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- 30. April 2009 2 Min.
Wegen ihres Einsatzes für Homo-Rechte wurden der Entertainerin Hella von Sinnen und ihrer Partnerin Cornelia Scheel in Osnabrück der Rosa-Courage-Preis verliehen.
Der Preis wird vom Kulturverein "Gay in May" vergeben. Im letzten Jahr ist Filmemacher Rosa von Praunheim für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden (queer.de berichtete).
Von Sinnen erklärte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp, dass sich die Lage für Schwule und Lesben in den letzten Jahren merklich verbessert habe. Früher habe sie Schmähbriefe erhalten und sei sogar im Supermarkt angespuckt worden.
Die inzwischen 50-Jährige, die in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Pädagogik studiert hatte, setzte sie sich auf ihre Art für Feminismus und Homo-Rechte ein: In ihrem RTL-"Weibermagazin" erklärte sie 1991 feministisch-exhibitionistisch die Welt – und zeigte im Gegensatz zum sonstigen Nachtprogramm statt nackter Osteuropäerinnen unbekleidete Männer; sogar Thomas Gottschalk entblößte sich – zumindest ein wenig – bei "Weiber von Sinnen".
Die gebürtige Gummersbacherin setzte sich zudem bereits in den Kohl-Jahren für die Homo-Ehe ein: So klagten sie und ihre Partner Scheel bereits 1993 beim Bundesverfassungsgericht, weil sie nicht heiraten durften. Die obersten Richter entschieden damals aber, dass die "Geschlechtsverschiedenheit" eines der "prägenden Merkmale" der Ehe sei. Trotz des Rückschlags setzte sie sich über Jahre für die Ehe ein und nahm 1999 mit der Band Rosenstolz das Hochzeitslied "Ja, ich will" auf, das auch bei MTV und Viva gespielt wurde. Noch heute setzt sie sich in der LSVD-Aktion "Standesamt" für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland ein. Verpartnert hat sie sich übrigens nie, weil "wir immer noch nicht gleiche Rechte haben wie heterosexuelle Ehepaare".
Der Rosa-Courage-Preis wird seit 1992 zum Auftakt des einmonatigen Kulturfestival "Gay in May" verliehen. In der Vergangenheit haben unter anderem Bundesjustizminister Brigitte Zypries (SPD), Grünenchefin Claudia Roth und die Schauspielerin Maren Kroymann die Auszeichnung erhalten. (dk)
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