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https://queer.de/?10308
  • 22. April 2009 30 1 Min.

In den USA hat erneut ein elfjähriger Junge Selbstmord begangen, weil er in der Schule als "Schwuchtel" beschimpft worden war.

Der Fünftklässler Jaheem tötete sich am vergangenen Donnerstag in einem kleinen Ort im Landkreis DeKalb (US-Bundesstaat Georgia). Er schlich sich am Nachmittag heimlich in sein Zimmer und erhängte sich mit einem Gürtel. Seine zehnjährige Schwester entdeckte den leblosen Körper des Jungen. Ein Freund der Familie erklärte gegenüber den Lokalmedien, dass sie versucht hatte, ihren Bruder zu halten, um den Druck um seinen Hals zu verringern. Der Notarzt konnte aber nur noch den Tod des Elfjährigen feststellen.

Die Angehörigen Jaheems hätten gewusst, dass er Probleme mit Mitschülern gehabt habe. Das Ausmaß sei aber niemandem klar gewesen. "Sie haben ihn einen Schwulen und einen Verräter genannt", erklärte sein Stiefvater. "Das lief schon lange so." Erst vergangene Woche habe er aber gesagt, dass ihn Mitschüler verprügeln wollen und er deshalb Angst habe, in die Schule zu gehen.

Jaheem wurde am Dienstag beigesetzt.

Bereits vor wenigen Tagen sorgte der Selbstmord eines Elfjährigen aus Massachusetts für Schlagzeilen (queer.de berichtete). Auch er war in der Schule gehänselt und als schwul bezeichnet worden. (dk)

#1 The RisingAnonym
  • 22.04.2009, 17:36h
  • Während von konservativen "Bewegungs"technokraten doch so grandiose Erfolge in Sachen "Homo-Ehe" gefeiert und bejubelt werden und die ganze Community dies- und jenseits des Antlantiks fast ausschließlich diesem Unfug hinterläuft, wird die konkrete Lebenswirklichkeit junger Menschen in Sachen sexueller Freiheit, Gleichheit und Selbstbestimmung immer unerträglicher. Wann wacht die Community endlich auf, setzt endlich die richtigen Prioritäten und fordert umgehend drastische Maßnahmen gegen die massenhafte Kultivierung Menschen verachtender, homophober Gesinnungen unter Jugendlichen???
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#2 nino89
  • 22.04.2009, 18:25h
  • Das eine schließt ja das andere nicht aus.
    Wenn Lesbischwule sich ehelichen wollen, warum nicht.
    Und wenn die gleichgeschlechtliche Ehe erstmal alltäglich geworden ist, trägt das auch seinen Beitrag zur Tolerantisierung der Gesellschaft bei.
    Natürlich sind Bildungs- und Aufklärungsprojekte in der Öffentlichkeit und primär an den Schulen wichtig, sehr wichtig sogar. Es spielt alles zusammen.
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#3 gerdAnonym
  • 22.04.2009, 22:07h
  • @The Rising
    Beides ist wichtig und muss weiterhin auf die homopolitische Agenda. Und dies wird auch schon seit Jahren gefordert. Aber während die Fortschritte im Bereich staatlicher Anerkennung homosexueller Paare in den vergangenen 20 Jahren grosse Erfolge erzielt haben und auch gegenwärtig Fortschritte erzielt werden (siehe ab 1. Mai 2009 die Öffnung der Zivilehe in Schweden; und die parlamentarische Initiative in Irland zur Lebenspartnerschaft), ist der Kampf gegen Homophobie in der Gesellschaft nunmal viel, viel schwerer.

    Hierzu bedarf es der Schulung der Lehrer und die konsequente Aufnahme des Themas in den Schulen im Lehrstoff. Das Bundesland Berlin hat hier einen sehr guten Schritt in dieser Richtung unternommen und weitere Bundesländer wie Bremen und Hamburg, wo schliesslich die Grünen mitregieren, sollten dem Bundesland Berlin im Thema Schulpolitik folgen. Homosexualität gehört altersgerecht in den Schulen im Lehrplan und Lehrstoff aufgenommen.

    Hinzukommt dass die US-amerikanische Gesellschaft noch ein Stück weit mehr Nachholbedarf hat, als die west-, mittel- und nordeuropäischen Gesellschaften. Aber auch Osteuropa ist nicht viel besser, wenn ich an Polen denke, da hat das Wort Homosexualität bestimmt noch in keiner Schulstunde die Lippen vieler Lehrer im Schulunterricht verlassen.
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