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- 04. Mai 2009 2 Min.
Die Marburger CDU hat in einem Antrag an die Stadtverordnetenversammlung den umstrittenen Kongress der "Akademie für Psychiatrie und Seelsorge" (APS) mit unzutreffenden Behauptungen verteidigt. Darauf hat LSVD-Sprecher Manfred Bruns aufmerksam gemacht.
In dem CDU-Antrag heißt es wörtlich: "Das Stadtparlament nimmt zur Kenntnis, dass die Veranstalter des 6. Internationalen Kongresses für Psychotherapie und Seelsorge, APS, sowie der Verein "Wüstenstrom" und DIJG öffentlich versichern, Homosexualität nicht als Krankheit anzusehen und dementsprechend auch keine 'Heilbehandlung' und keine Konversionstherapien vornehmen."
Diese Aussage der Marburger CDU ist nachweislich falsch. Tatsächlich bekennen sich Frau Vonholdt und "wüstenstrom" zur "Reparativtheraphie". Damit ist aber dasselbe gemeint wie mit dem sonst allgemein üblichen Ausdruck "Konversionstherapie". Die unterschiedliche Ausdrucksweise ist nur eine Folge der unterschiedlichen Vorstellungen vom Phänomen "Homosexualität".
Wer der Meinung ist, dass es verschiedene sexuelle Identitäten gibt, der wird den Ausdruck "Konversionstherapie" oder "Umpolungstherapie" gebrauchen. Wer dagegen wie die DIJG und "wüstenstrom" der Meinung ist, dass alle Menschen grundsätzlich heterosexuell sind ("Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen") und dass "manche ein homosexuelles Problem haben", der wird den Ausdruck "Reparativtherapie" gebrauchen und den Ausdruck "Umpolung" als falsch zurückweisen.
Der Berufsverband "Deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie" stellt deshalb richtig fest: "Der Ausdruck 'reparative Therapie' suggeriert fälschlicherweise eine vorherige Fehlfunktion, die korrigiert werden soll." Gerade die Benutzung des Wortes "Reparativtherapie" macht deutlich, dass Frau Vonholdt und "wüstenstrom" Homosexualität als krankhafte Abweichung verstehen, die "repariert" werden muss.
Selbst die Bundesregierung hat in der Bundestagsdrucksache 16/8022 vom 12. Februar 2008 festgestellt: "Die vor allem in den 60er und 70er Jahren häufig angebotenen so genannten 'Konversions'- oder 'Reparations'-Therapien, die auf eine Änderung von gleichgeschlechtlichem Sexualverhalten oder der homosexuellen Orientierung abzielten, werden heute in der Fachwelt weitestgehend abgelehnt. Dies gründet sich auf die Ergebnisse neuerer wissenschaftlicher Untersuchungen, nach denen bei der Mehrzahl der so therapierten Personen negative und schädliche Effekte (z. B. Ängste, soziale Isolation, Depressionen bis hin zu Suizidalität) auftraten und die versprochenen Aussichten auf 'Heilung' enttäuscht wurden."















"Er faucht, schnauft, prustet und gurgelt: Der Vulkan Stromboli ist ein sehr aktives Ungetüm - und seine Besteigung nichts für Ängstliche."
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