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https://queer.de/?10289
  • 20. April 2009 16 1 Min.

Der Vatikan hat mit einer scharf formulierten Erklärung Kritik an seiner Position zu Kondomen zurück – und spricht von einer "beispiellosen Medienkampagne".

Der Heilige Stuhl reagierte damit auf eine Anfang April vom belgischen Parlament verabschiedete Resolution, in der der Vatikan aufgefordert wird, seine Kampagne gegen Kondome zu beenden, damit HIV besser bekämpft werden kann. Der belgische Botschafter überbrachte daraufhin eine Protestnote an den Vatikan.

Papst Benedikt XVI hatte im März in einem Interview noch erklärt, Kondome verschlimmerten das Aids-Problem (queer.de berichtete). Das hatte weltweit zu Protesten von Aidshilfe-Gruppen, Wissenschaftlern und Politikern geführt.

In seiner Antwort kritisiert der Vatikan die belgischen Einwände als "unakzeptabel": Es sei nicht nachzuvollziehen, "dass ein Parlament es als angebracht ansieht, den Heiligen Vater auf der Basis eines isolierten Interviewauszuges zu kritisieren, das aus dem Zusammenhang gerissen wurde." Dieses Interview werde "von manchen Gruppen dazu missbraucht einzuschüchtern und den Papst davon abzuhalten, Themen von offenkundig moralischer Wichtigkeit anzusprechen und die Doktrin der Kirche zu verbreiten." In Europa gebe es eine "beispiellose Medienkampagne", die ignoriere, dass der Papst sich dafür einsetze, Aids-Kranken beizustehen.

Wegen seiner Ablehnung von Safer Sex ist Papst Benedikt XVI in einer niederländischen TV-Show schuldig gesprochen worden, für den Tod von Millionen Aids-Opfer mitverantwortlich zu sein (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 RabaukeAnonym
  • 20.04.2009, 14:28h
  • Ich finde, was Belgien da macht, ist ein mutiger, wichtiger Schritt in die richtige Richtung! Dieser Papst mit seiner "römischen Zentrale" muß die Richtung gesteckt bekommen, sich ebend nicht überall und nahezu Grenzenlos hinein hängen zu dürfen. Ein klarer Daumen hoch für das belgische Parlament! Bravo!
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#2 gerdAnonym
  • 20.04.2009, 15:39h
  • Sehe ich auch so; sehr positiv, wenn das belgische Parlament den Papst und den Vatikan aufgrund dessen ablehnender Haltung zu Kondomen verurteilt.

    Der Vatikan trägt eine MITschuld, wenn in katholisch geprägten Regionen Afrikas sich Menschen mit HIV infizieren.

    Im übrigen ist gerade in diesen Ländern die Geburtenrate viel, viel zu hoch. Diese Länder in Afrika bedürfen dringend niedrigerer Geburtenraten, um volkswirtschaftlich eine Perspektive auf Dauer zu haben. China steigt deswegen in die erste Reihe der Industriestaaten gegenwärtig auf, da dort seit einigen Jahrzehnten erfolgreich aufgrund der Ein-Kind-Politik die Geburtenrate gesenkt werden konnte.

    Und gerade in Afrika gibt es viel zu viele Kinder, so dass die Volkswirtschaften kaum sich in den meisten afrikanischen Ländern gut entwickeln können.

    Geburtenkontrolle, Empfängnisverhütung, Pille und Kondome ist für Afrika sehr, sehr wichtig.
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#3 RatzAnonym
  • 20.04.2009, 17:23h
  • "[…] beispiellose Medienkampagne, die ignoriere, dass der Papst sich dafür einsetze, Aids-Kranken beizustehen."

    Haha! Wundert mich nicht, dass Herr Ratzinger da so empfindlich reagiert. Beschreibt doch dieses "selbstlose" Beistehen sehr treffend das Geschäftsmodell der röm-kath. Kirche! Man will punkten, indem man sich großherzig und gütig gegenüber den Schwachen gibt. Doch dafür BRAUCHT es erst mal genügend Schwache und Hilfsbedürftige! Warum also nicht gleich selbst für Nachschub sorgen?! Nur denen, die schon am Boden liegen, kann man (Prinzip Zuckerbrot und Peitsche) mildtätigen Beistand leisten und dabei gleichzeitig seine Ideologien aufzwingen. Wer wollte sich schon undankbar zeigen, wenn die Retter am Grubenrand für sie beten? Dass diese "Retter" sie höchstselbst erst in diese Grube hineingeworfen haben, können sie in ihrer Situation kaum durchschauen.
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