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Einzelkommentar zu:
Bundesregierung: Moskau-Trips ungefährlich


#4 The RisingAnonym
  • 04.05.2009, 22:05h
  • Antwort auf #2 von Konstantin
  • Da sprichst du einen äußerst wichtigen Punkt an, @Konstantin, der mir auch immer deutlicher bewusst wird: Zuallererst sind es WIR selbst, d.h. die überragende Mehrheit der so genannten Community, die bislang jedem wirklichen gesellschaftlichen Fortschritt im Wege steht. Sei es im Profi-Fußball oder in der Pop-Branche: Überall machen sich vor allem schwule Männer zu Idioten der zwanghaften Hetero-"Mehrheits"gesellschaft, verstecken sich entweder völlig oder blenden zumindest ihre Sexualität aus, tragen null komma nichts zum Aufbrechen mittelalterlicher Geschlechterklischees und ebenso mittelalterlicher Heteronormativität bei, produzieren in der medialen Welt nicht die Bilder, die jeder emanzipierte, selbstbewusste schwule Mann eigentlich *von Natur aus* produzieren würde, sondern machen genau das, was die selbsternannte Dominanzgesellschaft von ihnen "erwartet": entweder abzutauchen, sich zu verleugnen bzw. mindestens "zurückzuhalten" oder eben den Clown zu spielen!

    Und wie sieht es im Alltag aus??? Wo sind die schwulen Jungs und Männer, die in allen Lebenssituationen ganz genauso offen und selbstverständlich mit ihrer Sexualität umgehen, wie Heteros dies *von Natur aus* immer und überall, inzwischen sogar bis zum völligen Exzess, tun? Wo sind die Leute, die beim CSD einer ganzen Innenstadt ein neues Gesicht verpassen können (obwohl dort ja viele ihre Maske oder Schminke brauchen, um sich als schwul in der Öffentlichkeit zu präsentieren und sich auch da viele Männer immer noch nicht trauen, ihren Partner in der Öffentlichkeit in den Arm zu nehmen oder zu küssen oder anderen Männern ebenso unbefangen hinterher zu schauen wie Heteros das bei ihren Angehimmelten tun), wo sind diese Leute im Alltag???

    Es ist offensichtlich, dass wir alle, wo auch immer wir sind, und natürlich ganz besonders diejenigen, die in ihrem privilegierten Elfenbeinturm sitzen und Millionen mit ihrer "Berühmtheit" scheffeln, diese Gesellschaft von einem Tag auf den anderen verwandeln könnten, wenn wir endlich ein entsprechendes freies, emanzipiertes und natürlich auch gesellschaftspolitisches Bewusstsein entwickeln würden! Wenn die privilegierten Klemmschwestern und Selbstverleugner, die in der 1. Bundesliga spielen und dabei zusehen, wie jungen Männern in den Vereinen Schwulenfeindlichkeit eingetrichtert wird, wie junge Menschen ihrer effektiven sexuellen Freiheit beraubt und teilweise bis hin zu Selbstmordgedanken getrieben werden, sich darauf besinnen würden, dass es ein höheres Gut gibt als ihre eigenen raffgierigen, egoistischen Motive! Dass gerade sie eine Verantwortung tragen für das, was in dieser Gesellschaft an aggressiver psychischer Gewalt abläuft, und dass sie selbst einen wichtigen Beitrag für Veränderung leisten können, wenn sie sich nicht weiterhin bereitwillig für ein Menschen verachtendes System prostituieren, sondern dieses durch ihr eigenes Handeln verändern!

    DAS ist die Antwort auf (fast) alle unsere Fragen - wie Barack Obama es im US-Wahlkampf formulierte: "WIR sind diejenigen, auf die wir gewartet haben!" Natürlich müssen wir die Politik und alle anderen gesellschaftlichen Akteure in die Pflicht nehmen, aber wir scheitern bislang vor allem an einem: an uns selbst und an dem nicht vorhandenen (Selbst-) Bewusstsein, das 99% der Community mit sich herumtragen. Zu einem großen Teil an denen, die im öffentlichen Leben stehen und mit einem Schlag das Bewusstsein vieler anderer Menschen in dieser Gesellschaft verändern könnten. Ganz zu schweigen von den Hunderttausenden und Millionen, die im alltäglichen Leben und in ihrem alltäglichen Umfeld dieser Gesellschaft ein anderes Gesicht verpassen könnten!

    Wir selbst müssen uns endlich verändern, wenn wir die Gesellschaft verändern wollen!
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