöndenken musst, nein, es ist einfach perfekt. Er ist hübsch, er ist anziehend, er ist geil, er ist schöner als Du ihn Dir in den Träumen hättest vorstellen können. Ihr fahrt zu Dir. Eure Vorfreude steigt je näher Ihr Euch Deinem Schlafzimmer nähert. Um die lange Zeit bis dahin zu überbrücken macht Ihr Smalltalk, macht viele Scherze, lacht viel, küsst Euch oft, seid zärtlich. Nein, nicht so wie der Alltagsquickie in der Sauna oder im Bumsschuppen, wo nur mit Blicken und Gesten kommuniziert wird, kein anonymer, unpersönlicher Sex mit einem Fremden in einer dunklen Kammer. Das wird etwas sehr besonderes. Bei Dir angekommen steigt die Leidenschaft ins Unermessliche. Noch bevor Ihr das Schlafzimmer erreicht, küsst Ihr Euch leidenschaftlich, Ihr schafft es fast gar nicht mehr ins Bett, so intim seid Ihr beide schon. Die Kleidungen fallen so schnell und unbewusst, Ihr seid tief umschlungen, es fehlt nicht mehr viel. Die Erregung ist unübertroffen. Nackt sieht der Kerl noch besser aus als Du Dir vorgestellt hast. Dieser wunderschöne große, schöngeformte Phallus, diese Männlichkeit, diese Muskeln. Du kannst Dich nicht zurückhalten. Du liebkost das Teil ganz zärtlich.... Du bist in freudiger Erwartung, von diesem Manne penetriert zu werden. Er dreht Dich langsam um, küsst Dir auf Deinen zarten Po, streichelt ihn zärtlich, reibt sein Glied sanft an Dir. Du hörst die Englein singen. Gleich ist es soweit. Gleich bist Du ihm so nah wie man einem Menschen nur sein kann. Doch dann, seinen Schwanz schon angesetzt und schon fast drin, hält er inne und fragt Dich: "Bist Du auch gesund?"

    -CUT-

    Der Theorie der Safer-Sex-Moralapostel nach hätte es ganz anders laufen müssen. Etwas mehr Sachlichkeit, etwas mehr Disziplin, etwas mehr Nachdenklichkeit. Es hätte nie so weit kommen dürfen. Es darf nicht so weit kommen, dass man seine Kontrolle verliert. Theoretisch sieht der Safer-Sex-Befürworter die Situation zwar gerettet, aber das Nachdenken hätte viel früher einsetzen müssen, und zwar nicht erst, wo man kurz davor ist, sein Glied irgendwo einzuführen. Perfekt wäre für die Moralisten gewesen, der Mann hätte sich wie automatisch ein Kondom gegriffen und es sich drübergestreift. Das ist die Theorie.

    Aber was bedeutet mehr Sachlichkeit, mehr Disziplin und mehr Nachdenklichkeit? Weniger Menschlichkeit, weniger Leidenschaft, weniger Spontanität? Ist die Theorie mit der Praxis immer so vereinbar? Der Typ fragt, so beiläufig wie er nur kann, ob ich gesund bin. Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber wenn mich jemand in einer Situation wo jeder Funken das "Feuer der Leidenschaft" entfachen kann, aber auch nur ein Tropfen Wasser ausreicht, um dieses Feuer wieder zum erlischen zu erbringen, fragt, ob ich gesund bin, dann ist die Atmosphäre für mich jedenfalls dahin. Ab hier wandert das Blut wieder ins Hirn. Bei mir jedenfalls. Alles was jetzt folgt, ist nicht mehr annähernd so geil wie oben beschrieben, denn jetzt setzt der "Kopfsex" ein. Kopfsex ist gewöhnlich. Kopfsex ist, wenn man überall ist, nur nicht bei der eigentlichen Sache. Das ist wie, wenn die Hausfrau beim Sex an die Kinder denkt oder darüber nachdenkt, ob sie den Herd ausgestellt hat, Kopfsex ist wie, wenn der Stricher ständig auf die Uhr guckt und hofft, dass der Freier bald endlich fertig wird, Kopfsex ist, wenn die Sekretärin mit ihrem Boss schläft, weil sie sich dadurch einen Vorteil erhofft, Kopfsex ist, wenn Du Herr Deiner geistigen Kontrolle bist und die Leidenschaft der Nüchternheit weichen muss. Das ist für mich Kopfsex. Das ist die Frage, die mich aus allen Träumen entreißt, weil sie mich nötigt, über mein Handeln, nein über "unser" Handeln nachzudenken. Sie ist so taktlos wie als würde mir jemand beim Sex beiläufig mitteilen, dass seine Mutter heute gestorben ist. Für mich wäre der Sex jetzt gestorben, zumindest der Sex, dessen Anbahnung ich oben beschrieben habe. Denn mir würden so viele Dinge durch den Kopf gehen.

    Denn wenn ich negativ wäre, würde ich mir folgende Gedanken machen: Ich würde mich fragen, "wie oft" er diese Frage wohl bei seinen ONS schon gestellt hat und wie gesund ein Mensch wohl sein kann, der ständig Bareback-Sex mit Männern hat, die ihm in dieser "Situation der Leidenschaft" glaubhaft machen konnten, sie wären negativ. Außerdem müsste ich vermutlich, wenn ich jetzt kein regelmäßiger Testgänger wäre, nachrechnen, wie oft ich seit dem letzten Test und dem Zeitraum der davorliegenden 3 Monate ungeschützten Sex gehabt habe und könnte vermutlich selbst nicht mit Sicherheit sagen, ob ich gesund bin. Wenn die Vernunft siegt, werde ich sagen, "Ich weiß es nicht, lass uns lieber ein Kondom nehmen", aber das würde so aussehen, als wäre ich positiv. Also fühle ich mich genötigt, "Klar bin ich negativ", zu sagen.

    Wenn ich HIV-Positiv wäre, würde ich mir die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, mich jetzt vor diesem Menschen zu outen und ihm meinem HIV-Status mitzuteilen. In einer stigmatisierenden Welt, in der man sogar eine schriftliche Einverständniserklärung benötigt, um bei mir einen nicht anonymen HIV-Test durchzuführen, fällt es mir dann leicht, mich bei dem Typen zu outen? Und ist dieses "Geheimnis" überhaupt bei dem Typen sicher? Wie wird er mit dieser Information umgehen? Natürlich könnte ich ihm die Karten offen legen, bei einer Frage, wo so häufig gelogen wird, wie bei der Frage nach der Schwanzgröße. Natürlich könnte ich mein Gewissen reinhalten, wohlwissend, dass der Andere dann die Biege machen wird, obwohl er ja jetzt die Möglichkeit hätte, mit mir Kondomsex zu machen. Die Versuchung in so einer Situation der Leidenschaft eine beiläufige Frage mit einer genauso beiläufigen Antwort abzufertigen, ist aber auch hier groß.

    Dh. in beiden Fällen, wäre es sinniger gewesen, das Kondom, so wie die Safer-Sex-Fanati.., ähm ich meine -"Fans" predigen, gleich rauszuholen.

    Aber ich glaube nicht, dass die Menschen in einem "von der Geilheit alkohosierten Zustand" wirklich immer Herr der Lage sind und das Richtige tun. Ich glaube auch nicht, dass die Menschen in so einer Situation so kopflastig handeln würden, wie ich.

    Ich bin ein Kopfmensch. Ich für meinen Teil kann ich nur guten Sex machen, wenn mein Kopf mir nicht im Wege steht. Ich hätte abgebrochen und gesagt "Komm lassen wirs". Klar hätte ich mich dadurch verdächtig gemacht, aber das wäre mir in diesem Moment egal gewesen, denn die Atmosphäre wäre allein durch diese Frage sowieso schon dahingewesen.

    Aber ich schließe schon lange nicht mehr von mir selbst auf andere. Und das solltest Du auch nicht. Ich wünsche Dir, dass wenn es mal darauf ankommt, dass Du dann auch die richtige Entscheidung treffen wirst, und zwar unabhängig von den Einflüssen, die Dich "benebeln" könnten.

    Und anderen sei gesagt: Wenn Ihr einen Menschen, der bereit ist, mit Euch Bareback zu machen, fragt, ob er gesund ist, wird er sich entweder nicht sicher sein oder er wird Dich belügen. Es gibt nur diese zwei Optionen. Aber in beiden Fällen wird er Dir das sagen, was Du hören möchtest...
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#15 Dennis
  • 16.04.2009, 09:49h
  • Antwort auf #14 von Benedictus
  • #13 Benedict

    Diese dein Verständnis wie lange sagtest DU hat es gedauert bis "die Ratio auch in dein Herz" einzog . . . wieviele Kämpfe hat es Dich gekostet bis es so wie Du es heute beschreibst stimmig geworden war?

    Klar man sollte nicht von sich auf andere schleießn - dennoch es gibt Prozeße die sind bei vielen ähnlich.

    Heute - 25 Jahre nach HIV - weiß man daß sich Sexualgewohnheiten Erwachsener oft nur schwer ändern lassen, ohne daß es dadurch zu Störungen im sexuellen oder seelischen Bereich kommt. Damals waren viele Hiv Positive Gefangene dieser Störungen. Man lebte sie bzw. sie lebten dich. Das Bedürfnis seine Sexualität zu leben war geprägt von Angst und Schuldgefühlen. Teilweise lebte man das klassische Jekill und Hyde Syndrom.

    Wwenn ich mir Postings von Menschen so durchlese die von ihrer Infizierung gerade erst erfahren haben . . . . . dann nehme ich sehr viel emotionales Chaos wahr . . .ein Chaos das auch mir nicht unbekannt ist, das auch in mir wütete, das auch ich erlebte als ich erfuhr das ich HIV + bin, . . . damals . . . . vor 25 Jahren . . .
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#16 JanBLNProfil
  • 16.04.2009, 10:58hBerlin
  • Ja, der Typ ging ein Risiko ein, die "Strafe" hat er dafür aber auch bekommen.
    Sie von jeder Schuld frei zu sprechen und von Intoleranz, fieser Berichterstattung und drakonischen Gesetzen zu sprechen halte ich für ein wenig undifferenziert.
    Es ist schwer abzuwägen, ob es ein Strafbestand der "schweren Körperverletzung" sein sollte, jemanden (wissentlich) potentiell anzustecken. Ich jedenfalls hätte ein schlechtes Gewissen mit der Haltung "Es ist ja sein Problem, was er sich bei mir holt, wenn er nicht aufpasst". Manchmal hat man in einer Gesellschaft eben auch die Aufgabe, Verantwortung für andere zu übernehmen. Aber weil es eben ein Vernachlässigen von Verantwortung ist, wäre eine Anklage wegen "fahrlässiger schwerer Körperverletzung" vielleicht angebrachter. Ein Verschweigen oder gar Verleugnen der eigenen Krankheit ggb einem Sexualpartner bei ungeschütztem Verkehr halte ich persönlich für unfair.
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#17 ChristineAnonym
  • 16.04.2009, 12:18h
  • Antwort auf #14 von Benedictus
  • Ich möchte entschieden dem Monolog von Benedictus widersprechen, in dem er so sicher wie der Papst das Amen verkündet, behauptet, Kondomsex stünde der Erotik entgegen. Zwar werde ich nun keine erotisch ausgeschmückte Schilderung von Kondomsex präsentieren, um dies zu verbildlichen (würde euch wahrscheinlich auch nicht interessieren), aber ich kann als Frau versichern, dass ein Kondom auf dem allerbesten Teil meines Liebsten für uns beide beim Eindringen völlig selbstverständlich und ganz automatisch dazu gehört. So wie man die Kleider fallen lässt oder sich gegenseitig entkleidet, gehört das Überstreifen des Gummis, wenns soweit ist, eben auch dazu. Man kann sich tatsächlich dran gewöhnen, auch wenn die Anti-Gummi-Fraktion das nicht glauben möchte. Und wenn man sich nun wirklich hingibt, dann denkt man doch nicht daran, dass der Partner einen Gummi drauf hat. Wahrscheinlich genauso wenig, wie man nicht dran denkt, wenn er keinen drauf hat.
    Das Sperma ist für Partner und mich nicht "heilig", sondern wie wir uns lieben und was wir füreinander empfinden. Wie wir uns gegenseitig in unserer sexuellen Identität finden und bereichern ist Hochgefühl und Hochgenuss, nicht die Spermasoße, die einem übertropft. Insofern hat die Debatte um Kondomsex bei denen, die ihn ablehnen, anscheinend doch viel mehr mit dem Kopf und den Gedanken, warum man das nicht möchte, zu tun, als mit Hingabe und Liebe und Respekt für den Menschen, mit dem man gerade Sex hat. Und wenn schon Sex mit oder ohne Liebe, dann bitte erst recht mit Gummi, denn alles andere ist rücksichtslos und verantwortungslos. Den Sexpartner mit Wissen und absichtsvoll in die Falle tappen zu lassen, nur weil man selbst ein Anti-Gummi-Fanatiker ist, halte ich für im höchsten Maße unmoralisch. Dass hier bei Queer.de die meisten verschämt schweigen, weil sie Angst vor der Anti-Gummi-Fraktion haben, endet draußen auf der Piste oder im Bett möglicherweise fatal, wenn sie sich nicht trauen, auf Kondomsex zu bestehen.
    Ihr dürft mich nun steinigen.
    P.S. Ich meine das ernst: Hat die Verdammung von Kondom-Sex vielleicht tatsächlich etwas mit "katholisch", Papst und "Heiligkeit des männlichen Samens" zu tun? Steckt vielleicht doch viel mehr "Kopf" und "Religion" hinter der absoluten Verteidigung des ungeschützten Geschlechtsverkehrs als sich das die meisten Befürworter vielleicht eingestehen möchten?
    P.S.P.S. Zum Thema "Kopfsex", das von Benedictus so dargestellt wurde, als "sei man nicht bei der Sache". Selbstverständlich entstehen die sexuellen Phantasien und Wünsche im Kopf, der Schwanz hat ja keine Augen, Ohren und Nase.
    Und ja: Auf meinen Kopf/Geist beim Sex möchte ich nicht verzichten, denn sonst könnten ja die jeweiligen Geschlechtsteile alleine miteinander ins Bett hüpfen. Wie langweilig.
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#18 HannibalEhemaliges Profil
  • 16.04.2009, 12:31h
  • Antwort auf #17 von Christine
  • "Das Sperma ist für Partner und mich nicht "heilig", sondern wie wir uns lieben und was wir füreinander empfinden. Wie wir uns gegenseitig in unserer sexuellen Identität finden und bereichern ist Hochgefühl und Hochgenuss, nicht die Spermasoße, die einem übertropft."
    Das ist eine typisch heterosexuelle, weibliche Sicht auf Sperma. Viele Homos (ich inklusive) sehen das völlig anders. Warum glaubst du, gibt es so eine große Community an Barebackern (zu denen ich mich nicht zähle)? Eben weil Sperma einen Tabubruch darstellt und es GEIL ist Tabus zu brechen. Sehr schön hat das der wunderbare Martin Dannecker hier besprochen:

    www.hivandmore.de/archiv/2007-sonder/dannecker.shtml
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#19 HannibalEhemaliges Profil
  • 16.04.2009, 13:59h
  • Antwort auf #17 von Christine
  • "Und ja: Auf meinen Kopf/Geist beim Sex möchte ich nicht verzichten, denn sonst könnten ja die jeweiligen Geschlechtsteile alleine miteinander ins Bett hüpfen. Wie langweilig."

    Und genau DAS ist hier das hüpfende Komma: ICH WILL beim Sex den Kopf abschalten, animalisch sein und nicht über Krankheiten nachdenken und darüber, ob ich das Sperma von meinem Partner schlucken darf oder nicht. GENAU DAS macht richtig geilen Sex nämlich aus. Ansonsten kann ich mir auch selber einen runterholen. Nix für ungut, liebe Christine, aber sowas unterscheidet uns Homos wohl doch von euch Heten(-Frauen). Bei euch ist Sex eher so eine Sache zwischen Job und Geschirrspülen und machmal auch zur Fortpflanzung. Bei uns ist es eine Lebenseinstellung!
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#20 Benedictus
  • 16.04.2009, 14:04h
  • Antwort auf #17 von Christine
  • Nein Christine,

    Du missverstehst mich. Es geht nicht darum, dass Kondom zu verteufeln (gut ich mag es nicht, aber das steht hier nicht zur Debatte), sondern darum, ob es sinnig ist, eine Atmosphäre wie diese mit einer dummen, beiläufigen und überflüssigen Frage kaputt zu machen, "anstatt" ...und jetzt kommt die Hauptbotschaft... "einfach das Kondom überzustülpen und die Klappe zu halten". Denn, und jetzt wiederhole ich mich, macht er nicht nur die Atmosphäre mit dieser Frage kaputt, nein, er wird in dieser Situation damit rechnen müssen, dass man ihn belügt. Worum geht es hier? Um einen ONS? Und er fragt mich, ob ich gesund wäre, damit er einen Freibrief hat, bei einem ONS das Kondom wegzulassen? Bei wievielen macht er das so?

    Jetzt mal ehrlich! Er hätte das Kondom einfach überstreifen sollen. Was muss da noch thematisiert, gefragt und gebohrt werden?! Ich habe das gerade durchgespielt, einmal der Gedankengang des Negativen, dann den Gedankengang des Positiven. In beiden Fällen komme ich auf eine nicht sehr wahrheitsgemäße bzw. unbefriedigende Antwort:

    - "Ja" = Der Typ ist schneller weg als Du gucken kannst und erzählts seinem ganzen Bekanntenkreis. Du bist geoutet. Demnächst überlegst Du es Dir zweimal, ob Du Dich einem ONS offenbarst

    - "Vielleicht" = Ist die ehrlichste Antwort, klingt aber verdächtig. Wenn er jetzt nachhakt, ist an Sex nicht mehr zu denken und es entsteht ein Gerücht, Du seist vielleicht positiv.

    - "Nein" = Wer kann das schon mit Garantie sagen, aber es rettet die Atmosphäre in jedem Fall

    Wer in so einer Situation eine überlegte und durchdachte und vorallem ehrliche Antwort erwartet, ist selber schuld. Ich wiederhole "IST SELBER SCHULD!"

    Beste Lösung: "Kondom drüberstülpen, Klappe halten und genießen!". Und das sage ich als einer von der Anti-Gummi-Fraktion. Das will schon was heißen.

    Und das ist auch das Fazit, welches Du aus meinem Beitrag ziehen solltest. Vielleicht hätte ich es nochmal drunter schreiben sollen.
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#21 KonstantinEhemaliges Profil
  • 16.04.2009, 14:08h
  • Antwort auf #9 von bananas
  • Ich finde diese Geschichte eigentlich sehr gut und lehrreich! Denn so sieht die heterosexuelle Bevölkerung mal, dass sich auch ihresgleichen mit HIV infizieren kann. Eine bessere Prävention kann sich die DAH gar nicht wünschen. Auch wenn dabei natürlich ein paar Leute die Märtyrer dafür spielen müssen. Aber ich denke, das ist die Sache wert. Warum sollen immer nur wir Schwulen den Kopf hinhalten und uns vor den AIDS-Karren spannen lassen?
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#22 predigerAnonym
  • 16.04.2009, 16:21h
  • ja, jetzt sehen die heteros, dass hiv auch sie betreffen kann. und dank der bild-zeitung, die trotz einer einstweiligen vefügung kackfrech weiter vorverurteilt und das leben von frau b. ruiniert, wissen die heteros jetzt auch, wer sie gottseidank vor der gefahr retten wird - nämlich der staatsanwalt persönlich:

    "u-haft, um männer vor ansteckung zu schützen!"

    www.bildblog.de/7150/was-schuetzt-am-besten-vor-aids-u-haft/

    damit ist inzwischen fast egal, was auf der juristischen ebene noch laufen wird oder nicht: die heilige inquisition hat sich des falles angenommen.

    ich bin davon ganz ehrlich erschüttert. ich könnte wirklich heulen, wenn ich sehe, was da gerade abläuft.
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#23 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 16.04.2009, 17:35h
  • Ich hoffe, daß Nadja bald frei kommt. Außerdem denke ich nicht, daß sie HIV-positiv ist. Da will bestimmt jemand Profit rausschlagen und hat sie deshalb in Mißkredit gebracht.
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#24 Dennis
  • 16.04.2009, 17:56h
  • jetzt sehn die heteros auch mal das sie sich infizeren können . .

    au weia . .wo habt ihr denn bis jetzt gelebt? in nem darkroom - eingeschlossen . . . sorry das konnt ich mir jetzt nicht vekneifen . . .

    ich bin ne hete und hab mich vor 25 jahren infiziert . . . in meinem bekanntenkreis in dem es auch heten gibt - wer hätte das gedacht gell - sind ne menge die hiv positiv sind . . . .

    und spätestens wenn ihr mal aus deuschland rauskommt werdet ihr feststellen das hiv n heten problem ist - schwule positive ne miderheit. start thinking global guys . .

    kommt mal raus aus eurer welt jungs und ihr werdet euch wundert. nich alle heten sind pöse - nich alle heten wollen euch pöses
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#26 HannibalEhemaliges Profil
  • 16.04.2009, 18:29h
  • Antwort auf #24 von Dennis
  • Dann bist du aber die Ausnahme der Ausnahmen.
    Das Gros der heterosexuellen Bevölkerung sieht HIV/AIDS doch immer noch als Schwulenseuche an.
    Warum sonst wird das Thema denn an den Schulen todgeschwiegen und höchstens mal im BIologie-Unterricht angerissen?
    Ich/wir wollen den Heten damit ja gar keine Pösartigkeit unterstellen, sondern einfach nur Dummheit. Aber man/n kann ja nicht alle unter ein Kondom stecken, gell? Mich würde aber mal interessieren, wie du dazu gekommen bist, obwohl die Frage vielleicht etwas zu persönlich ist. Hast du vielleicht auch gedacht, dich als Hete kann es ja nicht treffen oder wars die mangelhafte Aufklärung? Das ist jetzt keine Verarsche, sondern ich fänd das wirklich spannend zu erfahren.

    Greetz, der Hanni
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#27 predigerAnonym
#28 KonstantinEhemaliges Profil
  • 16.04.2009, 20:18h
  • Antwort auf #24 von Dennis
  • ICH weiss durchaus, dass HIV auch Heteros betrifft, lieber Dennis! Nur meiner Erfahrung nach viele der Heteros nicht! Und dass die es nun an einem prominenten Beispiel erfahren dürfen, finde ich für deren Aufklärung sehr wertvoll! Denn: Keine/r der Heteros die ICH kenne (und das sind doch so einige) macht sich beim Ficken Gedanken über HIV - höchstens über Verhütung. Beispiel aus der Praxis: Vor einigen Jahren war ich mit einer Heterokollegin auf Ibiza und sie hatte ein Fickdate, dem das Kondom geplatzt ist. Sie natürlich voll in Panik von wegen schwanger. Mein einziger Kommentar: Schwanger kann man zur Not auch rückgängig machen, HIV nicht! Aber ich muss ihr zugute halten, dass sie immerhin ein Kondom benutzt haben. Allerdings wohl eher weil sie grade ihre, wie nennt man das noch gleich, empfänglichen Tage hatte? Ich kenne mich mit sonem Hetengedöns ja nicht aus.
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#29 alfAnonym
  • 16.04.2009, 22:51h
  • Wenn ich mir hier so die posts angucke, dann scheint ja jeder zumindest zu merken, dass eine solche Justiz sich nicht um die Menschenwürde schert, geschweige denn um die Folgen für die Prävention kümmert.Wer schützt uns vor diesen Staatsanwälten und Richtern?
    Im gültigen Aids-Aktionsplan der Bundesregierung heisst es: "Die Stigmatisierung/Diskriminierung von HIV-positiven ist weiter abzubauen." Warum schweigt das Bundesministerium für Gesundheit? Müssen wir als Bürger uns die Justiz vorknöpfen? Wofür zahlen wir diese Leute eigentlich?
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#30 Dennis
  • 17.04.2009, 01:45h
  • Antwort auf #26 von Hannibal
  • @ Hannibal # 26

    Ich habe mich höchstwahrscheinlich in der Zeit zwischen 1983 - 1985 infiziert. Sex oder Drugs - keine Ahnung. Damals war weder Hete noch Gay für mich ein Thema. Wir waren eine Clique von Leuten - Freunden die sich mochten und viel Zeit miteinander verbracht haben. Man wußte das ich ne Hete bin und hat mich so akzeptiert. In der Scene in der ich verkehrte wurde hinter vorgehaltener Hand etwas von einer "schrecklichen Krankheit" leise geflüstert. Die Angst vor dieser damals noch relativ unbekannten Krankheit war in der Scene damals so groß das man vielen die etwas wußten die Angst in ihren Gesichtern ansah. Die gedrückte Stimmung aus dieser Zeit werde ich nie vergessen.
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#31 HannibalEhemaliges Profil
  • 17.04.2009, 08:14h
  • Antwort auf #30 von Dennis
  • Danke für die Auskunft!
    Ja, Anfang der 80er wusste ja noch niemand so richtig worum es wirklich geht, obwohl die Krankheit in den USA bereits ende der 70er aufgetaucht ist. Nur hat es da niemanden wirklich interessiert, weil da tatsächlich erstmal nur Schwule betroffen waren. Wenn man da rechtzeitig reagiert hätte, hätten viele Menschen vielleicht gerettet werden können.
    Dir jedenfalls alles Gute!

    Interessantes Buch dazu übrigens:
    Randy Shilts: AIDS. Die Geschichte eines großen Versagens.
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#32 FoXXXynessEhemaliges Profil

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